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Zeckenhalsband beim Hund: Schutz vor Krankheiten

hund mit blauem zeckenhalsband advice
© Shutterstock

Um Zecken und andere Parasiten vor Vierbeinern fernzuhalten, versprechen viele Hersteller einen Rundum-Schutz. Ein beliebtes Produkt von März bis Oktober ist das Zeckenhalsband für Hunde. Es ist leicht anzuwenden und hält für mehrere Monate. Doch kann ein Halsband effektiven Schutz vor Zecken bieten und gleichzeitig gut verträglich sein?

von Tim Brinkhaus

Wie funktioniert ein Zeckenhalsband?

Es gibt zwei Arten von Zeckenhalsbändern: Rezeptfreie aus dem Fachhandel oder verschreibungspflichtige aus der Apotheke. Durch den Kontakt mit der Haut der Fellnase werden ihre Wirkstoffe in kleinen Mengen und über einen längeren Zeitraum freigesetzt. Der Wirkstoff verteilt sich beim Anlegen des Halsbandes über die Fettschicht des Hundes auf den gesamten Körper. 
Somit ist der Hund nicht wie bei einem Spot-On-Präparat einer hohen Dosis mit einer einzigen Anwendung ausgesetzt. Das bedeutet jedoch, dass das Zeckenhalsband konsequent getragen werden muss, um verlässlich zu wirken. Die Wirkung der Substanzen ist vergleichbar mit Spot-On-Präparaten: 

  • Repellent-Effekt: Der Parasit wird abgeschreckt und sucht sich einen anderen Wirt.
  • Anti-Feeding-Effekt: Der Parasit wird vom Biss abgehalten.
  • Knock-Down-Effekt: Lähmung des Parasiten
  • Letaler-Effekt: Tod des Parasiten

Zeckenhalsbänder, die vom Tierarzt verschrieben werden, enthalten Pyrethroide. Dazu  zählen u. a.: Deltamethrin und Flumethrin. Solche Anti-Zecken-Mittel darf der Besitzer nur auf seinen Hund anwenden – auf Katzen haben Pyrethroide eine lebensbedrohliche Wirkung. 
Zeckenhalsbänder aus dem Fachhandel beinhalten pflanzliche Wirkstoffe. Oft kommt hier der Margosa-Extrakt zum Einsatz, dem eine abschreckende Wirkung auf Zecken und Flöhe nachgesagt wird. Die pflanzlichen Halsbänder weisen eine gute Verträglichkeit auf und sind günstig. Jedoch ist die Wirksamkeit nicht so hoch wie bei den tierärztlichen Zeckenhalsbändern. 

Schützt ein Zeckenhalsband gegen andere Parasiten?

Viele Halsbänder halten nicht nur Zecken fern, sondern auch andere Parasiten.. Darunter fallen Flöhe, Haarlinge und Stechmücken. Um sich abzusichern, sollten Hundehalter den Beipackzettel des jeweiligen Zeckenhalsbandes studieren. 

Schritt-für-Schritt-Anwendung

  • Die Anwendung eines Zeckenhalsbandes ist einfach. (Je nach Produkt können die Anwendungsschritte leicht abweichen.)
  • Das Zeckenhalsband aus der Packung entnehmen und darauf achten, dass die Schutzhülle komplett entfernt ist. 
  • Der Hundebesitzer legt das Band um den Hals des Hundes und zieht es entweder durch ein oder mehrere Laschen. 
  • Unbedingt darauf achten, dass das Halsband weder zu locker noch zu fest sitzt. Faustregel: Zwei Finger sollten zwischen Hals und Band passen. 
  • Falls es überstehende Längen gibt, die für den Vierbeiner störend sind, werden diese einfach mit einer Schere abgetrennt. 

Wie lange hält ein Zeckenhalsband beim Hund? 

Das kommt auf das jeweilige Produkt an. Bei verschreibungspflichtigen Halsbändern verweisen einige Hersteller auf eine Wirkung von fünf Monaten, während andere bis zu acht Monate Wirksamkeit suggerieren. 
Die Wirkung von Zeckenhalsbändern auf pflanzlicher Basis ist meistens kürzer und beträgt circa 6 – 10 Wochen. Bei beiden ist zu beachten, dass der Schutz gegen Parasiten nicht ab sofort gilt. In der Regel schützen Zeckenhalsbänder ein paar Tage oder auch eine Woche nach dem Tragen. 

Wieviel kostet ein Zeckenhalsband für den Hund?

Je größer der Hund, desto tiefer muss Frauchen oder Herrchen in die Tasche greifen. Das trifft auch auf Zeckenhalsbänder zu. So kostet ein verschreibungspflichtiges Halsband für einen kleinen Vierbeiner beispielsweise 23 €, während für einen größeren Hund circa 29 € bezahlt werden muss. Im Fachhandel gibt es enorme Preisunterschiede: Ab 3 € werden laut Hersteller Zecken und Flöhe ferngehalten. 

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

Hier stehen die Zeckenhalsbänder mit Nervengiften in der Kritik. Die bekanntesten Nebenwirkungen und Risiken sind folgende:

Es gibt viele Hunde, die verschreibungspflichtige Zeckenhalsbänder gut vertragen. Bei empfindlichen Hunden können sich folgende Nebenwirkungen zeigen: 

  • Juckreiz
  • Haarausfall
  • Rötungen
  • Erbrechen

Ein Zeckenhalsband mit Nervengift birgt Risiken für das Umfeld. Den Produkthinweisen ist zu entnehmen, dass Kleinkinder keinen intensiven und längeren Kontakt zu dem Hund  halten sollten. Das ist in der Praxis schwer umsetzbar. Aber auch Erwachsene sollten sich nach dem Berühren des Halsbandes immer die Hände waschen und inniges Beisammen vermeiden. Wenn Katzen im Haushalt sind, ist generell davon abzuraten, Halsbänder mit Wirkstoffen zu wählen, die für die Stubentiger eine Lebensgefahr darstellen. Des weiteren dürfen Hunde mit einem Zeckenhalsband, welches Nervengifte beinhaltet, nicht in Gewässern baden. Der Wirkstoff ist nicht nur für Insekten giftig, sondern auch für Fische und andere lebende Organismen im Wasser. 

Trotz aller Risiken und Nebenwirkungen

Die potenzielle Gefahr, die von einer Ze cke ausgehen kann, ist sehr groß. Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sind nur ein paar gefährliche Krankheiten, die eine Zecke übertragen kann. Das Fatale ist: Nicht nur unsere geliebten Vierbeiner sind das Ziel der Blutsauger. Ist der Hund nicht ausreichend gegen Zecken geschützt, so holt er die Parasiten mit ins Haus. Dort ist es für die Zecken leicht auf Frauchen, Herrchen oder sogar auf Kleinkinder zu wandern. 

Zeckenhalsband – eine gute Lösung?

Jedes Anti-Zecken-Mittel hat seine Vor- und Nachteile. Deshalb lässt sich die Frage nicht einfach beantworten. Dieser Ratgeber-Artikel gibt zunächst Orientierung und klärt über mögliche Risiken auf. Grundsätzlich ist es so, dass Zeckenhalsbänder mit Pyrethroiden einen zuverlässigen Anti-Zecken-Schutz bieten. Jedoch kann sich solch ein Halsband als problematisch erweisen, wenn Kleinkinder und Katzen unmittelbar in Kontakt mit dem Hund kommen. Auch für empfindliche Hunde ist ein Zeckenhalsband mit Nervengift keine Lösung. Hier können die Hundehalter es zunächst mit anderen Alternativen, wie zum Beispiel den pflanzlichen Halsbändern, versuchen. 
Es ist ratsam, sich genau über die Risiken bewusst zu sein, die von einem chemischen Hundehalsband ausgehen können und die mit dem Gesundheitsrisiko eines Zeckenbisses abzuwägen.