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lupo Italiano italienischer wolfshund

Wolf oder Hund? Der Lupo Italiano hat ein ursprüngliches Aussehen.

© Von Talenti A, Dreger DL, Frattini S, et al. - [1], CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=127674622

Lupo Italiano: Spannende Fakten über den Italienischen Wolfshund

von Stephanie Klein

Am veröffentlicht

Alle Hunde stammen vom Wolf ab. Beim Lupo Italiano ist die genetische Verwandtschaft jedoch besonders eng, sodass er viele wolfsähnliche Merkmale besitzt.

Der Lupo Italiano ist eine nicht vom FCI anerkannte Hunderasse aus Italien, die sich durch ihren hohen Arbeitswillen und ihr wolfsähnliches Aussehen auszeichnet.

Wolfshunde wie der Lupo Italiano faszinieren. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass ihre Haltung höchst anspruchsvoll ist und ihre Schönheit nicht das alleinige Kriterium für den Kauf darstellen sollte.

Lupo Italiano: Geschichte

Vor rund 60 Jahren verfolgte der Italiener Mario Messi das Ziel, einen fleißigen und gelehrigen Wolfshybriden zu züchten. Dieser sollte in der Lage sein, Streitkräfte bei der Rettung von Menschenleben zuverlässig zu unterstützen. 1966 kreuzte er dafür eine wilde Wölfin mit einem Deutschen Schäferhund-Rüden. Der aus diesem Wurf entstandene Welpe Zorro gilt heute als Stammvater des Lupo Italianos. Zorro vereinte die beiden positiven Eigenschaften von Wolf und Hund. So war er mutig, robust, scharfsinnig wie der Wolf und besaß ein herausragendes Seh- und Hörvermögen. Vom Deutschen Schäferhund erbte er Gelehrigkeit, Charakterstabilität und Zuverlässigkeit. Später wurde Zorro unter anderem mit Deutschen Schäferhund-Hündinnen verpaart. 

Schau dir das an:

Anders als bei anderen Wolf-Hund-Zuchtexperimenten gelang es laut den Züchtern beim Lupo Italiano, in den Nachfolgegenerationen eine gewisse Balance herzustellen. Die Nachkommen waren weder zu scheu noch arbeitsuntauglich wie der Wolf, sondern zeichneten sich durch eine gute Gehorsamkeit aus. Der Erfolg sprach sich herum, sodass die Lupo Italiano Zucht bis heute fortgeführt wird. 1988 wurde der Hund vom italienischen Ministerium für Land- und Forstwirtschaft als eigenständige Rasse anerkannt. Seine Population bleibt aber auf einem niedrigen Niveau: Aktuell gibt es etwa 500 Lupo Italianos.

Italienischer Wolfshund: Verwendung und Einsatzgebiete

Heute wird der Lupo dank seines arbeitswilligen Wesens und seines herausragenden Geruchsinns vielseitig eingesetzt. Er beteiligt sich an der Suche nach Lawinen- und Erdbebenopfern und ist ein geschätzter Partner für Jäger, die mit ihm in Wäldern und im Gebirge auf Patrouille gehen. Mit seinem exzellenten Spürsinn lokalisiert er zuverlässig verletzte Wildtiere. Auch die italienische Polizei erkennt seine Fähigkeiten und setzt ihn als Schutzhund ein. Was angesichts seiner nahen Verwandtschaft zum Wolf etwas überrascht: Einige Lupo Italianos absolvieren sogar eine Ausbildung zum Therapiehund!  

Lupo Italiano: Wesen und Temperament

  • gelehrig
  • aktiv
  • loyal
  • intelligent
  • beschützend
  • furchtlos
  • eigenständig
  • wachsam
  • arbeitswillig

Der Lupo Italiano baut eine enge Bindung zu seinem Menschen auf, während er sich gegenüber Fremden zunächst distanziert oder sogar misstrauisch zeigt.

Lupo Italiano: Aussehen

Anmutiges Erscheinungsbild: Der Lupo Italiano zeichnet sich durch einen athletischen Körper aus, der Stärke und Erhabenheit ausstrahlt. Der Wolfshund aus Italien hat mandelförmige, braune Augen, die leicht schräg angesetzt sind. Seine beweglichen Ohren sind aufrechtstehend und verleihen ihm einen aufmerksamen Ausdruck. Die Schnauze, charakteristisch für einen ursprünglichen Hund, ist lang und die Nase ist schwarz. Rüden sind durch ihren deutlich breiteren Kopf im Vergleich zu den Hündinnen erkennbar. Die Kruppe ist im Gegensatz zu einigen Schäferhunden nicht tief angesetzt, sodass er einen geraden Rücken und ein harmonisches Erscheinungsbild aufweist. Seine Gliedmaßen sind kräftig und lang. Die lange Rute ist mit ausreichend Fell versehen und wird bei Aktivität aufrecht getragen. 

Eine besondere Eigenschaft ist der Gang dieses Vierbeiners, der stark an den eines Wolfs erinnert und somit eine leichte Eleganz zeigt.  

Italienischer Wolfshund: Größe und Gewicht

Der „italienische Wolf“ – so die Übersetzung von Lupo Italiano – zählt zu den großen Hunderassen. Seine Widerristhöhe liegt zwischen 60 und 75 Zentimetern. Sein Gewicht variiert zwischen 25 und 35 Kilogramm. Rüden sind in der Regel größer und stämmiger als Hündinnen. Somit ist der Wolfshund groß, aber schlank. Ein übermäßig breiter Körperbau ist bei dieser Rasse nicht erwünscht.

Lupo Italiano: Fell und Farben

Die italienische Hunderasse zeichnet sich durch ein dichtes, mittellanges Fell mit Unterwolle aus, das entweder glatt oder leicht gewellt ist. Die Farbpalette umfasst verschiedene Nuancen von Braun, Grau und Schwarz. Viele Lupo Italianos weisen einen dunklen Sattel und einen hellen Bauch und ebenso helle Gliedmaßen auf.

Lupo Italiano: Gesundheit und Lebenserwartung

Fragwürdige Standards wie das Kindchenschema oder die Kurzbeinigkeit sind beim Lupo Italiano glücklicherweise nicht zu finden. Seine Gesundheit profitiert von dieser Ursprünglichkeit. Dennoch ist es nicht auszuschließen, dass er von Erkrankungen wie der für große Hunde typischen Hüftdysplasie betroffen sein kann. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 12 Jahre.

Italienischer Wolfshund: Pflege

Der Lupo Italiano hat typisch für einen Wolfshund dichtes Fell mit Unterwolle. Während des saisonalen Fellwechsels stehen seinen Besitzer demnach haarige Zeiten bevor. Um ihn bei der Umstellung auf Sommer- bzw. Winterfell zu unterstützen, ist es ratsam, das Fell täglich mindestens einmal gründlich auszubürsten. 

Außerhalb des Fellwechsels ist die italienische Hunderasse recht pflegeleicht. Um Zahnstein zu vermeiden, ist es hilfreich, das Zähneputzen von Anfang an in den Alltag zu integrieren. Zudem sollten regelmäßig Ohren, Krallen und Pfotenballen kontrolliert und bei Bedarf gepflegt werden. 

Den Lupo Italiano kann man nicht privat kaufen (Marco Lerda, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons)

Lupo Italiano kaufen – passt dieser Hund zu mir?

Dieser besondere Vierbeiner wird nicht wie andere Hunderassen Privatpersonen zum Kauf angeboten. Lupo Italiano Welpen werden stattdessen kostenlos Organisationen, Verbänden und geeigneten Personen anvertraut, die strenge Haltungskriterien erfüllen müssen. Typischerweise sind Lupo Italiano-Halter Förster, die mit dem Wolfshund auf Patrouille gehen. Darüber hinaus ist der arbeitswillige Lupo Italiano als Lawinenhund, Rettungshund (insbesondere nach Erdbeben) und als Polizeihund im Einsatz. 

Durch diese spezielle Vergabepraxis bleibt der Lupo Italiano einer kleinen, sorgfältig ausgewählten Gruppe von Menschen vorbehalten – was angesichts seiner Wolfs-DNA ein verantwortungsvoller Ansatz ist. Auf diese Weise möchten die Züchter vermeiden, dass der Hund an Privatpersonen vermittelt wird, die mit seiner Arbeitsfreude und seinem Temperament überfordert sind. Seit 2012 liegt die Zucht des Wolfshundes in den Händen der „Associazione degli Affidatari del Lupo Italiano“ (AAALI).

Alternativen zum Lupo Italiano:

Wer sich der Verantwortung gewachsen fühlt, einen Wolfshund zu halten und ihm bedürfnisgerechte Auslastung bieten kann, für den kommen beispielsweise der Saarlooswolfshund oder der Tschechoslowakische Wolfshund infrage. Beide Hunderassen sind von der FCI anerkannt und hierzulande gibt es gleich mehrere Züchter, die ihre Welpen an fachkundige Menschen abgeben. Der Tamaskan aus Finnland könnte ebenfalls eine passende Alternative zum Lupo Italiano darstellen. 

Zu beachten ist jedoch, dass sich Hunderassen der Kategorie „Wolfshunde“ nicht nur äußerlich, sondern vor allem auch in ihrem Charakter deutlich voneinander unterscheiden können. Während einige eine gute Gehorsamkeit aufweisen, sind andere wiederum stur und eigensinnig. Vor der Anschaffung ist es daher entscheidend, sich intensiv mit den jeweiligen Eigenschaften und Haltungsanforderungen auseinanderzusetzen. Ein unüberlegter Kauf kann schnell dazu führen, dass Wolfshunde problematisches Verhalten zeigen und infolgedessen in ein Tierheim abgegeben werden. Seriöse Züchter legen jedoch großen Wert darauf, dass ihre Schützlinge nur bei kompetenten Hundehaltern ein Zuhause finden. 

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