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Bandscheibenvorfall beim Hund: Symptome und Behandlung

Dackel mit langem Rücken advice
© Shutterstock

Weil Hunde auf vier Beinen durchs Leben gehen, sind sie für Bandscheibenvorfälle weniger anfällig. Dennoch können unsere tierischen Gefährten Rückenprobleme bekommen, die sehr schmerzhaft sind. Wir geben Tipps rund um das Erkennen und Behandeln von Bandscheibenproblemen beim Hund.

von Nina Brandtner

am 16.04.20, 15:09 aktualisiert

Was ist ein Bandscheibenvorfall beim Hund?

Die Wirbelsäule verbindet alle Teile des Skeletts miteinander. Beim Hund besteht sie aus:

  • 7 Halswirbeln
  • 13 Brustwirbeln
  • 7 Lendenwirbeln
  • 3 Kreuzbeinwirbeln
  • je nach Rasse 20 bis 23 Schwanzwirbeln

Zwischen den einzelnen Wirbeln befinden sich die flexiblen Bandscheiben. Sie ermöglichen die Beweglichkeit der knöchernen Körpermitte und dienen gleichzeitig als Stoßdämpfer und Puffer. So schützen sie die Wirbelsäule vor Verletzungen bei Sprüngen oder anderen Erschütterungen.

Die Bandscheiben bestehen aus einem weichen Gallertkern und einem um diesen liegenden Faserring. Bei einem Bandscheibenvorfall – Experten bezeichnen ihn als Diskopathie – reißt der Faserring. Teile des Gallertkerns wölben sich in den Wirbelkanal und drücken auf das Rückenmark. Bei einem vollständigen Riss des Faserrings kann sich der Gallertkern komplett in den Wirbelkanal schieben.

Bandscheiben beim Hund
So sehen die Bandscheiben beim Hund aus
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Ursachen für den Bandscheibenvorfall beim Hund

Alle Hunde können unter einem Bandscheibenvorfall leiden. Die Erkrankung betrifft vor allem Hunde mit kurzen Beinen und einem langen Rücken wie Dackel oder Bassets. Eine weitere Ursache für einen Bandscheibenvorfall beim Hund sind Wachstumsstörungen der Knorpel wie die erblich bedingte Chondrodystrophie.

Neben Pekingesen und Spaniels gehören auch Dackel zu den häufiger betroffenen Rassen. Wie manche Schäferhunde leiden Dackel vor allem an Vorfällen der Lendenwirbel. Halswirbel sind bei Französischen Bulldoggen oder Dobermännern stärker betroffen. Auch einige Zwergrassen neigen zu Bandscheibenvorfällen.

Dackel
Mit ihren kurzen Beinen und langen Rücken haben Dackel ein erhöhtes Risiko
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Bandscheibenvorfall beim Hund: Symptome

Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls beim Hund richten sich nach den betroffenen Bandscheiben. Zu ihnen gehören vor allem (starke) Schmerzen und darum hierauf beruhende weitere Symptome:

  • Vermeiden von Sprüngen und Treppen
  • Schmerzlaute beim Berühren oder Bewegen
  • langsame, vorsichtige Bewegungen
  • Schnappen beim Hochheben
  • gekrümmter Rücken, gesenkter Kopf
  • verändertes Gangbild bis zur kompletten Lähmung
  • bei Lähmungen: Störungen von Kot- und Harnabsatz möglich

Die Symptome können plötzlich – zum Beispiel nach einem Sprung auf das Sofa – oder schleichend auftreten. Hunde erkranken meist in mittlerem Alter von drei bis vier Jahren.

Bei älteren Hunden gilt es, genau hinzusehen. Denn viele Hundehalter verwechseln einen schleichenden Bandscheibenvorfall mit vermeintlich altersbedingten Wehwehchen.

Alter Hund breit
Alte Hunde sind ohnehin schwächer auf den Beinen - es muss kein Bandscheibenvorfall sein
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Bandscheibenprobleme sind mit dem Wobbler-Syndrom beim Hund verwandt. Ein Cauda-equina-Syndrom kann zu ähnlichen Symptomen führen und zusammen mit einem Bandscheibenvorfall auftreten.

Gleich weiterlesen: Cauda equina beim Hund

Bandscheibenvorfall: Diagnose beim Tierarzt

Meist reicht es, den Hund gründlich zu untersuchen: Der Tierarzt schaut sich das Gangbild, die Reflexe und die Reaktion des betroffenen Hundes auf die Untersuchung an. So kann er den Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall stellen und dessen Lage bestimmen.

Vor allem bei Rassen mit Disposition für die Erkrankung und übergewichtigen Hunden ist der Bandscheibenvorfall eine naheliegende Diagnose. Im Zweifel sind bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT- oder MRT-Untersuchungen in Narkose erforderlich. Dies ist in manchen Fällen sinnvoll, um andere Ursachen für die Symptome wie Tumore oder Ödeme auszuschließen.

Röntgen beim Tierarzt
Der Tierarzt kann beispielsweise durch ein Röntgenbild eine Diagnose stellen
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Bandscheibenvorfalls beim Hund: Therapie und Physiotherapie

Wer die beschriebenen Symptome bei seinem Vierbeiner beobachtet, sollte sofort bei einem Tierarzt vorstellig werden. Der Hund leidet große Schmerzen.

Leichte Fälle können mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten therapiert werden.

Hat der Vierbeiner zu viele Pfunde auf den Rippen, sollte er abspecken. Treppen, Sprünge oder Ballspiele mit schnellen Stopps sind künftig zu vermeiden. Leidet der Hund bereits unter Lähmungen, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein. Hier gilt: Je schneller operiert wird, desto besser. Denn so steigt die Chance, dass die betroffenen Nerven sich vollständig erholen.

Physiotherapie für Hunde kann die Heilung unterstützen. Besonders geeignet ist eine Unterwassertherapie. Grundsätzlich hilft Bewegung in Form von Spaziergängen auf flachem Grund bei der Heilung. Denn so werden die Bandscheiben besser durchblutet. Halten Sie sich dabei an die Anweisungen des Tierarztes.

Hund bei der Physiotherapie
Eine Physiotherapie kann Hunde nach einem Bandscheibenvorfall unterstützen
© Shutterstock

Ein orthopädisches Hundebett sowie ein Geschirr, das den Hund bei nicht zu vermeidendem Treppensteigen unterstützt, sind zusätzlich zu empfehlen.

9 Tipps – einem Bandscheibenvorfall vorbeugen

Idealgewicht und angemessene Bewegung bilden die beste Prophylaxe gegen Bandscheibenvorfälle beim Hund. „Angemessene Bewegung“ bedeutet, dass vor allem bei gefährdeten Hunden keine täglichen Treppengänge anstehen.

Wer sich für Dackel oder Bassets interessiert, sollte extreme Zuchten mit überlangem Rücken vermeiden. Dies gilt ebenso für Schäferhunde mit steil abfallender Kruppe. Hier unsere zusammengefassten Tipps für gesunde Bandscheiben beim Hund:

  • Normalgewicht halten oder erreichen
  • regelmäßige Bewegung
  • orthopädisches Hundebett
  • Vermeiden von Zugluft
  • Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren
  • Brustgeschirre statt Halsband entlasten die Halswirbelsäule
  • Sprünge und Treppensteigen bei Risikorassen vermeiden
  • Tricks wie „Männchen machen“ nicht einüben
  • vorab: Extremzuchten nicht unterstützen
Hund macht Männchen
Hunde mit Risiko sollten den Trick "Männchen-Machen" nicht einüben
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Was ist eine Dackellähme?

Bei der Dackellähme handelt es sich um eine Beschreibung für bestimmte Folgen des Bandscheibenvorfalls. Wie der Name andeutet, umschreibt die Dackellähme – auch Teckellähme – Lähmungen, die der Bandscheibenvorfall verursacht. Sie sind schmerzhaft und gehen meist mit Inkontinenz von Harn und Stuhl einher.

Wamiz-Ratgeber: Inkontinenz beim Hund

Teils wird der Begriff synonym für den Bandscheibenvorfall verwendet. Zwar leiden Dackel aufgrund ihrer körperlichen und erblichen Merkmale besonders oft unter einem Bandscheibenvorfall.

Doch viele andere Hunde können eine diesen begünstigenden Knorpelwachstumsstörung, eine Chondrodystrophie, entwickeln. Forscher arbeiten an einem DNA-Test für einige Rassen, um besser vorbeugen zu können.