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Warum reißt die Katze sich Haare aus?

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Katze sitzt auf Wiese und kratzt sich

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Dass sich Katzen das Fell ausreißen, ist häufig Grund für Tierarztbesuche. Oft sind biologische Beschwerden oder Verhaltensstörungen schuld.

von Leonie Brinkmann

Am 13.01.21, 09:11 veröffentlicht

Wenn sich Katzen das Fell ausreißen, tun sie es meist aus zwei Gründen: Entweder sind Unwohlsein oder biologische Beschwerden der Auslöser oder eine Verhaltensstörung, dann spricht man auch von zwanghaften Verhaltensmustern (oder übermäßigem Putzen). Nicht zu verwechseln ist dieses Verhalten jedoch mit Katzen, die unter Haarverlust leiden, ohne dass sie sich das Fell ausreißen – in diesem Fall leiden sie nicht unter Juckreiz.

Die Folgen können sehr eindrücklich sein: von kahlen Hautstellen (auch Alopezie genannt) bis hin zu Rötungen. Im schlimmsten Fall kann dies sogar zu Hautinfektionen oder Selbstverletzungen führen. Anhand der betroffenen Stellen und der Art der Verletzung lässt sich häufig schon die mögliche Ursache für den Haarausfall bestimmen.

Warum reißt sich die Katze das Fell aus?

Um bezüglich der Ursache sicherzugehen, sollte man in jedem Falle einen Tierarzt um Rat fragen:

Parasitäre Gründe

Flöhe, Krätze, Milben und Flechten sind die häufigsten Parasiten bei Katzen und daher sollte zunächst durch einen Tierarzt bestimmt werden, ob ein entsprechender Befall vorliegt. Der Zustand der Haut, die Form der haarlosen Stellen sowie deren Position und ob ein Juckreiz vorliegt oder nicht, sind Aspekte, die ein Tierarzt bei seiner Diagnose berücksichtigt. Bei der Schuppenflechte zum Beispiel kommt es zum Haarausfall, ohne dass sich die Katze kratzt.

Endokrine Gründe

Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder das Cushing-Syndrom (welches bei Katzen jedoch nur sehr selten auftritt) sind Erkrankungen, die zu einem Haarverlust führen können. Nur mithilfe von Blutproben kann bestimmt werden, ob eine solche Erkrankung vorliegt.

Allergische Gründe

Hypersensible Reaktionen können bei einer Katze so starken Juckreiz auslösen, dass sie den Zustand nur schwerlich aushalten. Manchmal reicht schon ein simpler Flohbiss aus, um eine allergische Reaktion hervorzurufen. In diesem Fall wird man keine Spuren von Flöhen im Fell der Katze finden, sollte sie jedoch trotzdem gegen die Parasiten behandeln. Das Gleiche gilt für Lebensmittelallergien: Womöglich ist eine angepasste Ernährung von Nöten, die das ursächliche Protein-Allergen nicht enthält.

Seltene und/oder unbekannte Erkrankungen

Natürlich darf man nicht vergessen, dass bei weitem nicht alle Erkrankungen bekannt sind und sollte vor allem dann, wenn zusätzliche Untersuchungen zu keinen Ergebnissen führen, in Betracht ziehen, dass womöglich eine seltene Erkrankung vorliegt. Alopezie bei Katzen lässt sich beispielswese nur mit einer Biopsie ermitteln.

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Verhaltensbezogene Gründe für Haarausfall

Nachdem alle biologischen Ursachen ausgeschlossen werden konnten, zieht der Tierarzt verhaltensbezogene Gründe in Betracht. Um sicherzugehen, dass man die richtige Ursache findet und entsprechend behandelt, muss das Tier jedoch zunächst klinisch untersucht werden: Wenn diese Untersuchungen etwas ergeben, lässt sich die richtige Behandlungsform leicht bestimmen. Andernfalls handelt man lediglich auf Grundlage von Hypothesen, was meist zu langen therapeutischen Verfahren führt.

Ängste und Phobien

Wenn sich die Katze nicht aufgrund einer Erkrankung kratzt, muss man psychosomatische Ursachen in Erwägung ziehen. Denn auch wenn es manchmal nicht so scheinen mag, sind Katzen sensible und empfindliche Tiere. Wie es bei vielen kleinen Säugetieren der Fall ist, sind sie genetisch bedingt stets auf jedmögliche Gefahren bedacht, was manchmal zu starken Ängsten oder gar Phobien bei den Tieren führen kann. Daher muss man sich immer der Tatsache bewusst sein, dass Katzen sehr leicht gestresst werden.

Körperpflege unter Stress

Hinzu kommt, dass Katzen Gewohnheitstiere sind, die ihre ganz eigenen Rituale haben. Zu diesen Ritualen zählt auch die tägliche Körperpflege, womit die Katze eine beträchtliche wenn auch gleichbleibende Zeit verbringt – vorausgesetzt, sie ist psychologisch ausgeglichen.

Wenn eine Katze gestresst ist, kann dies dazu führen, dass sie vermehrt Zeit mit der Körperpflege verbringt, was zu felllosen Körperpartien führen kann. In diesem Fall spricht man von einer Leckalopezie. Diese kann in unterschiedlichen Bereichen in Erscheinung treten, meist jedoch am Bauch.

Katzen, die an Verhaltensstörungen leiden, drücken auf diese Weise häufig aus, dass sie Stress haben. In der menschlichen Psychologie spricht man von Zwangsneurosen. Der Begriff der Zwanghaftigkeit macht sich im Verhalten der Katzen deutlich.

Ursachen von Stress bei Katzen

Die Schwierigkeit liegt nunmehr darin, herauszufinden, warum die Katze gestresst ist. Doch Vorsicht, es gibt keine festgeschriebenen Gründe. Studien zeigen zwar gewisse Tendenzen auf, doch jede Katze ist einzigartig und auch in Bezug auf Verhaltensstörungen sollte man ihre Individualität niemals aus den Augen verlieren: Das, was ein Tier stresst, kann für ein anderes wiederum völlig unproblematisch sein.

Zu den häufigsten Gründen zählen insbesondere schwierige Lebensumstände, die für eine Katze nicht geeignet sind:

  • Kürzlicher Umzug, Veränderung des Lebensraums
  • Familienzuwachs: Katzen sind Einzelgänger. Daher kann es für Katzen, die nicht daran gewöhnt sind, sehr schwierig sein, plötzlich ihren Lebensraum mit einer anderen Katze, einem Hund oder einem Kind teilen zu müssen. Dies muss man bedenken und das Tier entsprechend sanft an die Veränderung heranführen.
  • Abschied und Trauer: Auch der Abschied von einer Person, zu der die Katze eine sehr starke soziale Bindung hatte, kann für sie sehr schwer sein.
  • Zu wenig Freiraum: Mangelnder Platz kann bei Katzen starken Stress verursachen.
  • Rhythmus der Nahrungsaufnahme: Die Katze frisst zwischen 10- und 20-mal pro Tag. Eine unregelmäßige oder zu seltene Ernährung oder eine, die sie nicht sättigt, kann Ursache für Stress sein.
  • Ungeeignete Orte zum Verrichten des Geschäfts: Nicht genug Katzenklos, schmutzige Katzenklos oder ungeeignete Orte können Katzen verunsichern, denn sie legen viel Wert auf ihre Toilette.

Die Liste der Gründe ist lang und es gibt auch noch andere Anzeichen für Stress bei Katzen, beispielsweise ein verstärkt aggressives Verhalten oder mangelnde Reinlichkeit.

Es ist schwierig, die Ursachen für den Stress zu ermitteln, wenn man die Bedürfnisse der Katze nicht richtig kennt. Häufig kann in einem solchen Falle die Unterstützung eines Tierverhaltenstherapeuten helfen: Dieser kann anhand einer langen und genauen Analyse der Lebensverhältnisse der Katze die Ursachen für das Verhalten des Stubentigers bestimmen und herausfinden, was zu dem gestressten Zustand führt.

Ein Besuch des Spezialisten bei Ihnen zuhause ist daher von Vorteil, wenn man vermeiden will, dass der Stress des Transports die Diagnose beeinflusst.