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Tierische Zuneigung: Was bedeuten Liebesbisse von Katzen?

Tierische Zuneigung: Was bedeuten Liebesbisse von Katzen? advice
© Symbolbild

Sie sitzen gemütlich auf dem Sofa, auf Ihrem Schoß eine schnurrende Samtpfote. Langsam streicheln Sie über ihr weiches Fell und entspannen sich mehr und mehr. Bis die Katze Ihnen plötzlich ihre scharfen Zähne in die Haut gräbt! Erschrocken ziehen Sie die Hand zurück und fragen sich: Warum ist meine Schnurrkugel zur Kratzbürste mutiert? Was will die Katze zeigen? Der erste Eindruck täuscht häufig, denn: Es könnte sich um sogenannte Liebesbisse handeln! Wir verraten ihre wichtige Rolle.

 

von Philipp Hornung

So unterscheiden Sie: Liebesbiss oder „normaler“ Biss?

Wer seine Samtpfote gut kennt, wird schnell merken, ob es sich bei einem Biss um einen „Liebesbiss“ handelt. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass die Katze sich rundherum wohlfühlt – und das sieht man ihr an. Einen Liebesbiss können Sie also in für die Katze stressigen oder bedrohlichen Situationen ausschließen. Doch auch wenn Ihre Fellnase gemeinsam mit Ihnen kuschelt und wie aus dem Nichts heraus zubeißt, handelt es sich dabei nicht immer um einen Liebesbiss. „Echte Katzenbisse“ kündigen sich an, wenn Sie die Katze beobachten: Sie bewegt den Schwanz vorher unruhig hin und her, legt die Ohren an oder wirkt angespannter. Liebesbisse sind meist sanft und neckisch, mehr Knabbern statt Beißen. Zumindest meistens. Eine Ausnahme wiederum bilden die speziellen Liebesbisse von erregten Katern – dazu mehr im nächsten Abschnitt.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Darum beißen Katzen beim Streicheln

Wenn Katzen während des Kuschelns liebevoll zubeißen, ist dies ein altes Relikt im kätzischen Verhaltensrepertoire. Um die Bisse zu interpretieren, kommt es auf die Intensität an: Unkastrierte Kater können durch Kraulen am Bauch sexuell erregt werden und dann kräftig zubeißen. Solche stärkeren Liebesbisse zeigen Kater beispielsweise während der Paarung. Ein sanftes Knabbern hingegen gehört zur sozialen Interaktion, mit der die Katze schlicht ihre Zuneigung zeigt. Andere Ursachen für Bisse während des Streichelns können sein: Sie haben eine empfindliche Stelle oder eine Wunde berührt, die Katze hat sich erschreckt oder sie fühlt sich durch ein Zuviel an Nähe gestresst. (Wie Sie eine gestresste Katze beruhigen, erfahren Sie hier.) Auch Langweile oder Schmerzen – beispielsweise Zahnschmerzen – können Grund für einen Katzenbiss wie aus dem Nichts sein. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze gestresst ist oder Schmerzen hat, konsultieren Sie den Tierarzt.

Richtig reagieren bei Liebesbissen

Wenn Ihre Katze sanft und vorsichtig an Ihrer Hand knabbert, während Sie sie streicheln, brauchen Sie nichts dagegen zu unternehmen, sofern Sie dies nicht stört.

Gerät sie jedoch zu sehr in Rage, sollten Sie die Schmuserunde unterbrechen. Setzen Sie die Katze sanft auf den Boden oder neben sich, damit Sie wieder zur Ruhe kommen kann. Dies gilt ebenso für liebeskranke Kater.

Auch wenn die Katze aus Angst beißt, wäre eine Strafe unangemessen. Denken Sie bei einem tiefen Biss an Ihre Gesundheit: Beobachten Sie Katzenbisse gut und gehen Sie bei Anzeichen für eine Entzündung zu Ihrem Arzt. Eine Tetanus-Impfung sollte für Katzenbesitzer selbstverständlich sein.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Sonderfall: Kätzchen beißen beim Streicheln

Wenn eine junge Katze beim Streicheln beißt, weiß sie es einfach nicht besser. Die Bisse sind darum keine Liebesbisse, sondern vielmehr eine Aufforderung zum Spielen. Hier sollten Sie reagieren, indem Sie laut und deutlich „Aua“ sagen und das Kuscheln unterbrechen. Ignorieren Sie die kleine Mini-Kratzbürste für 30 Sekunden, dann kann die Spiel- oder Schmuserunde weitergehen. Nach einigen Wiederholungen lernt die kleine Mieze, dass Bisse während des Streichelns nicht erwünscht sind.