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Wie wirkt die Leishmaniose-Impfung beim Hund?

© FamVeld / Shutterstock

Leishmaniose-Impfung beim Hund: Wichtige Informationen

von Stephanie Klein

Am veröffentlicht

Die Leishmaniose-Impfung beim Hund gehört zu den Non-Core-Impfungen. Das bedeutet: Für bestimmte Vierbeiner kann diese Schutzmaßnahme optional sein sein.

Die parasitäre Infektionskrankheit Leishmaniose wird vorwiegend durch Sandmücken übertragen. Besonders in Afrika, Asien, Südamerika und am Mittelmeer sind Hunde einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Allerdings wurden in vereinzelten Regionen Deutschlands bereits begrenzte Populationen des Erregers in Sandmücken nachgewiesen. 

Eine Leishmaniose-Impfung beim Hund klingt nach einer optimalen Lösung – schließlich kann die Mittelmeerkrankheit auch tödlich enden. Allerdings stellt sich die Frage: Wie zuverlässig ist der Schutz und welche Nebenwirkungen können nach der Immunisierung auftreten?

Leishmaniose-Impfung beim Hund: Inhaltsstoff und Wirkung

Der Impfstoff enthält rekombiniertes Protein, das von Leishmania-Parasiten stammt. Das Ziel der Impfung ist es, das Risiko für eine schwerwiegende Infektion zu reduzieren, falls der Hund später mit den Parasiten in Kontakt kommt. Die Impfung bewirkt, dass der Hund spezifische Abwehrstoffe bildet und sein Abwehrsystem auf den Einzeller bereits vorbereitet ist. 

Im Idealfall ist sein Immunsystem so in der Lage, eine Infektion mit dem Erreger Leishmania infantum zu bekämpfen, bzw. unter Kontrolle zu halten.

Wie oft sollte ein Hund gegen Leishmaniose geimpft werden?

  • Erstimpfung: Ab dem 6. Lebensmonat dürfen Hunde zum ersten Mal gegen Leishmaniose geimpft werden. 
  • Weitere Impfungen: Auf die Erstimpfung folgen zwei weitere Impfungen mit einem jeweiligen Abstand von drei Wochen.
  • Immunität: Vier Wochen nach der letzten Impfung erhält der Hund einen voll ausgeprägten Leishmaniose-Impfschutz, der über 12 Monate anhält.
  • Wiederholungsimpfungen: Damit der Impfschutz lückenlos bestehen bleibt, muss der Hund alle 12 Monate erneut gegen Leishmaniose geimpft werden, wobei bei hier eine einmalige Impfung ausreicht. Diese Impfungen sind sinnvoll, wenn der Hund mit seiner Familie auch in den nächsten Jahren Urlaub am Mittelmeer oder in anderen Risikogebieten verbringen wird.

Mögliche Nebenwirkungen nach einer Leishmaniose-Impfung

Bei jeder Impfung kann es zu einigen Nebenwirkungen kommen. Es gibt aber Entwarnung: Im Allgemeinen sind die zugelassenen Wirkstoffe gut verträglich. Falls Nebenwirkungen auftreten, sind diese meist kurzzeitig und mild.

Zu den möglichen Nebenwirkungen nach einer Leishmaniose-Impfung gehören: 

Symptome an der Injektionsstelle:

  • Juckreiz, der sich durch vermehrtes Kratzen bemerkbar macht
  • Berührungsscherz
  • Rötung, bzw. Hautirritation
  • Schwellung

Allgemeine Symptome nach der Impfung:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Lethargie
  • Appetitlosigkeit
  • leichter Anstieg der Körpertemperatur

Hinweise: Kratzen an der Injektionsstelle ist bei Hunden nach einer Leishmaniose-Impfung häufig zu beobachten. Dieses Symptom klingt in der Regel innerhalb von vier Stunden nach der Immunisierung ab. Die weiteren Nebenwirkungen sind nur in sehr seltenen Fällen festzustellen. 

Es ist wichtig, den Hund nach einer Impfung zu beobachten und ihm ausreichend Schlaf und Ruhe zu ermöglichen. Für den seltenen Fall, dass stärkere Symptome auftreten oder Anzeichen wie Lethargie länger anhalten, sollten seine Besitzer eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Gibt es eine Impfpflicht gegen Leishmaniose beim Hund?

Vorab: In Deutschland besteht keine allgemeine Impfpflicht für Hunde. Jeder Hundebesitzer kann frei entscheiden, ob und gegen welche Infektionskrankheiten er sein Haustier impfen lässt. 

Die Leishmaniose-Immunisierung gehört hierzulande zu den Non-Core-Impfungen. Das bedeutet, dass diese Impfungen im Gegensatz zu den Core-Impfungen (u. a. Staupe und Parvovirose) nicht als unbedingt notwendig eingestuft werden. Sinnvoll kann die Leishmaniose-Impfung jedoch für Hunde sein, die sich in den Risikogebieten aufhalten und somit einem hohen Infektionsdruck ausgesetzt sind. 

Leishmaniose-Impfung: Kosten

Eine einzelne Leishmaniose-Impfung kostet in der Regel zwischen 30 bis 35 Euro. Die genauen Beträge können je nach Wirkstoff, Hersteller und Tierarztpraxis leicht variieren.

Leishmaniose-Impfung beim Hund: Besondere Hinweise

  • Grundsätzlich sind nur gesunde Hunde ohne Autoimmunkrankheiten für eine Impfung geeignet. Im Einzelfall sollten Hundebesitzer die Risiken sorgfältig mit ihrem Tierarzt abklären.
  • Die Impfung eignet sich nur für Hunde, die keine Leishmaniose-Erreger in sich tragen. Ein Bluttest vor der Immunisierung sorgt hier für Klarheit. 
  • Vor einer jeden Impfung sollten Hunde entwurmt werden. Alternativ können Hundebesitzer zuerst den Kot an drei Tagen einsammeln und ihn danach von einem Labor auf Würmer testen lassen.
  • Wenn Hundebesitzer in ein endemisches Gebiet reisen und ihren Hund impfen möchten, sollte die Erstimpfung mindestens 6 Wochen vor Reiseantritt erfolgen.
  • Eine Leishmaniose-Impfung gilt zwar als wirkungsvoll, allerdings bietet sie keinen hundertprozentigen Schutz. Daher ist es sinnvoll, neben der Impfung auf ein zuverlässiges Anti-Mücken-Präparat zu setzen. Weitere Sicherheitsvorkehrungen sind: Mückennetze an Fenstern und Türen anbringen und den Hund über Nacht nicht im Freien (wie zum Beispiel in einer Hundehütte im Garten) schlafen lassen.

Fazit

Die Leishmaniose ist eine tückische Infektionskrankheit bei Hunden. Selbst nach einer Behandlung lassen sich die Leishmanien häufig nicht komplett aus dem Organismus entfernen. Hinzu kommt: Die lange Inkubationszeit sowie die unspezifischen Symptome wie Durchfall und Appetitlosigkeit machen es für Hundebesitzer schwer, die Krankheit rechtzeitig zu erkennen. 

Eine Leishmaniose-Impfung beim Hund kann empfehlenswert sein – vor allem, wenn der Vierbeiner seine Menschen in Urlaubsgebiete mit einem hohen Infektionsrisiko begleitet. Perspektivisch ist auch die Population von infizierten Sandmücken in Deutschland, Österreich und in der Schweiz im Auge zu behalten. 

Letztendlich ist und bleibt die Leishmaniose-Impfung immer eine Einzelfallentscheidung. Wer sich noch nicht sicher ist, ob sein Tier diese Art der Immunisierung benötigt, kann dies zusammen mit dem Tierarzt sorgfältig besprechen.

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