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Toxoplasmose bei Katzen: Symptome, Übertragung und Behandlung

Katze mit Toxoplasmose advice © Shutterstock

Von Toxoplasmose haben viele Katzenhalter gehört, ohne sich etwas Konkretes darunter vorstellen zu können. Wir erklären, an welchen Symptomen Sie die Erkrankung erkennen, was sich hinter dem Parasiten Toxoplasma gondii verbirgt und wie Sie eine Ansteckung verhindern können.

von Carina Petermann

Toxoplasma gondii: ein Parasit und sein Hauptwirt

Verursacher von Toxoplasmose ist ein Parasit namens Toxoplasma gondii. Katzen sind für ihn Endwirte. Toxoplasmose ist vor allem unter Freigängern sehr verbreitet – bis zu 75 Prozent davon weisen Antikörper auf, haben also bereits eine Toxoplasmose durchgemacht.

Dennoch stellt der Parasit keine große Gefahr für unsere felinen Gefährten dar.

Toxoplasmose: Symptome und Diagnose bei Katzen

Toxoplasmose kann bei Jungkatzen zu plötzlichen Todesfällen führen. Bei ausgewachsenen Katzen kommt es selten zu Symptomen, wenn sie sich mit dem Parasiten infizieren. Bei einigen Samtpfoten zeigt sich Toxoplasmose via Durchfall, erhöhter Temperatur, Entzündungen der Augen oder leichten Atembeschwerden. Ob Symptome oder nicht: Während einer akuten Infektion scheiden alle Katzen rund drei Wochen über ihren Kot Oozysten – ein frühes Entwicklungsstadium des Parasiten – aus. Katzen, die einmal eine Toxoplasmose durchgemacht haben, sind anschließend immun: Es werden meist keine weiteren Oozysten über den Kot ausgeschieden. Eine chronische Toxoplasmose entwickelt sich ausschließlich bei Katzen mit geschwächtem Immunsystem.

Behandlung von Toxoplasmose

Toxoplasmose-Infektionen von Katzen verlaufen meist unbemerkt, so dass keine Therapie notwendig ist. In Ausnahmefällen kommen bei Jungtieren oder felinen Senioren Antibiotika zum Einsatz. Allerdings erreichen diese nur die Parasiten, die sich im Darm befinden. Ergänzend kann der Tierarzt Sie dazu beraten, wie Sie das Immunsystem Ihrer Katze stärken können. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Infektion vorübergeht, ohne Schäden zu hinterlassen.

Tierische Zwischenwirte: Hunde und Nager

Grundsätzlich kann jedes Säugetier dem Parasiten Toxoplasma gondii als Zwischenwirt dienen. Die Zwischenwirte geben den Parasiten weiter, ohne dass er in ihnen geschlechtsreif wird. Faszinierend ist die geschickte Strategie des Einzellers auf dem Weg zu seinem Lieblingswirt, der Katze: Mäuse und Ratten verlieren durch eine Toxoplasmose-Infektion die angeborene Scheu vor Samtpfoten. So gelangen sie häufiger in den Magen der Katze und die Erreger in ihren Endwirt, der liebend gerne Mäuse verspeist. Ob Toxoplasmose beim Menschen für Verhaltensveränderungen verantwortlich zu machen ist, ist umstritten. Angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Menschen in ihrem Leben eine solche Infektion durchmacht, bleibt viel Raum für Spekulationen.

Bevor wir uns der Toxoplasmose-Gefahr für Menschen widmen, sei ein wichtiges Glied in der Zwischenwirt-Kette erwähnt: Auch Schweine, Kühe oder Pferde können Toxoplasmose-Erreger in sich tragen, nachdem sie verunreinigtes Gras gefressen haben. Die Einzeller können jahrelang in Gewebezysten – unter anderem in Muskeln des Wirts – verbleiben, um in einem neuen Wirt wieder aktiv zu werden.

Toxoplasma
Toxoplasmose kommt auch beim Menschen vor: Ihr Arzt kann sie mit einem Bluttest feststellen© Shutterstock

Wie ansteckend ist Toxoplasmose für Menschen?

Bei Toxoplasmose handelt es sich um eine Zoonose, sprich: Die Erkrankung ist von Tieren auf den Menschen übertragbar. Vorweg:

Die größte Infektionsgefahr für Menschen sind nicht unsere Samtpfoten, sondern der Verzehr von infiziertem Fleisch.

Denn der Erreger lauert in Muskelfleisch befallener Tiere. Viele Menschen haben bereits eine Toxoplasmose-Infektion durchgemacht, ohne es zu bemerken: Schätzungen gehen davon aus, dass jeder zweite Mensch in Deutschland Antikörper gegen den Erreger in sich trägt. Wir können vorläufig festhalten: Ja, Toxoplasmose ist ansteckend. Allerdings sind die eigenen Katzen dabei nicht die größte Gefahr.

Symptome einer Erkrankung

Bei 90 Prozent der Infizierten verläuft Toxoplasmose symptomfrei. Anschließend sind diese Menschen normalerweise lebenslang immun und scheiden keine weiteren Erreger aus. Symptome treten vor allem bei immungeschwächten Personen auf – hier kann es beispielsweise zu einer Hirnhautentzündung kommen.

Darum ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährlich

Kommt es während der Schwangerschaft zu einer Toxoplasma-Infektion, kann diese zu Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen, die in einem Frühabort münden. Auch schwere Behinderungen können in Folge auftreten. Kommt es im späteren Verlauf einer Schwangerschaft zu einer Ansteckung, sind die Symptome oft nicht direkt ersichtlich. Doch kann Toxoplasmose Jahre nach der Geburt zu Erblindung oder Gehirnschäden des Kindes führen.

So schützen Schwangere sich vor Toxoplasmose

Sie haben eine Katze und sind schwanger? Kein Grund zur Sorge! Mit wenigen Vorsichtsmaßnahmen können Sie einer möglichen Toxoplasmose-Gefahr vorbeugen. Zunächst einmal gilt es herauszufinden, ob Ihre Katzen überhaupt Überträger der Toxoplasmose sein können. Haben Sie beispielsweise einen älteren Freigänger, ist dieser vermutlich schon immun. Bei reinen Wohnungskatzen, die Sie nicht mit rohem Fleisch füttern, ist das Risiko einer Infektion praktisch gleich null. Bitten Sie Ihren Gynäkologen darum, Ihr Blut auf Toxoplasmose-Antikörper zu untersuchen.

Befinden sich Antikörper im Blut, können Sie aufatmen: Sie haben bereits eine Infektion durchgemacht und sind immun.

Anhand der Titer kann der Arzt Ihr Risiko bestimmen sowie eine akute Toxoplasmose-Infektion erkennen und umgehend eine Behandlung einleiten.

Haben Sie keine Antikörper, sollten Sie verschiedene Vorsichtsmaßnahmen treffen, wenn Sie Freigänger haben. Wenn Sie Katzenkot selbst entfernen müssen, tragen Sie dabei Handschuhe. Noch besser wäre, wenn ein Familienmitglied diese Aufgabe künftig übernimmt. Schützen Sie sich bei der Gartenarbeit mit Handschuhen, denn in der Erde können die Oozysten ebenfalls auf einen geeigneten Zwischenwirt lauern. Waschen Sie sich nach dem Streicheln der Katze die Hände. Essen Sie kein rohes Fleisch: Damit sind auch Teewurst oder Rohschinken gemeint. Erhitzen Sie Fleisch mehrere Minuten für mindestens 70 Grad. Die Parasiten sterben ab, wenn sie mehrere Tage in der Tiefkühltruhe bei -20 Grad verharren müssen. Waschen Sie Gemüse und Obst vor dem Verzehr gut ab, um eventuelle Erreger aus dem Garten abzuspülen.