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Auwaldzecken befallen auch im Winter viele Hunde

Auwaldzecke

Winterzecke / Auwaldzecke

© Shutterstock

Die Auwaldzecke ist eine Gewinnerin des Klimawandels: Immer häufiger entdecken Hundehalter in Deutschland die Parasiten auf ihren Vierbeinern. Weil die Auwaldzecke auch in der kalten Jahreszeit aktiv ist, trägt sie zusätzlich den Namen „Winterzecke“.

von Philipp Hornung

am 08.02.21, 16:06 aktualisiert

Was ist eine Auwaldzecke?

Wie der Name andeutet, handelt es sich bei der Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) um eine Zeckenart, die sich in Auwäldern wohlfühlt. Ein Auwald besteht aus Bäumen, Büschen und weiteren Pflanzen entlang von Bachläufen und Flüssen. Oft kommt es hier zu Überschwemmungen, es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Auch in Mooren und mittlerweile in immer mehr anderen Gebieten mit ähnlicher Vegetation krabbeln die kleinen Plagegeister aus der Familie der Buntzecken umher.

Warum befällt die Auwaldzecke Hunde?

Die jüngeren Entwicklungsstadien dieser Zecke, also Larven und Nymphen, halten sich an kleinere Säugetiere wie Kaninchen oder Mäuse. Ausgewachsene Auwaldzecken machen es sich am liebsten auf großen Wildtieren wie Hirschen oder Wildschweinen gemütlich. Doch wenn ein Hund des Weges kommt, wird dieser nicht verschmäht. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Auwaldzecken benötigen für die Fortpflanzung Blut ihres Wirtes. Die Auwaldzecke paart sich auf dem jeweiligen Wirt – das Weibchen nach einer rund achttägigen Saugzeit.

Wie erkenne ich eine Auwaldzecke?

Wenn Sie im Winter bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auf eine Zecke stoßen, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Auwaldzecke. Denn dieser Parasit macht sich ganzjährig und gerne bei kühleren Temperaturen auf die Suche nach einer Blutmahlzeit. „Auf die Suche machen“ ist dabei wörtlich zu verstehen. Denn die Auwaldzecke sitzt nicht wie ihre Verwandten und wartet, bis ein Opfer vorbeikommt. Sie krabbelt aktiv umher, um einen Wirt zu finden. An heißen Juli- und August-Tagen ist sie seltener unterwegs.

So sieht die Auwaldzecke aus© Shutterstock

Vom Gemeinen Holzbock, der in Deutschland häufigsten Zecke, unterscheidet sich die Auwaldzecke auf den ersten Blick durch die Marmorierung am Rückenschild. Außerdem sind die weiblichen Tiere mit 3 bis 5 mm Körperlänge etwas größer als die Holzbock-Weibchen. Auch mit Blut vollgesogene Auwald-Zecken erreichen größere Ausmaße. Für uns nur mit Lupe zu erkennen: Auwaldzecken haben, im Gegensatz zum Holzbock, Augen – und zwar seitlich am Schild sitzend.

Auwaldzecke und ihre Verbreitung

Die Auwaldzecke lebt seit langer Zeit in Deutschland, allerdings vor allem im Süden und Südwesten. In Baden-Württemberg, einigen Gebieten in Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie Sachen und Sachsen-Anhalt ist die Auwald-Zecke also ein alter Bekannter. Zumindest in der Theorie. In der Praxis lebte sie auch hier verborgen, ist heute aber häufiger zu sehen.

Aber nicht nur das: Aus den südlichen Bundesländern ist sie langsam aber sicher gen Norden gekrabbelt. So entdecken immer mehr Hundehalter aus Norddeutschland Auwaldzecken am Hund. Warme Winter helfen den Krabblern dabei, selbst um die Weihnachtszeit Wirte zu finden – und sich fortzupflanzen. Besonders verbreitet ist die Auwaldzecke in Osteuropa.

Wie gefährlich ist die Auwaldzecke für Hunde?

Zwar sind die meisten Zeckenstiche ungefährlich. Allerdings kann die Auwaldzecke in einigen Fällen eine andere Erkrankung übertragen: Babesiose. Diese auch als „Hundemalaria“ bekannte Erkrankung geht mit hohem Fieber einher und zerstört die roten Blutkörperchen im Hund. So kann sie schnell tödlich für Hunde werden.

Gefährliche Symptome nach einem Stich der Auwaldzecke

Treten folgende Symptome bei Ihrem Hund auf, nachdem er von einer Auwaldzecke gestochen wurde, könnte er an Babesiose erkrankt sein und Sie sollten einen Tierarzt mit ihm aufsuchen.

Ist die Auwaldzecke gefährlich für Menschen?

Ruhig Blut – Menschen gehören nicht zu den favorisierten Beutetieren der Auwaldzecke. Lieber saugt sie sich an Hunden oder Wild fest. Kommt es allerdings zu einem Stich, kann die Auwaldzecke Krankheiten auf den Menschen übertragen. Sie gilt als potenzieller Überträger von FSME, der Hasenpest und – in sehr seltenen Fällen – Q-Fieber.

Auwaldzecke beim Hund entfernen

Sie haben eine Auwaldzecke auf Ihrem Hund entdeckt? Dann sollten Sie sie möglichst rasch entfernen! Denn je früher Sie sie entfernen, desto geringer ist das Risiko, dass die Zecke Krankheiten auf den Hund überträgt. Am einfachsten ist es, zum Entfernen Hilfsmittel zu benutzen – zum Beispiel eine Zeckenzange. Alternativ können Sie eine Pinzette verwenden. Verzichten Sie auf Öl, Klebstoff oder andere vermeintliche Helferlein. Denn die Zecke könnte sich im Todeskampf in die Hautwunde erbrechen und so Krankheiten übertragen. Es braucht auch keine spezielle Technik. Tipps zum Entfernen von Zecken gibt’s in diesem Video:

So schützen Sie Ihren Hund vor der Auwaldzecke

Wenn Ihr Vierbeiner regelmäßig von Zecken geplagt wird, sollten Sie vorbeugen. Dabei ist es egal, ob es sich um den Gemeinen Holzbock, eine Auwaldzecke oder andere Zecken handelt. Alle Zecken können Krankheiten übertragen. Das Besondere an der Auwaldzecke ist jedoch, dass sie einen ganzjährigen Zeckenschutz erforderlich machen kann. Einige Hundehalter haben gute Erfahrungen mit Hausmitteln gegen Zecken gemacht. So kann beispielsweise Kokosöl gegen Auwaldzecken helfen. Auf Nummer sicher gehen Sie allerdings mit einem Zeckenschutz vom Tierarzt. Hier eine kleine Übersicht über möglichen Zeckenschutz:

  • Hausmittel wie Kokosöl und Bierhefe
  • Zeckenhalsband aus dem Fachhandel
  • Spot-on aus dem Fachhandel
  • Spot-on oder Zeckenhalsband vom Tierarzt
  • Tabletten gegen Zecken vom Tierarzt

Achtung: Manche Zeckenmittel für Hunde sind für Katzen in kleinsten Mengen giftig! Lesen Sie die Packungsanleitung daher genau, wenn der Hund Kontakt zu Katzen hat.

Gleich weiterlesen: Zeckenschutz für Hunde