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Pica-Syndrom: Lebensgefährliche Essstörung bei Katzen

Katze frisst Plastikkabel advice

Das Pica-Syndrom ist eine Verhaltensstörung bei der Katze

© Shutterstock

Haben Sie Ihre Katze schon einmal dabei erwischt, wie sie einen Gegenstand aus Plastik, Stoff oder sonstigen unverdaulichen Materialien frisst? Dann leidet Ihr Stubentiger möglicherweise unter einer ungewöhnlichen Verhaltensstörung: dem Pica-Syndrom. Wir haben für Sie zusammengefasst, was es mit der Krankheit auf sich hat und was Sie als Katzenhalter dagegen tun können.

von Kristin Barling

Am 17.09.20, 11:05 veröffentlicht

Pica-Syndrom bei der Katze: Was ist das?

Das Pica-Syndrom ist eine Essstörung, die sowohl bei Menschen als auch bei Katzen vorkommt. Benannt ist die Krankheit nach „pica“, der lateinischen Bezeichnung der Elster. Betroffene Katzen nehmen Dinge zu sich, die nicht für den Verzehr geeignet sind. Das können zum Beispiel Gegenstände aus Wolle, Plastik oder Papier sein. Für Katzenhalter ist die Situation häufig belastend, da es sehr schwer ist, die Verhaltensstörung bei der Katze erfolgreich zu behandeln.

Symptome: So erkennen Sie das Pica-Syndrom

Katzen, die unter dem Pica-Syndrom leiden, fressen Gegenstände, die nicht zum Verzehr geeignet sind und häufig gar nicht vom Katzenmagen verdaut werden können. Sowohl das Verschlucken als auch das Kauen oder Lecken an nicht verzehrbaren Gegenständen kann ein Anzeichen für das Pica-Syndrom sein.

Pica-Syndrom bei kleinen Katzen

Die Essstörung beginnt häufig schon bei Kitten zwischen dem 2. und 8. Lebensmonat, wird aber nicht immer sofort erkannt. Katzen sind von Natur aus neugierig und Kätzchen knabbern oder schlecken häufig an Gegenständen. Nicht immer muss es sich dabei um Pica handeln. Erst wenn sich das Verhalten verfestigt und regelmäßig Gegenstände verzehrt werden, ist vom Pica-Syndrom die Rede.

Diese Gegenstände fressen Pica-Katzen besonders häufig

  • Schnürsenkel und andere Schnüre, Wolle und Fäden
  • Plastik, zum Beispiel Verpackungen, Folie, Gegenstände aus Kunststoff
  • Textilien und Gegenstände aus Stoff
  • Gummi, beispielsweise Haargummis oder Gummibänder
  • Papier, Pappe und Karton
  • Holz, Sand, Steine oder Katzenstreu

Darmverschluss durch verschluckte Gegenstände

Frisst eine Katze unverdauliche Dinge wie Wolle, Schnüre, Plastik oder Gummibänder, kann dies lebensgefährliche Konsequenzen haben. Während manche Fremdkörper über den Verdauungstrakt wieder ausgeschieden werden, sorgen andere Fremdkörper für schwere Komplikationen.

So können die verzehrten Gegenstände zu Verletzungen der Speiseröhre, des Magens oder des Darms führen, sich im Darm verfangen und sogar zu einem lebensbedrohlichen Darmverschluss führen. Anzeichen für verschluckte Fremdkörper sind Erbrechen, beim Darmverschluss das Erbrechen von Kot, Appetitlosigkeit, fehlender Kotabsatz und apathisches Verhalten.

Ursachen: Das Pica-Syndrom ist Forschern ein Rätsel

Warum manche Katzen Unverdauliches fressen, stellt Katzenhalter und Wissenschaftler vor Rätsel. Die Störung ist zwar schon seit vielen Jahrzehnten bekannt, doch leider konnten die genauen Ursachen des Pica-Syndroms noch nicht eindeutig geklärt werden. Daher gibt es eine Vielzahl möglicher Ursachen für das eigenartige Verhalten.

Genetisch bedingte Zwangsstörung bei Siamkatzen und Burmakatzen

Studien zum Pica-Syndrom bei Katzen haben ergeben, dass manche Rassen häufiger betroffen sind als andere. Von allen im Rahmen einer Studie untersuchten Pica-Katzen handelte es sich bei 55% der Katzen um Siamkatzen. Auch Burmakatzen haben eine stärkere Neigung zu Pica. Dieses Ergebnis lässt vermuten, dass der Verhaltensstörung unter anderem genetische Ursachen zugrunde liegen und die Krankheit vererbt wird. Genetische Untersuchungen, die diesen Verdacht bestätigen, gibt es allerdings noch nicht.

Zu frühe Trennung von der Katzenmutter

Das Nuckeln an Textilien ähnelt dem Saugverhalten junger Katzen bei der Katzenmutter verbunden. Eine mögliche Ursache für zwanghaftes Saugverhalten kann daher auch eine zu frühe Trennung der Katzenbabys von ihrer Mutter sein.

Um Entwicklungs- und Verhaltensstörungen vorzubeugen, sollten Kätzchen grundsätzlich erst mit 12 oder besser 14 Wochen von der Mutter getrennt werden. Auch andere traumatische Erlebnisse im Kittenalter könnten die Essstörung begünstigen, wobei hierfür bislang ebenfalls die wissenschaftliche Belege fehlen.

Psychische Ursachen

Das Pica-Syndrom geht häufig mit weiteren Verhaltensauffälligkeiten bei der Katze einher, die durch psychische Belastungen entstehen. Mögliche Ursachen für psychischen Stress bei der Katze sind ein Umgebungswechsel durch einen Umzug, der Einzug einer neuen Person in den Haushalt, häufiges Alleinsein, Trennungsangst oder Langeweile durch unzureichende Beschäftigungsmöglichkeiten.

Beobachtungen zeigen, dass Wohnungs- bzw. Hauskatzen häufiger unter Pica leiden als Freigänger, sodass zu wenig Abwechslung und Spielmöglichkeiten die Ursache sein könnten.

Manche Katzen mit dem Pica-Syndrom scheinen durch das Verhalten außerdem gezielt die Aufmerksamkeit ihrer Bezugsperson zu suchen und knabbern insbesondere dann an Gegenständen, wenn die Person in der Nähe ist.

Mangelerscheinungen oder unzureichende Ernährung

Eine weitere mögliche Erklärung für das Auftreten des Pica-Syndroms bei Katzen ist eine Mangelerscheinung. Dabei handelt es sich um eine organische Ursache, beispielsweise Mineralstoff- oder Vitaminmangel oder einer Unterfunktion lebenswichtiger Organe wie der Leber oder Niere.

Leidet die Katze unter einem Mangel, versucht sie möglicherweise diesen durch den gezielten Verzehr unverdaulicher Gegenstände auszugleichen. Auch eine Mangelernährung kann das Pica-Syndrom möglicherweise begünstigen. Katzen haben ein natürliches Bedürfnis, zu fressen und zu kauen. Steht Hauskatzen nicht genug artgerechtes Futter und kein frisches Katzengras oder Kauspielzeug zur Verfügung, leben die Stubentiger ihren Trieb häufig an anderen Gegenständen aus.

Therapie: So können Sie Ihrer Pica-Katze helfen

Das Pica-Syndrom bei Katzen zu behandeln, ist nicht einfach. Bei Menschen, die unter der Pica-Essstörung leiden, wird eine Verhaltenstherapie durchgeführt, um das krankhafte Verhalten zu behandeln.

Bei der Katze ist eine Psychotherapie leider nicht möglich, sodass Katzenbesitzer auf andere Maßnahmen zurückgreifen müssen, um der Samtpfote zu helfen.

Gegenstände außer Reichweite der Katze verwahren

Der erste Schritt bei einer Katze mit Pica-Syndrom ist es, sämtliche Gegenstände, die die Katze verzehren könnte, außer Reichweite des Stubentigers aufzubewahren. Das erfordert einiges an Geduld und Aufmerksamkeit, denn Katzen lassen sich bekanntlich auch von Tischen und Regalen nicht fernhalten. Um zu verhindern, dass die Katze unverdauliche Dinge verschluckt, müssen daher konsequent alle Dinge wie Haargummis, Verpackungen oder sogar Textilien unzugänglich aufbewahrt werden.

Chirurgische Entfernung von Fremdkörpern

Ist es bereits zu spät und Ihre Katze hat einen Gegenstand verzehrt, muss dieser unter Umständen chirurgisch entfernt werden. Eine operative Entfernung von verschluckten Objekten ist vor allem dann notwendig, wenn es zu einem Darmverschluss kommt oder die Gefahr besteht, dass der Fremdkörper den Verdauungstrakt der Katze beschädigt.

Gesundheitliche Ursachen vom Tierarzt abklären lassen

Verhaltensauffälligkeiten wie Pica sind ein Grund, den Tierarzt aufzusuchen. Stellen Sie Ihre Katze beim Tierarzt vor und berichten Sie, welche ungenießbaren Dinge Ihre Katze typischerweise frisst. Der Tierarzt kann anhand eines Blutbilds und weiterer Untersuchungen überprüfen, ob Krankheiten wie Blutarmut, Leberschäden, Niereninsuffizienz oder Mangelerscheinungen vorliegen, die das krankhafte Essverhalten verursachen.

Verbesserung der Haltungsbedingungen

Wenn ein Verdacht auf psychische Ursachen besteht, müssen die Haltungsbedingungen der Katze dringend verbessert werden. Überlegen Sie, was bei Ihrer Katze zu dem auffälligen Verhalten führen könnte und unternehmen Sie etwas, um Langeweile und Stress zu bekämpfen.

  • Sorgen Sie für ausreichende Kletter-, Kratz- und Spielmöglichkeiten.
  • Bieten Sie Ihrer Katze einen sicheren Rückzugsort zum Schlafen und Entspannen.
  • Routinen wie feste Fütterungszeiten reduzieren Stress.
  • Überprüfen Sie die Ernährung und stellen Sie sicher, dass Futtermenge und Nährstoffzufuhr auf die Bedürfnisse Ihres Stubentigers abgestimmt sind.
  • Geben Sie Ihrem Tier regelmäßig Kausnacks, Katzengras und Kauspielzeuge.
  • Ein gesicherter Balkon oder kontrollierter Freigang sorgt für Abwechslung.
  • Ist Ihre Katze Einzelkatze, ziehen Sie eine Zweitkatze als Spielgefährten in Betracht.
  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Haustier und folgen Sie Einladungen zum Schmusen und Spielen.
  • Klickertraining ist eine optimale Möglichkeit, um intelligente Katzen zu beschäftigen.