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„Gelber Hund“: Wenn Vierbeiner mehr Freiraum brauchen

Gelber Hund mit gelbem Halsband advice
© Facebook / Gelber Hund braucht Freiraum

Vielleicht haben auch Sie bereits Vierbeiner entdeckt, die eine gelbe Schleife an der Leine oder am Halsband tragen und dieses hübsche Accessoire bewundert? Ein gelbes Band ist allerdings mehr als ein Modestatement: Es ist das Zeichen der Kampagne „Gelber Hund“. Mit der besonderen Schleife werden Hunde gekennzeichnet, die aus unterschiedlichen Gründen mehr Freiraum für sich benötigen.

von Nina Brandtner

Die Idee hinter dem „Gelber Hund“-Programm

Am 27. Juni 2012 startete die Kampagne „Gelber Hund“ im Hunde-Land Schweden. Der ursprüngliche schwedische Name der Kampagne lautete „Gulahund“ und heißt nichts anderes als „Gelber Hund“. Initiiert wurde sie dort von Eva Oliversson und anderen Hundefreunden der REKO-Gruppe, die wiederum von einer Hundeschule in Australien gehört hatten, wo Hunde mit bestimmten Bedürfnissen mit einer gelben Schleife gekennzeichnet wurden.

Im August 2012 erfuhr Ramona Noack vom Tierzentrum Leuthen über Facebook von dieser Initiative. Als Hunde-Trainerin fand sie diese Idee nicht nur grandios, sondern auch sehr hilfreich. Sie beschloss, die Kampagne zu unterstützen und auch in Deutschland bekannter zu machen. Das Ziel der Kampagne „Gelber Hund“ ist, im Umgang mit anderen Hunden und ihren Haltern ein deutliches und von Weitem sichtbares Signal für ein besonders achtsames Verhalten untereinander zu geben. Der gelbe Hund ist bereits in zehn Nationen bekannt und zu einer Trademark geworden.

Welche Hunde brauchen mehr Freiraum?

Die Kampagne „Gelber Hund“ wurde für sensible Hunde entwickelt, die mehr Freiraum und Abstand zu anderen Menschen und Hunden brauchen als andere Hunde. Die gelbe Markierung ist zwar eine Trademark, hat aber kein rechtliche Wirkung, dh. sie setzt keine Auflagen (Leinen- oder Maulkorbpflicht) außer Kraft, dient nicht zur Kennzeichnung aggressiver Hunde und hebt auch, trotz sichtbarer Markierung, nicht die Verantwortung des Hundebesitzers auf.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Dennoch ist ihre Signalwirkung wirkungsvoll und hilfreich im Umgang miteinander. Es ist eine einfache Botschaft: Bitte respektiere in jedem Fall das gelbe Signal, denn für meinen Hund bedeutet eine Unterschreitung seiner Wohlfühdistanz extremen Stress. Gib mir mehr Zeit zum Ausweichen oder frage unbedingt vorher, ob ein Kontakt zwischen den Hunden oder ein Streicheln erwünscht ist.

Die gelbe Schleife oder das gelbe Halstuch sind keinesfalls ein Stigma oder eine herabsetzende Kennzeichnung, auch soll sie einen gekennzeichneten Vierbeiner natürlich nicht der Sozialisierung berauben. Das gelbe Signal dient lediglich dazu, das Leben und das Training von Hunden mit unterschiedlichsten Problemen einfacher und stressfreier zu machen.

Was kann die gelbe Schleife bedeuten?

  • Der Hund kann krank sein oder sogar ansteckend
  • Der Hund kann in Reha sein oder gerade eine Operation hinter sich haben, sodass die Verletzungsgefahr bei Begrüßung und Spielen noch zu hoch ist
  • Der Hund kann einfach alt sein, taub oder blind und möchte nicht überrascht werden
  • Der Hund kann in der Ausbildung sein, zum Beispiel zum Therapiehund, und benötigt seine volle Konzentration
  • Der Hund kann einfach im täglichen Training sein und benötigt seine volle Konzentration (z.B. für den Hundeführerschein)
  • Der Hund kann aus dem Tierschutz sein und hat vor seiner Umgebung noch Angst
  • Der Hund kann schlechte Erfahrungen gemacht haben und will fremde, egal wie freundliche Hunde nicht begrüßen oder einfach so begrüßt werden
  • Bei der Kennzeichnung kann sich um eine läufige Hündin handeln; Die Besitzer wollen Abstand; Fremde Hundehalter mit Rüden werden vorgewarnt
  • Fremde Hundehalter werden aus irgendwelchen sonstigen Gründen aufgefordert, Kontaktaufnahme zwischen den Hunden zu vermeiden
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Jeder Hund hat eine individuelle Geschichte...

... und ganz besonders jeder „Gelbe Hund“. Ganz viele berührende Beispiel-Geschichten finden Sie auf der deutschen Seite der Aktion oder auch auf den internationalen Seiten.

Die Geschichten stammen von Besitzern, die sich aus vollem Herzen mit den Eigenheiten ihrer Lieblinge auseinandergesetzt haben und schließlich nach vielen schwierigen Erfahrungen, Tierarztbesuchen, Hundeschulen und Trainings beim „Gelben Hund“ gelandet sind. Sie alle wünschen, dass ihre Hunde so respektiert werden, wie sie am glücklichsten sind. Auch wenn Ihr Vierbeiner keine Markierung benötigt: Hier lesen und lernen Sie aus den vielen Erfahrungen der „Gelben Hunde“ und ihrer liebevollen Besitzer. Unser Dank gilt den Australiern für ihre Initiative und den Schwedinnen für ihren Einsatz, diese tolle Idee überall zu verbreiten.

 

 

Posted by Gelber Hund braucht Freiraum on Tuesday, November 7, 2017