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Wasserratte auf vier Pfoten: Hunden das Schwimmen beibringen

Hund schwimmt advice
© Shutterstock

Vierbeiner sind echte Wasserratten, davon wissen einige gar nichts. Grundsätzlich können nämlich alle Hunde schwimmen, selbst wasserscheue Exemplare, ob gut oder schlecht, das sei mal dahingestellt. Zugegeben, es ist aber auch recht beängstigend, wenn plötzlich der Boden unter den Füßen verschwindet. Wie allerdings selbst misstrauische Vierbeiner das Schwimmen erlernen können, verrät der Beitrag.

von Tim Brinkhaus

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Hunde sind in der Lage zu schwimmen, denn ihre Bewegung unter Wasser sind denen beim Lauf identisch.
  • Eigentlich lieben Hunde das nasse Element und vergnügen sich an heißen Sommertagen gerne in Seen, Flüssen und Co.
  • Es gibt wasserscheue Hunderassen, die richtig Angst vor dem unbekannten Element haben.
  • Wer seinem Hund das Schwimmen beibringen will, muss das passende Gewässer dafür aussuchen.

Erster Kontakt zwischen Hund und Wasser

Unkontrolliertes Paddeln, wildes Herumrudern und ein sich hebender Oberkörper – so oder so ähnlich sehen erste Schwimmversuche vieler Hunde aus. Den meisten Vierbeinern gefällt es nämlich gar nicht, wenn sie keinen Boden mehr unter ihren Füßen spüren. Insbesondere das tiefe Wasser bereitet ihnen Angst. Kein Wunder, denn auch wir waren schließlich nicht von Anfang an die besten Schwimmer.

Chihuahua am Wasser
Dieser Chihuahua ist erst einmal skeptisch© Shutterstock

Wer erstmalig mit seinem Hund einen Strand besucht, am See spaziert oder am Fluss wandert, beobachtet das Verhalten des Vierbeiners. Daran lässt sich gut erkennen, ob bereits ein Erstkontakt mit dem unbekannten Element stattgefunden hat. Oder wahlweise, ob ihm das Wasser völlig fremd ist. Die meisten Hunde lieben es und sind richtig glücklich, wenn sie in der warmen Jahreszeit ein kühles Bad nehmen. Allerdings sind nicht alle davon begeistert. Manche haben sogar richtig Angst vor dem kühlen Nass und zählen zu den wasserscheuen Hunderassen.

Wasserscheue Hunde

Unter den Vierbeinern gibt es die eine oder andere Rasse, die generell als wasserscheu gilt. Dazu gehören:

Mops am Wasser
Möpse sind keine Wasserratten© Shutterstock

Zudem sind Bulldoggen auch noch schlechte Schwimmer. Geschuldet ist das ihren kurzen Beinchen. Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, vielleicht haben Sie ja einen ganz schwimmfreudigen Mops zu Hause.

Anleitung: Dem Hund das Schwimmen lernen

Ist die Fellnase noch recht jung, gelingt es oft besser, ihn ans Wasser zu gewöhnen. In der Regel genügt ein Lieblingsspielzeug, das Richtung Gewässer fliegt, oder eine Animation durch Artgenossen. Schon plantscht der Vierbeiner mit Spaß im kühlen Nass. Wenn der Hund nicht baden will und sich nicht austricksen lässt, müssen sich Herrchen und Frauchen was anderes einfallen lassen. Folgende Tipps unterstützen dabei:

1. Ist das Wasser sauber?

Zunächst versichern sich Hundehalter, dass das Gewässer sauber ist. Am besten eignet sich ein Ort, wo Artgenossen regelmäßig schwimmen gehen. Hier kann sich der Vierbeiner sicher bewegen und sich gleichzeitig etwas von den Anderen abgucken.

2. Den Hund ans Wasser gewöhnen

Gewöhnen Sie Ihren Vierbeiner ganz langsam an das Unbekannte. Führen Sie ihn beispielsweise an der Leine mehrfach zum Gewässer hin und wieder zurück. Gehen Sie dabei immer ein Stückchen tiefer mit ihm hinein, sodass er den Fortschritt zunächst nicht merkt. Wichtig ist dabei ganz viel Lob. Gerne können Sie dies auch mit einem Leckerli hier und da verknüpfen.

Das Wichtigste beim Schwimmtraining mit dem Hund ist das Vertrauen. Wenn Herrchen oder Frauchen Angst, Zweifel und Bedenken haben, spürt das der Vierbeiner. Zeigen Sie ihm, dass Sie an ihn glauben und er es schaffen kann.

3. Vertrauen schaffen und geduldig sein

Eine weitere wichtige Zutat ist Geduld. Beim Schwimmlernen ist es ratsam, weder sich selbst noch den Hund unter Druck zu setzen. Im Gegenteil, Hundehalter müssen hier sehr viel Geduld mitbringen. Nicht jeder Hund ist nach zehn Minuten bereit, sich in die Fluten stürzen. Wer den Vierbeiner zu einer eigentlich vergnüglichen Aktivität zwingt, der erzeugt Druck. Dies führt zu Gegendruck und das Tier stellt sich quer.

Positive Gefühle und gute Erfahrungen sind der Schlüssel, damit ein Hund nach und nach schwimmen lernt. Ein Haustier, das einmal eine schlechte Erfahrung gemacht hat, wird diese zwangsläufig mit dem Schwimmen verbinden. Damit sind Situationen gemeint, in denen der Hund einfach ins tiefe Wasser geworfen wird. Danach geht er nie wieder freiwillig ins Wasser.

In der Natur: Wo kann der Hund schwimmen?

Hund schwimmt im See
Im See nur schwimmen lernen, wenn er nicht allzu tief ist© Shutterstock

Wer Hunden das Schwimmen beibringen will, muss vorher ein passendes Gewässer aussuchen. Nicht jedes eignet sich gleich gut.

  • Flüsse sind beispielsweise für unerfahrene Schwimmer gefährlich, da die Strömungen unberechenbar sind.
  • Bei vielen Seen ist es eher schwierig, über eine gewissen Distanz die gleiche Tiefe zu halten. Hinzu kommt im Sommer die Gefahr einer Vergiftung durch Blaualgen. Daher ist es empfehlenswert, den Hund erst mal nicht allein zum Baden in einen See zu schicken.
  • Zum Schwimmen lernen in der Natur eignen sich am besten Bäche. Diese sind nicht zu tief und haben im Regelfall keine allzu starken Strömungen. Allerdings ist es wichtig, vorher zu prüfen, ob der Bach sauber und die Stelle ungefährlich ist.

Hundehalter lassen ihre Tiere beim Schwimmen außerdem nie aus den Augen, um schnellstmöglich eingreifen zu können.

Nasser Hund: Handtuch und Belohnung

Wer sich so toll angestrengt hat, bekommt nach dem Baden erst einmal eine Belohnung. Zudem ist es wichtig, dass der Vierbeiner – vor allem bei kühleren Temperaturen – einmal mit einem Handtuch abgerubbelt wird. Bei heißem Wetter gilt es nach dem Baden immer auf ausreichend Pausen im Schatten zu achten. Hundehalter, die mit dem vierbeinigen Liebling ans Meer fahren, sorgen dafür, dass er nicht zu viel Salzwasser trinkt. Beim Schwimmen kann das wie beim Menschen mitunter passieren. Zu viel davon wirkt allerdings abführend.

Hund die Angst vor Wasser nehmen

Wenn es mit dem Schwimmunterricht nicht klappt, kann es daran liegen, dass der Vierbeiner zu viel Angst vor Wasser hat. Wir empfehlen daher folgende Maßnahmen, um der Fellnase diese Angst zu nehmen:

Hund mit Schwimmweste
Hund mit roter Schwimmweste© Shutterstock
  • Legen Sie Ihrem Hund eine Schwimmweste an. So nehmen Sie ihm bei den ersten Schwimmversuchen die Angst, einfach unterzugehen. Er kann sich dadurch ganz in Ruhe an das neue Element gewöhnen.
  • Um den Vierbeiner schon im Vorfeld mit Wasser in Berührung zu bringen, können Sie den Hund an einen Hundepool gewöhnen. So lernt er, wie sich das kühle Nass anfühlt und misstraut einem größeren Gewässer nicht von Anfang an.
  • Bei besonders wasserscheuen Tiere hilft nur ein Schwimmkurs für Hunde. Schwimmtrainer kennen sich perfekt aus und wissen, wie sie den Vierbeiner zu einem kühlen Bad verführen können. Und zwar so, dass er es gar nicht merkt.
  • Hasst der Hund das Wasser, dann sollten Besitzer es tatsächlich aufgeben. Es bringt nichts, den Vierbeiner zu etwas zu zwingen, was er partout nicht möchte. Dann sollten Sie seine Abneigung einfach akzeptieren und ihn im Sommer grundsätzlich im Schatten halten.