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Hund hat gebissen: Was tun?

Hund hat mich gebissen: Was tun?

Wie reagiere ich, wenn mein Hund gebissen hat?

© dimid_86 / Shutterstock

Ruhe bewahren gilt als oberstes Gebot, nachdem ein Hund gebissen hat. Aber was gibt es noch zu beachten? Hier erhalten Sie Ratschläge für die Sekunden danach. 

von Stephanie Klein

Am veröffentlicht

Es ist alles andere als eine schöne Vorstellung: Wenn der eigene Hund einen Menschen oder einen Artgenossen beißt, sitzt der Schock tief. Wie kann der geliebte Vierbeiner plötzlich zu einer Gefahr für andere Lebewesen werden?

Bei all der Ratlosigkeit und dem Gefühlschaos ist es wichtig, in den Sekunden nach dem Biss einen kühlen Kopf zu bewahren und richtig zu reagieren.

Das Gebiss des Hundes

Ein einziger Blick auf Zähne und Kiefer macht deutlich: Das Hundegebiss kann zu einer Gefahr werden. Schließlich eignet sich es perfekt zum Fangen, Zerreißen und Zerkleinern der Beute.

Die Fangzähne von Hunden sind zudem spitz und scharfkantig. Auch kleinere Hunderassen sind somit in der Lage, uns Menschen schmerzhafte Hautverletzungen zuzufügen – wenn sie auch in der Regel glimpflich ausfallen. Alle Hunde stammen schließlich vom Wolf ab, der kein Pflanzenfresser, sondern ein begnadeter Spitzenprädator ist.

Gefährlich wird ein Vorfall auch durch die hohe Beißkraft, die vor allem große und kräftige Vierbeiner besitzen. Sie wird in der Einheit PSI (Pfund pro Quadratzoll) gemessen. Ein Kangal beispielsweise weist eine Beißkraft von etwa 740 PSI auf. Damit überbietet der anatolische Hirtenhund sogar einen Löwen, der auf schlappe 691 PSI kommt. Ein Chihuahua erreicht immerhin um die 100 PSI.

Gebiss eines Hundes© thka / Shutterstock

Welche Verletzungen entstehen durch einen Hundebiss?

Je nachdem, zu welcher Hunderasse der beste Freund des Menschen gehört und an welcher Körperstelle er zupackt, kann sein Biss kleine, mittelschwere bis lebensbedrohende Folgen mitsichziehen. Grundsätzlich lassen sich Hundebisse in drei Kategorien einteilen:

  • Quetschungen durch den Hundekiefer können Muskeln, Nerven und Knochen verletzen und auch zu Infektionen führen.
  • Tiefe Wunden werden durch die oberen Fangzähne verursacht und bluten in der Regel.
  • Kleinere Wunden, zum Beispiel durch die unteren Fangzähne, müssen nicht zwingend bluten, sollten aber dennoch ärztlich abgeklärt und behandelt werden.

Bei allen Wunden gilt: Im Hundespeichel können sich gefährliche Erreger befinden, die durch offene Wunden in den Organismus des Opfers übergehen und eine Infektion auslösen können. Daher sollten Hundebisse immer medizinisch versorgt werden. 

Hund hat gebissen: Wie bestrafen?

Vorab ist es wichtig zu wissen, dass Hunde nicht einfach ohne Grund und ohne Vorwarnung zubeißen. Es ist die letzte Stufe auf der Eskalationsleiter. Allerdings können einige Vierbeiner gelernt haben, mehrere Stufen zu überspringen. 

Egal, ob mit oder ohne Vorwarnung: Es ist nicht ratsam, den Hund nach dem Biss zu bestrafen. Versuchen Sie, auch wenn die Gemüter erhitzt sind, immer Ruhe zu bewahren. 

Hektisches Anschreien oder Ähnliches führt nach einem solchen Vorfall zu keinem Erfolg. Genauso wie bei einer Leinenaggression oder bei pöbelndem Verhalten fühlt sich der Vierbeiner durch ein lautes Schimpfen in seinem Verhalten noch mehr bestärkt. Außerdem zerrüttet eine negative Konditionierung das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Mensch.

Höchste Priorität sollten immer die Sicherheit aller Beteiligten und die Versorgung der geschädigten Personen haben. Vom Hund aus darf keine weitere Gefahr mehr ausgehen. Ein lautes Geräusch kann den beißenden Hund kurz verwirren, sodass ein Anleinen, Festbinden oder (falls vorhanden) das Anlegen eines Maulkorbes möglich wird.  

Nach einem Beißvorfall ist es wichtig, langfristig an der Beziehung zu arbeiten und das Vertrauensverhältnis wiederherzustellen. Das gelingt unter anderem mit einer klaren Kommunikation und einer konsequenten Führung. Eine bedarfsgerechte körperliche und geistige Auslastung und ausreichend Ruhephasen tragen zudem zu einer ausgeglichenen Psyche beim Hund bei.

Hund hat mich gebissen: Was tun?

Wenn der eigene Hund Frauchen oder Herrchen beißt, schmerzt es nicht nur körperlich, sondern auch auf emotionaler Ebene. Zu groß ist die Enttäuschung vom vierbeinigen Partner, den man häufig bereits seit dem Welpenalter an seiner Seite hat. Einige geben ihren Hund nach Beißvorfällen in einem Tierheim ab. In den allermeisten Fällen muss es aber nicht so weit kommen. 

Zunächst ist es wichtig, die Ursache herauszufinden. In vielen Fällen ist ein einziger Grund für den Hund ausschlaggebend, seinen eigenen Menschen zu beißen – und zwar körperlicher Schmerz. Wenn sich ein Hund zum Beispiel einen Nerv eingeklemmt hat und sein Mensch ihn an dieser Stelle streichelt, wird er womöglich zuschnappen. Besteht der Verdacht auf Schmerzen beim Hund, sollten Sie Ihrem Liebling keinen Vorwurf machen, sondern ihn unverzüglich in einer Tierarztpraxis vorstellen.

Lassen sich gesundheitliche Beschwerden als Motiv für das Zubeißen ausschließen? Dann sollte ein konsequentes Training stattfinden. Dies müssen Sie nicht allein stemmen: Erfahrene Hundecoaches betrachten die Hund-Mensch-Beziehung aus einem objektiven Blickwinkel und geben für die Trainingszeit wertvolle Tipps zur Konfliktlösung mit an die Hand.

Hund hat Kind gebissen: Was tun?

Ein wahrgewordener Albtraum: Wenn ein Hund ein Kind beißt, ist das immer ein Vorfall von besonderer Tragik. Als Erstes sollte der Hund selbstverständlich vom Kind getrennt werden, um weitere Bisse zu verhindern. Auch hier hilft es, den Hund mit einem plötzlichen Geräusch zu verwirren und ihn danach aus der Reichweite des Kindes zu bringen. Danach muss die Bisswunde begutachtet werden.

Die meisten Bissverletzungen sind bei Kindern im Hals- und Gesichtsbereich festzustellen, da sich dieser Bereich meist auf der gleichen Höhe mit dem Hund befindet. Wurde die Haut verletzt, sollte sie mit einer antiseptischen Lösung abgespült und anschließend mit sterilem Verbandsmaterial bedeckt werden. Danach muss das Kind (selbst bei kleinen Verletzungen) einer Arztpraxis oder Notaufnahme vorgestellt werden.

Beißvorfälle mit Kindern vermeiden

Leider haben ausgerechnet die kleinen, empfindlichen Heranwachsenden ein höheres Risiko von einem Hund gebissen zu werden. Das liegt unter anderem daran, dass Kinder unbedarfter an Vierbeiner herangehen. Sie umarmen sie, spielen zu grob mit ihnen oder ziehen an der Rute.

Nicht jeder Vierbeiner besitzt eine derart hohe Reizschwelle und lässt das über sich ergehen. Zudem sind vor allem kleinere Kinder nicht in der Lage, die Warnsignale richtig zu deuten, um sich von dem Hund rechtzeitig zu distanzieren. 

Daher ist es vorab immer wichtig, den Kindern einen respektvollen Umgang mit Hunden beizubringen und selbst danach niemals Kind und Hund unbeaufsichtigt zu lassen. Egal wie harmonisch die Beziehung ist: Ein Hund bleibt ein Tier, das in gewissen Situationen überfordert ist und beißen als letzte Möglichkeit sieht.

Falls Hund und Kinder unter einem Dach miteinander wohnen, sollte die Fellnase einen Rückzugsort haben. Auch der friedlichste Familienhund braucht ausreichend Schlaf und möchte währenddessen nicht gestört werden.

Wie ist die Rechtslage: Haftet der Halter?

Hundehalter haften für die Schäden, die durch ihre Hunde entstanden sind. Wenn also der eigene Vierbeiner jemand anderen beißt, kann die geschädigte Person grundsätzlich ihren Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld geltend machen.

Zudem hat die geschädigte Person das Recht, eine polizeiliche Anzeige zu erstatten. In diesem Fall erhält auch das Ordnungsamt Informationen über den Vorfall. Daraufhin wird die Behörde prüfen, ob der Hund als gefährlich eingestuft werden muss.  

Wie die Urteile ausfallen, hängt natürlich vom genauen Tatgeschehen ab. So ist es zum Beispiel relevant, ob der Hund ordnungsgemäß an der Leine war und ihn eine fremde Person provoziert hat. Anders sieht es aus, wenn der Vierbeiner freilaufend auf eine Person zu rennt und ihn unvermittelt attackiert.

Was jedoch im deutschen Rechtsraum zu erwarten ist: Wenn der Hund einen Menschen beißt, ist von einem höheren Strafmaß auszugehen, als wenn er einen anderen Hund oder eine Katze durch einen Biss verletzt.

Schadensersatz und Schmerzensgeld können sich schnell zu einem vierstelligen Betrag summieren. Um sich vor horrenden Kosten zu schützen, empfiehlt es sich eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Eine solche Versicherung ist zwar nicht in allen Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben, kann aber auch in vielen anderen Fällen wie bei Verkehrsunfällen und Sachbeschädigung greifen. 

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