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Katzen streicheln: 10 Fragen und Antworten

Hand streichelt Katzenkopf.

Wie streichelt man eine Katze und worauf muss man achten?

© fotoliza / Shutterstock

Das samtweiche Fell einer Katze zu streicheln, gehört für viele Menschen zu den schönsten Momenten überhaupt. Aber wie genau macht man es richtig?

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Gibt es etwas Schöneres als eine Schmuseeinheit mit einer Katze? Für Kinder und auch Erwachsene gehören solche Momente mit zu den wunderbarsten Erlebnissen, wenn da nur nicht diese Unsicherheit wäre. Warum genießen Katzen mal die Streicheleinheiten genauso sehr wie wir – und warum manchmal nicht? Wir lüften das Geheimnis und verraten alles Wissenswerte zum Thema Katzen streicheln.

Die Grundregel beim Katzen streicheln

Wer möchte, dass ein Kätzchen die Zuwendung ebenso genießt wie man selbst, der sollte von Anfang an die Reaktion der Samtpfote genau beobachten. Weicht sie vielleicht der Hand eher aus? Dann ist Kuscheln gerade nicht erwünscht. Das sollte auch respektiert werden, ansonsten wird sich das Kätzchen wahrscheinlich wehren und womöglich kratzen oder sogar beißen. Legt die Katze die Ohren an, faucht oder reagiert unruhig, sollte man lieber erst gar keinen Versuch starten.
Kommt die Katze jedoch auf den Menschen zu, schnuppert an der ausgestreckten Hand und drückt vielleicht das Köpfchen dagegen oder schubbert sich gar am Menschen, dann ist Streicheln ausdrücklich erwünscht.

Wie kann man Katzen richtig streicheln?

Idealerweise streichelst du den Stubentiger mit den Fingerspitzen und den Fingernägeln, aber nur mit leichtem Druck. Tätscheln kommt gar nicht gut an. Am besten beginnst du am Kopf und streichelst mit dem Strich in Richtung Schwanz. Bitte auf keinen Fall zu schnell streicheln! Übrigens haben Forscher herausgefunden, welche Regionen beim Streicheln besonders angesagt sind (die von der neuseeländischen Psychologin Susan Soennichsen ermittelten „katzogenen Zonen“) und welche eher ein No-Go sind.

Katzogene Zonen:

  • Die Region um Kinn und Lippen herum
  • Schläfenregion am Kopf (zwischen Ohr und Auge)

An den katzogenen Zonen befinden sich Duftdrüsen, die ansonsten von den Katzen zum Markieren eingesetzt werden. Darüber hinaus ist auch das Streicheln von Nacken und Hals sehr beliebt, ebenso eine sanfte Ohrenmassage.

Tabuzonen:

  • Beine und Pfoten
  • Bauch

Nicht nur, dass der Bauch eine der verletzlichsten Regionen der Katze ist und sie deshalb dort nur sehr vertrauenswürdige Personen überhaupt berühren dürfen. Außerdem reagieren hier die Haarfollikel besonders empfindlich auf Berührungen.

Ein zärtlicher Moment © LL_studio / Shutterstock

Warum beißen Katzen beim Streicheln? 

Falls deine Katze dazu neigt, dich beim Streicheln manchmal zu beißen, ist wieder genaues Beobachten angesagt. Denn das kann durchaus sogar ein Zeichen von Zuneigung sein. Hier muss man unterscheiden.

  • Hast du vielleicht gerade eine empfindliche Stelle berührt oder reagiert deine Katze an dieser Stelle schlicht und ergreifend kitzelig? Dann will dir dein Stubentiger vermutlich wirklich sagen, dass sich das gerade nicht gut angefühlt hat.
  • Oder ist deiner Katze vielleicht gerade etwas langweilig? Dann könnten ein Biss eine Spielaufforderung sein.
  • Allerdings haben Katzen auch eine ganz spezielle Art, ihre Zuneigung zu einem anderen Wesen auszudrücken – den Liebesbiss. Knabbert sie zärtlich an deinem Finger, handelt es sich sogar um ein Zeichen von großer Liebe.

Beisst dich eine Samtpfote wirklich kräftig beim Streicheln, solltest du direkt damit aufhören. Signalisiere ihr so, dass das für dich nicht ok ist.

Warum schnurren Katzen beim Streicheln? 

Wenn die Katze beim Streicheln schnurrt, ist das im Normalfall ein gutes Zeichen. Besonders wenn sie dabei die Augen geschlossen hat. Das zeigt dir, dass sie das Streicheln gerade sehr genießt und entspannt ist.
Allerdings ist Schnurren allein nicht immer ein Zeichen von Wohlgefühl. Auch bei Schmerzen schnurren Katzen manchmal oder wenn sie Schmerzen empfinden. Forscher vermuten, dass sich unsere schlauen Samtpfoten in solchen Situationen durch ihr eigenes Schnurren möglicherweise selbst beruhigen wollen.

Katze sabbert beim Streicheln, warum? 

Falls du feststellst, dass deine Katze bei euren Schmusestunden sabbert, musst du dir nicht unbedingt Sorgen machen. Auch wenn der vermehrte Speichelfluss („Hypersalivation“) ebenfalls im Zusammenhang mit manchen gesundheitlichen Beschwerden stehen kann, etwa Zahnfleischentzündungen, so kann er beim Streicheln wirklich völlig harmlos sein. Schnurrt das Kätzchen dabei zufrieden, so ist das Sabbeln ein Zeichen von größtem Wohlbehagen. Der Katze läuft also vor lauter Zufriedenheit und Entspannung der Speichel aus dem Mund.

Warum putzen sich Katzen nach dem Streicheln? 

Putzt sich deine Katze nach dem Streicheln und machst du dir deshalb womöglich Sorgen, dass sie das Streicheln unangenehm fand? Keine Sorge! Das muss nicht so sein. Zwar weiß man heutzutage, dass Katzen sich „waschen“, wenn sie Gerüche entfernen wollen – aber interessanterweise trifft auch das Gegenteil zu. Katzen prägen sich durch das Putzen ebenfalls Gerüche von Menschen ein, die sie gerne mögen und zu denen sie eine Beziehung haben.
Möglicherweise zeigen unsere Samtpfoten dieses Verhalten aber auch, weil die streichelnde Person hierüber den Geruch der Katze angenommen hat und sie ihren Eigengeruch so wieder intensivieren möchte. Ein anderer Erklärungsversuch besagt, dass nach dem Streicheln das Fell kribbelt und die Vierbeiner diese Empfindung lindern wollen. Bislang gibt es noch keine abschließende Erklärung für das Phänomen des Putzens nach dem Streicheln.

Vorsicht bei rolligen Katzen! © Zhuravlev Andrey/Shutterstock

Wie kann man eine rollige Katze während der Schwangerschaft streicheln? 

Ein verbreitetes Gerücht besagte, dass es eine Fehlgeburt zur Folge haben könnte, wenn eine Schwangere eine Katze streichelt. Hierbei handelt es sich aber um eine reine Fantasiegeschichte. Das Streicheln von Katzen ist kein Problem, selbst wenn eine Frau ein Kind erwartet. Hierüber werden auch normalerweise keine Erreger übertragen. Lediglich wenn sich die Katze zuvor in der Analregion geleckt hat, besteht theoretisch eine Ansteckungsgefahr. Aus genau diesem Grund sollte man sich als Schwangere auch überlegen, ob es eine gute Idee ist, mit einer rolligen Katze zu kuscheln. Die „Damen“ recken einem dann häufig schon bei der kleinsten Berührung den Po entgegen. Zudem ist diese Region während der Rolligkeit auch besonders gut durchblutet, weshalb es leicht mal zu Blutungen kommen kann. Aber zum Glück ist nach etwa 14 Tagen ja wieder alles normal.
Allerdings sollte es ja sowieso selbstverständlich sein, dass man sich nach dem Anfassen und dem Streicheln einer Katze die Hände gründlich wäscht.

Katze wedelt mit der Schwanzspitze: Was bedeutet das? 

Bei Hunden freuen sich alle immer über ein Schwanzwedeln, weil es angeblich Freude signalisiert. Dagegen ist bei Katzen dann eher Vorsicht geboten, denn sie ist extrem erregt. Je schneller der Schwanz wedelt, desto stärker – und desto wahrscheinlicher wird sie in Kürze zum Angriff übergehen. Wer bemerkt, dass sich der Schwanz der Katze bewegt, sollte also lieber das Streicheln einstellen.
Dies gilt übrigens auch, wenn die Katze nur mit der Schwanzspitze wedelt. In diesem Fall hat sich der Jagdinstinkt bei deiner Samtpfote gerade eingeschaltet und dann ist Kuscheln keine Option mehr für die Mieze.

Alles zum Thema Katzenschwanz

Katze miaut beim Streicheln, warum?

In der Regel miauen Katzen, wenn sie etwas haben möchten – Aufmerksamkeit, etwas zu fressen oder auch eine Streicheleinheit. Aber was, wenn die Katze schon gestreichelt wird und sie trotzdem plötzlich anfängt, zu miauen? Auch hier weiß man noch nicht ganz genau, was der eigentliche Grund für das Verhalten ist. Eine mögliche Erklärung ist, dass das Kätzchen darum bettelt, dass du nicht aufhörst mit dem Streicheln. Vielleicht tut sie es aber auch, weil sie die Massage so sehr genießt. Manche Forscher vermuten dagegen, dass es sich um ein Zeichen des Vertrauens handelt. Schließlich sind Katzen in so einer Streichel-Situation grundsätzlich höchst angreifbar und müssen sich auf ihren Menschen dann verlassen können.

Kann man Toxoplasmose bekommen beim Streicheln?

Auch wenn Katzen grundsätzlich Überträger von Toxoplasmen sein können, so ist die Gefahr eine Ansteckung über unsere Stubentiger doch höchst gering. Die Eier des Toxoplasmose-Erregers reifen im Darm heran, insofern ist eine Übertragung über das Streicheln des Fells ausgeschlossen. Sogar wenn Harn und Erbrochenes versehentlich berührt wird oder die Katze einen beisst, muss man keine Übertragung fürchten. 
Dennoch sollte man Körperflüssigkeiten der Katze nur mit Handschuhen aufwischen und sich stets gründlich nach dem Kontakt mit dem Tier die Hände waschen.
 

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