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Corona-Spürhunde: Schnüffeln, bis der Arzt kommt

Schäferhund schnüffelt advice

Manche Hunde sind echte Supernasen

© Shutterstock

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag in den vergangenen Monaten massiv verändert. „Wie können wir eine Infektion so früh wie möglich erkennen, um die Ausbreitung zu verhindern?“ Diese Frage treibt viele Wissenschaftler, Behörden und Dienstleister um. Eine Antwort könnten speziell ausgebildete Spürhunde geben: Sie sind in der Lage zu erschnuppern, ob ein Mensch an Covid-19 erkrankt ist.

von Philipp Hornung

Am 02.10.20, 10:08 veröffentlicht

Pioniere in London: Wie riecht Covid-19?

Kurz bevor das Coronavirus unseren Alltag im Frühjahr 2020 immer mehr einschränkte, machten sich erste Spürnasen ans Werk: In Großbritannien hat eine Kooperation der London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM) mit Medical Detection Dogs und der Durham University bereits im März 2020 mit dem Training von Corona-Spürhunden begonnen. In Ausbildung befinden sich sechs tierische Supernasen, vor allem Labrador Retriever und Cocker Spaniel. Das Ziel ist hoch gesteckt: 250 Menschen pro Stunde sollten die vierbeinigen Schnüffler nach sechs Wochen Training auf Corona testen.

Derzeit sind die Forscher jedoch immer noch auf der Suche nach gesunden und erkrankten Testpersonen, die bereit sind, Proben zu erstellen. Hierfür sollen sie Atemmasken, ein Shirt und Socken mehrere Stunden lang tragen. Im Anschluss erhalten die Hunde die Utensilien als Geruchsproben. Die Trainer üben mit den Vierbeinern, Corona in der Atemluft und an Körpergerüchen von Erkrankten zu erkennen.

Erfolgsmeldung aus den USA: Hund erkennt Coronavirus

Im April startete ein ähnliches Projekt an der University of Pennsylvania in den USA. Dabei hatten acht Labrador Retriever und ein Malinois die Schnauze vorn: Anhand von Urin- und Speichelproben lernten sie, die Gerüche von an Corona Erkrankten und Gesunden zu unterscheiden. Anfang Juli gelang Labrador Blaze nach zehn Wochen Training ein bahnbrechender Erfolg: Er erkannte Körpersekret eines Covid-19-Patienten.

Am schwierigsten ist der nächste Schritt, das Beschnüffeln von ganzen Menschen, die den Virus in sich tragen könnten. Wir dürfen gespannt darauf sein, wie es mit den amerikanischen Superschnüfflern weitergeht!

Covid-19-Spürhunde im Einsatz: Flughafen Dubai

Seit August hat der Dubai International Airport als erster Flughafen weltweit Corona-Spürhunde im Einsatz. Sie helfen den Mitarbeitern von Gesundheitsbehörde und Flughafen dabei, Verdachtsfälle zu prüfen und Stichproben zu untersuchen. Hierfür nehmen die Mitarbeiter Geruchsproben aus der Armbeuge von Reisenden. An diesen lassen sie die Hunde in einem isolierten Raum schnüffeln. Dies hat den Vorteil, dass Reisende und Vierbeiner nicht aufeinandertreffen – denn nicht jeder lässt sich gerne beschnüffeln. In den ersten Wochen haben die Spürhunde 400 Proben ausgewertet.

Ihre Trefferquote lag dabei bei 91 Prozent.

Corona-Spürhunde in Finnland

Als erster europäischer Flughafen arbeitet der Flughafen Helsinki-Vantaai mit Corona-Spürhunden. Anhand von Urin-Proben der Reisenden kommen die Vierbeiner auf eine Treffsicherheit von nahezu 100 Prozent. Dabei sind sie schneller und günstiger als jeder Corona-Test. Wie bei allen Projekten erhalten auch die finnischen Hunde nach jeder richtig erkannten positiven Probe eine Belohnung. Welche Duftmoleküle die Vierbeiner im Urin erkennen, wissen die Forscher noch nicht. Aber eine Covid-19-Erkrankung greift nicht nur die Lungen an, sondern kann auch Einfluss auf Blutgerinnung, Nieren oder die Verdauung haben. Möglich, dass die Schnüffler solche Veränderungen riechen.

Covid-19-Spürnasen in Deutschland

Wie schaut es hierzulande rund um Corona-Spürhunde aus? In Deutschland hat die Bundeswehr in Kooperation mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover im Mai ein Projekt mit Corona-Spürnasen ins Leben gerufen.

Die Zwischenergebnisse sind vielversprechend: Die acht Corona-Spürhunde erreichten bei über 1.000 Speichelproben von Gesunden und Erkrankten eine Treffsicherheit von 94 Prozent. Bei den Vierbeinern handelt es sich um erfahrene Diensthunde. Zum Beispiel Lotta und Coyote, die ausgebildete Kampfmittelspürhunde sind. Die beiden leben bei ihrer Hundeführerin und erhalten ihre Ausbildung in der Diensthundeschule der Bundeswehr in Ulmen. Die Tierärztliche Hochschule Hannover führt das Projekt fort und sucht weiterhin Testpersonen. Weil Covid-19 viele Gesichter hat, brauchen die Forscher Proben von Infizierten mit und ohne Symptome sowie von Personen, die an anderen Atemwegserkrankungen wie einer Bronchitis leiden.

Spürhunde im Einsatz

Mit bis zu 220 Millionen Riechzellen nehmen die Vierbeiner viel mehr durch die Nase wahr als wir Menschen mit nur zirka 5 Millionen Riechzellen. Weil ihre Schleimhaut größer ist, können sie außerdem mehr Duftmoleküle aufnehmen. Die Hundenase dient nicht nur rund um Corona der menschlichen Gesundheit.

So gibt es beispielsweise Krebsspürhunde, die Tumore früh erkennen. Die feine Nase der Vierbeiner kann weitere Krankheiten wahrnehmen, bevor Betroffenen wissen, dass sie krank sind. So weisen Spürhunde bei Malaria oder Parkinson ebenfalls überzeugende Trefferquoten auf. Kein Wunder also, dass Wissenschaftler auf die Idee kamen, Hunde zu Corona-Spürhunden zu trainieren. Ob die Vierbeiner dabei das Corona-Virus erschnüffeln oder die Reaktionen, die es im Körper auslöst, ist unbekannt. Auch in anderen Bereichen erweisen Hunde uns Menschen als Spürnasen wertvolle Dienste, zum Beispiel als:

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