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Wichtige Informationen, wenn die Bauchspeicheldrüse beim Hund entzündet ist

Hund wird beim Tierarzt untersucht advice © Shutterstock

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund kann viele Ursachen haben. Das Tückische an dem Leiden ist, dass die Symptome deren anderer Erkrankungen ähneln. Dieser Artikel erklärt, was eine Bauchspeicheldrüsenentzündung für einen Vierbeiner bedeutet.

von Tim Brinkhaus

Wozu dient die Bauchspeicheldrüse?

Die Bauchspeicheldrüse – in der Fachsprache: Pankreas – ist ein wichtiges Drüsenorgan. Es befindet sich zwischen dem Magen und dem Dünndarm. Das Pankreas hat zwei Aufgaben: Zum einen bildet die Bauchspeicheldrüse den Pankreas-Saft. Die Flüssigkeit neutralisiert den Magensaft und gibt ihn weiter in den Dünndarm. So ist die Drüse für die Produktion von Verdauungs-Enzymen zuständig und spaltet die Nährstoffe von der Mahlzeit auf. Bei diesem Drüsenteil handelt es sich um das exokrine Element, was „nach außen abgebend“ bedeutet.

Dann gibt es noch einen endokrinen (nach innen abgebenden) Teil der Bauchspeicheldrüse, welcher für die Regulation des Blutzuckerspiegels zuständig ist. Hormone – wie zum Beispiel Insulin – werden dank des Organs in die Blutbahn ausgeschüttet.

Bauchspeichelentzündung – akut oder chronisch?

Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) ist eine ernstzunehmende Erkrankung: Liegt eine Entzündung vor, wird das lebenswichtige Organ dazu angeregt, sich selbst zu verdauen.

Akute Pankreatitis

Bei einer akuten Bauchspeichelentzündung sind die Schäden reversibel. Demzufolge kann sich das Organ nach der Behandlung vollständig erholen.

Chronische Pankreatitis

Bei der chronischen Pankreatitis werden die Zellen der Bauchspeicheldrüse durch Bindegewebe ersetzt. In den meisten Fällen kann das Drüsenorgan nicht mehr seine ursprüngliche Form annehmen und Folge-Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetis mellitus können auftreten.

Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund – Symptome

Die Symptome bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund sind unspezifisch. Das bedeutet, dass die Symptome auch bei einer Reihe anderer Krankheiten vorkommen. Je nach Fortschritt der Erkrankung sind folgende Symptome charakteristisch:

Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund – Ursachen

Die Ursache im Nachhinein herauszufinden, gestaltet sich als keine leichte Aufgabe. Es gibt aber einige Faktoren, die eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse begünstigen:

  • fettreiche Nahrung
  • Diabetis mellitus
  • Übergewicht
  • hohes Alter
  • Medikamente, zum Beispiel Azathioprin, Asparaginase oder Kaliumbromid
  • Unfälle, die Verletzungen in der Bauchregion hervorrufen
  • Durchblutungsstörungen (ausgelöst bei einer Narkose)

Die Erkrankung kann im Grunde jeden Hund treffen. Vor Eintritt des fünften Lebensjahres ist es jedoch unwahrscheinlich, dass bei einer Fellnase Pankreatitis vorkommt. Zudem tritt es bei kastrierten Rüden häufiger auf als bei unkastrierten.

Was können Hundehalter tun?

Hundehalter können dafür Sorge tragen, dass der Hund nicht aufgrund falscher Ernährung oder zu vielen Pfunden an der Bauchspeicheldrüsenentzündung erkrankt. Essentiell für die Gesundheit des Vierbeiners ist eine ausgewogene, hochwertige und fettarme Ernährung. Regelmäßiges Füttern von Frauchens oder Herrchens Teller sollte – wenn es sich um schweres Essen handelt – unbedingt vermieden werden. Bei den Leckerlis empfiehlt es sich, zu den fettarmen Alternativen zu greifen. Letztendlich stellt auch ausreichend Bewegung sicher, dass die Fellnase nicht an Übergewicht leidet.

Die Diagnose – wie wird Pankreatitis festgestellt?

Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund zu diagnostizieren. Oft reicht eine Untersuchung nicht aus: Um andere Erkrankungen auszuschließen, sind häufig mehrere Tests erforderlich:

  • Blut-Test
  • Röntgen-Bild
  • Ultraschall-Untersuchung

Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund – Behandlung

Die Behandlung einer akuten Pankreatitis erfolgt in vielen Fällen stationär. Eine ständige Beobachtung ist notwendig, da sich der Zustand jederzeit verschlechtern kann. Mittels einer Infusions-Therapie kann der dehydrierte Hund erst mal wieder zu Kräften kommen. Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung ist oft mit extremen Leid verbunden. Daher verabreicht der Tierarzt dem kranken Hund Schmerzmittel.

Außerdem ist es wichtig, dass die Bauchspeicheldrüse zur Ruhe kommt. In vielen anderen Fällen werden die Hunde bei Erbrechen und Durchfall zu viel Wasser trinken animiert – bei einer akuten Pankreatitis wird für eine kurze Zeit Wasser und Futter komplett gestrichen. Auf diese Weise kann sich die Entzündung etwas erholen und die Selbstverdauung wird nicht zusätzlich angeregt.

Im späteren Verlauf

Sobald die Beschwerden zurückgehen, landet von nun an ein spezielles fettarmes Futter in dem Napf. Auf diese Art der Ernährung ist konsequent zu achten, da eine Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund immer wieder kommen kann. Spezielle Medikamente, die im Verdacht stehen eine Pankreatitis beim Hund zu fördern, sollten ab sofort nicht mehr verabreicht werden.

Heilungs-Chancen

Wie so oft in der Medizin, ist der Fortschritt der Krankheit ausschlaggebend. Je früher eine Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund festgestellt wird, desto höher stehen die Heilungs-Chancen. Zeigt der Hund also noch milde Symptome, kann mit einer guten Prognose gerechnet werden. In einem fortgeschrittenen Zustand nimmt die Pankreatitis einen lebensbedrohlichen Zustand an.