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Trächtige Hündin: So gelingt die richtige Ernährung

Trächtige Hündin advice
© Shutterstock

Soll die Hündin Welpen bekommen, bietet eine gute Ernährung und viel frisches Wasser optimale Bedingungen für Trächtigkeit und Säugezeit. Klingt soweit einleuchtend – doch wie genau sieht eine gute Ernährung von trächtigen Hündinnen aus?

von Nina Brandtner

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bis zur fünften Trächtigkeitswoche wird die gewohnte Ernährung und Menge beibehalten
  • Ab der fünften Woche steht eine nährstoffdichtere und kalorienreichere Ernährung auf dem Plan
  • Welpenfutter, das der Rassengröße angepasst ist, empfiehlt sich
  • Pro Fötus erhöht sich der Energiebedarf der Hündin um etwa ein Viertel

Was ist generell zu beachten?

Ist die Hündin trächtig, ist ein hochwertiges Futtermittel besonders wichtig. Gerade bei Zuchthündinnen ist deshalb grundsätzlich auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Schließlich ist ihr Körper regelmäßig gesteigerten Belastungen ausgesetzt.

Gutes Futter für Zuchthündinnen oder trächtige Hundedamen verfügt über eine hohe Nährstoffdichte und ist leicht verdaulich.

Einige Hinweise geben Aufschluss darüber, ob Ihre Hündin mit dem bisherigen Futtermittel gut zurechtkommt. Optimalerweise hat sie Idealgewicht. Das Gewicht allein ist jedoch nicht ausschlaggebend. Folgende Punkte bieten zusätzlich Hinweise auf die Qualität und die Verträglichkeit des Futters:

  • glänzendes, dichtes Fell
  • starke, feste Muskulatur
  • wohlgeformte, feste Kothaufen

Wie verändert sich der Nährstoffbedarf während der Trächtigkeit?

Wie bei der menschlichen Schwangerschaft auch verändert sich während der Trächtigkeit der Nährstoffbedarf des Tieres.

Erhöhter Eiweißbedarf

Im Laufe der Trächtigkeit steigt der Eiweißbedarf enorm an. Hochwertige Proteine sind essentiell für den Aufbau von Muskulatur und Bindegewebe. In der Phase des schnellen Wachstums liegt er zwischen 40 und 70 Prozent über dem normalen Bedarf. Das Verhältnis richtet sich natürlich nach der Anzahl und Größe der Föten im Mutterbauch. Eiweiß ist grundsätzlich eher schwer verdaulich. Gerade bei erhöhtem Bedarf ist also auf eine leichte Verdaulichkeit zu achten. Das Futter sollte deshalb eine optimale Zusammensetzung von Aminosäuren aufweisen.

An Kohlenhydraten nicht sparen

Die trächtige Hündin und ihre Föten brauchen jede Menge Energie. Das ist nicht nur für das Wachstum der Kleinen notwendig, sondern auch für die Milchproduktion. Kohlenhydrate sind da der ideale Lieferant. 20 Prozent der Energie im Hundefutter besteht deshalb bestenfalls aus Kohlenhydraten, um die bedarfsdeckende Versorgung mit Energie sicherzustellen.

Hochwertige Fette

Damit sich das zentrale Nervensystem optimal entwickeln kann, sind hochwertige Fette nötig. Es müssen deshalb mehrfach ungesättigte essentielle Fettsäuren im Futter vorhanden sein. Zur Not können Fischöle oder Olivenöl beigemischt werden, damit die Hündin ausreichend versorgt ist.

Phosphor und Kalzium

Ab der zweiten Hälfte der Trächtigkeit steigt der Phosphor- und Kalziumbedarf der Hündin an. Nun entwickeln die ungeborenen Welpen nämlich das Skelett. Beides muss in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Bei reiner Fleischfütterung ist beispielsweise der Phosphor- gegenüber dem Kalziumgehalt zu hoch. Sobald die Milchproduktion bei der Mutter einsetzt, steigt der Kalziumbedarf noch einmal um das Doppelte an.

Selen, Jod und Eisen

Selen und Jod sind für eine starke Muskulatur nötig und beugen der Kropfbildung vor. Eisen ist vor allem gegen Ende der Trächtigkeit wichtig, um eine Blutarmut zu verhindern. Bei der Geburt verliert die Mutter viel Blut.

Vitamine A, D und E

Die Vitamine A, D und E sind während der Trächtigkeit nicht zu unterschätzen. In den letzten Tagen vor der Geburt sollten sie in erhöhtem Maße gegeben werden. Die Föten können diese Vitamine nämlich selbst nicht speichern. Sie müssen sie über die Erstmilch der Mutter aufnehmen.

Wie ist die Fütterung während der Trächtigkeit anzupassen?

Bekommt Ihre Hündin grundsätzlich ausgewogenes Futter, können Sie Ihr zu Beginn der Trächtigkeit normales Futter geben. Bis zu vier Wochen der Trächtigkeit ist keine Änderung nötig. Aber der fünften Woche halten Sie sich an folgende Empfehlungen:

Welpenfutter für die werdende Mama

Ab der fünften Trächtigkeitswoche ist die Gabe von Welpenfutter empfehlenswert. Die Trockenfuttersorten für Welpen sind der Hundegröße angepasst und für kleine bis sehr große Rassen erhältlich. So sichern Sie eine gesunde Entwicklung der Welpen und trächtiger und säugender Hündinnen.

Menge und Häufigkeit

Auf der Rückseite der Verpackung finden sich manchmal genaue Fütterungsempfehlungen für die werdende Hundemama. Falls keine Empfehlungen angegeben sind, halten Sie sich an folgende Faustformel: Bei kleineren Rassen steigert sich der Energiebedarf um rund 30 Prozent. Größere Rassen brauchen etwa 50 Prozent mehr Kalorien. Die Fütterung ist auf zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag zu verteilen.

Wichtig: Sind mehr als vier Hundebabys unterwegs, muss das Futter nicht limitiert werden. Es kann der Hündin zu freien Verfügung stehen.

Was ist außerdem zu beachten?

Mit hochwertigen Eiweißen, ausreichend Kohlenhydraten und essentiellen Fettsäuren geht es der Hündin schon mal sehr gut. Einige Kleinigkeiten gilt es außerdem zu beachten, damit es nicht zu Über- und Unterversorgungen bestimmter Nahrungsbestandteile sowie Vitaminen und Mineralstoffen kommt.

  • Leber birgt die Gefahr einer Vitamin-A-Überversorgung
  • Lachs führt gegebenenfalls zur Vitamin-D-Überdosierung, durch die die Entwicklung der Welpen gehemmt wird
  • Bei Trockenfutterfütterung ist die Beigabe von frischem Fleisch nur in Maßen zu empfehlen

Ernährung von trächtigen Hündinnen: Ist BARF erlaubt?

BARF zählt nicht umsonst zu den gesündesten Ernährungsweisen für Hunde. Auch in der Trächtigkeit spricht nichts gegen Frischfleischfütterung und Rohkost. Allerdings ist dabei besonders auf die erforderliche Menge an Kohlenhydraten zu achten. Da oft getreidefrei geBARFt wird, besteht die Gefahr, dass nicht ausreichend Kohlenhydrate zu Verfügung stehen. Wenn der Hund kein Getreide verträgt, ist auch die Gabe von Kartoffeln oder Reis eine Option.

Was ist in der letzten Trächtigkeitsphase zu beachten?

Aufgrund hormoneller Schwankungen kommt es im letzten Drittel der Trächtigkeit häufig zu Verstopfung. In diesem Fall lassen sich dem Futter Ballaststoffe als Nahrungsergänzung beimischen.

Appetitlosigkeit bei trächtigen Hündinnen

Je näher der Geburtstermin rückt, desto spannender wird es für alle Beteiligten. Häufig führt das zu Appetitlosigkeit bei trächtigen Hündinnen. Einen bis zwei Tage vor der Geburt hört die Hündin vielleicht sogar ganz auf zu fressen. Das ist normal und kein Grund zur Beunruhigung. Auch am Tag nach der Geburt ist der Hunger noch nicht unbedingt zurück.

Nach der Trächtigkeit: Was ist bei säugenden Hündinnen zu beachten?

Auch nach der Trächtigkeit hat die Hündin noch einen stark erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf. Schließlich hat sie einige hungrige Mäuler zu füllen. Und dafür wird jede Menge Muttermilch benötigt.

Übrigens: Hunde produzieren mehr Muttermilch pro Kilogramm Körpergewicht als Menschen!

Menge und Häufigkeit der Mahlzeiten richten sich auch nach dem Werfen nach Rassen- und Wurfgröße. Außerdem ist das beträchtliche Wachstum der Kleinen in den ersten Tagen und Wochen nicht zu unterschätzen! Als Orientierung für einen Futterplan für säugende Hündinnen dienen folgende Maßgaben:

  • Erste Woche: Circa 150 Prozent der normalen Portion
  • Zweite Woche: Circa 200 Prozent der normalen Portion
  • Dritte Woche: Circa 300 Prozent der normalen Portion

Unsere Empfehlung: Schon vor der Trächtigkeit die Weichen stellen

Ist die Trächtigkeit geplant? Dann sind Sie gut beraten, die Ernährung schon vor dem Deckakt – dem sogenannten Belegen – optimal einzustellen. Idealgewicht ist für eine erfolgreiche Belegung und eine unproblematische Trächtigkeit die beste Voraussetzung. Über- oder Untergewicht haben gegebenenfalls Komplikationen zur Folge.

Übergewicht

Schon bevor die Hündin trächtig wird, hat Übergewicht einen negativen Einfluss. Mollige Hündinnen sind längst nicht so fruchtbar wie normalgewichtige. Entweder nisten sich nur wenige Eizellen ein oder die Einnistung findet gar nicht erst statt. Wehenschwäche ist eine weitere mögliche Folge. Nach dem Werfen kommt es teilweise außerdem zu Milchmangel.

Untergewicht

Untergewicht ist gerade während und nach der Trächtigkeit ungünstig. Ist die trächtige oder säugende Hündin zu dünn, neigen auch die Föten und Welpen zu Untergewicht. Das wiederum macht sie anfälliger für Krankheiten und Parasitenbefall.

Idealgewicht der Zuchthündin ist also eine der besten Voraussetzungen für eine reibungslose Trächtigkeit und gesunde Welpen.