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Aggressiver Hund: Erkennen anhand der Körpersprache

Aggressiver Hund advice
© Shutterstock

Auch unsere vierbeinigen Lieblinge haben einmal einen schlechten Tag. Dieser äußert sich im Regelfall mit klassischem Rückzugsverhalten, bis die Fellnase wieder bereit für Gesellschaft ist. Allerdings können sich negative Gefühle leider ebenso in Aggressionen zeigen. Der Beitrag verrät, wie es möglich ist, einen aggressiven Hund anhand der Körpersprache zu erkennen.

von Nina Brandtner

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass ein Hund aggressiv reagiert
  • Das Erkennen von Ursachen hilft dabei, dem Vierbeiner das aggressive Verhalten abzugewöhnen
  • Kein Tier kommt aggressiv zur Welt oder beißt grundlos zu, dennoch gibt es Hunde mit einer niedrigeren Reizschwelle
  • Aggressives Verhalten ist weniger den Genen als vielmehr der Erziehung durch den Besitzer geschuldet

Aggressiven Hund erkennen: Darum ist es wichtig, auf die Körpersprache zu achten

Hunde zeigen sehr viel über ihre Verfassung mithilfe ihrer Körpersprache und ihrer Mimik. Anhand dessen sind viele ihrer Stimmungen und Launen ablesbar. Besonders gut sind beispielsweise Freude und Glück zu erkennen. Mit seiner Körpersprache und seinem Verhalten zeigt ein Hund auch, ob er aggressiv ist.

So manche Hundehalter und ebenso Menschen ohne Haustier haben sicher schon einmal den Satz gehört: „Der will nur spielen!“. Nicht immer trifft das jedoch auf einen Vierbeiner zu, der bellt, an der Leine reißt oder die Zähne fletscht. Zum Teil sind das bereits gewisse Anzeichen dafür, dass der Hund plötzlich aggressiv wird. Für den Menschen ist mitunter gut an der Körpersprache des Hundes ablesbar, wann dieser sein Verhalten ändert. Das gilt insbesondere für Besitzer, die eine gute Beziehung zu ihrem Tier haben und den Hund in- und auswendig kennen.

Überall, wo das nicht zutrifft, kann es passieren, dass der Hund sogar aggressiv gegenüber dem Halter wird.

Für Frauchen und/ oder Herrchen ist es daher relativ schnell möglich, in eine Situation einzugreifen, die sich bedrohlich entwickelt. Ähnlich wie wir Menschen haben auch Hunde bestimmte Signale, die sie stets aussenden, wenn sie sich bedroht oder ängstlich fühlen. Diese zwei Emotionen sind häufig Auslöser für Aggressionen. Interessant ist allerdings ebenso, dass viele aggressive Vierbeiner von Stress geplagt sind. Häufig weisen die Fellnasen starke Stress-Symptome auf, die schließlich zu einem Aggressions-Verhalten führen. Häufig hängt es auch mit Unsicherheit und Unwohlsein zusammen, weshalb der Hund oft aus einer Ermangelung an Alternativen so reagiert. Daher ist es beispielsweise umso wichtiger, bereits aggressives Welpen-Verhalten zu stoppen. In diesem Alter sind die Tiere noch am lernfähigsten. Das Aggressions-Verhalten kann ihnen häufig besser abgewöhnt werden.

Aggressiver Hund
Fixiert ein Hund seinen Gegner und hebt die Lefzen, ist er eindeutig aggressiv© Shutterstock

Aggressions-Verhalten beim Hund gegenüber Menschen und Artgenossen erkennen

Die Körpersprache des Hundes verrät oft schon vor der eigentlichen Attacke, dass er aggressiv ist. Dies zeigt sich unter anderem durch undiszipliniertes Verhalten. Wenn ein Vierbeiner beispielsweise nicht auf Herrchen oder Frauchen hört, ist es ratsam, Abstand zu nehmen, um Schlimmeres zu vermeiden. Die Hunde durchlaufen sogenannte Eskalationsstufen. Diese reichen von einer ersten Fixierung des Gegners über Umkreisen und Einschränken des Bewegungsradius bis hin zum Beißen. In der folgenden Tabelle sind verschiedene Anzeichen von aggressivem Verhalten gegenüber Menschen und Artgenossen aufgeführt:

Aggressionsformen

Aggressives Verhalten

Hund ist aggressiv gegen Artgenossen

  • Hund zeigt Zähne und hebt die Lefzen

  • knurrt

  • schnappt und/oder beißt

  • hat einen harten Blick

  • fixiert und umkreist den Gegner

  • schränkt Bewegungsradius ein

  • erstarrt in der Bewegung

Hund ist aggressiv gegen Menschen

  • schnappt und/oder beißt

  • zieht Lefzen hoch und fletscht die Zähne

  • knurrt und/oder bellt bedrohlich

  • Nase und Stirnhaut runzeln sich beim Knurren

Gleiche Merkmale in beiden Situationen sind eine aufgestellte Rute, angelegte Ohren und ein gesträubter Nacken. Diese optischen Anzeichen sollten beim Besitzer schon die Alarmglocken läuten lassen.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass die Situation desto bedrohlicher wird, je weniger sich der Hund bewegt.

Unsere Empfehlung: Ursachen für Aggression beim Hund erkennen, verstehen und richtig reagieren

Um in bedrohlichen Situationen richtig zu reagieren, ist es wichtig, eine Aggression beim Hund zu erkennen. Nur so ist es möglich, eine Eskalation zu vermeiden. Je besser Sie Ihren Vierbeiner kennen, desto schneller können Sie eingreifen.

  • Ursachenforschung betreiben: Wenn der eigene Hund aggressiv ist, dann geht kein Weg an der Erforschung des Ursprungs vorbei, um das unerwünschte Verhalten wieder loszuwerden. Handelt es sich um einen Vierbeiner aus dem Tierheim, könnten es traumatische Erlebnisse aus der Zeit des Vorbesitzers sein. Manchmal ist es jedoch auch die eigene fehlerhafte Erziehung. Oder es liegt an negativen Gefühlen, die durch eine bestimmte Verhaltensweise Ihrerseits ausgelöst werden. Generell ist es ebenso möglich, dass der Hund krank ist und Schmerzen hat.
  • Situationen vermeiden: Wurde die Ursache für die Aggression des Haustieres gefunden, geht es darum, bestimmte Situationen und Reize zu verringern. Im besten Fall sollten die potenziellen Aggressions-Auslöser gänzlich vermieden werden. Um das Tier zu desensibilisieren, empfiehlt sich ein professionelles Training bei einem Fachmann. Eventuell kann Ihnen Ihr Tierarzt hier sogar eine gute Adresse verraten.
  • Maulkorb zum Schutz des Hundes und der Umgebung: Im Einzelfall kann nur ein Maulkorb vor einem aggressiven Vierbeiner schützen. Dies ist wichtig, wenn er nach individuellen Trainings keine Besserung zeigt und eine Gefahr für sich sowie seine Umgebung darstellt.
  • Verhalten gegenüber einem fremden Hund: Wenn Sie einem unbekannten Vierbeiner begegnen, der feindselig auftritt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Wegrennen ist zu keinem Zeitpunkt eine Option. Hastige Bewegungen wirken bedrohlich. Deeskalierend sind ein unterbrochener Blickkontakt und ein abgewandter Kopf. Zudem sollte das Tier auf keinen Fall gereizt werden, um die Situation nicht zu verschlimmern.