Werbung

Hund liegt neben einem leeren Napf
© Panch / Shutterstock (Symbolbild)

Pünktlich zum Aschermittwoch: Neuer Haustier-Trend spielt mit dem Feuer

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Viele Menschen tun es ab heute für ihre Gesundheit – doch für Haustiere kann dieser Trend tödlich enden. Experten warnen dringend vor dem Nachahmen.

An Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei. Für viele Menschen beginnt nach den ausgelassenen Karnevalstagen die Zeit des bewussten Verzichts. Keine Süßigkeiten, kein Alkohol für die nächsten Wochen. Doch damit nicht genug, denn ein neuer Trend will, dass nun auch die Haustiere gemeinsam mit ihren Haltern fasten.

Der Napf von Hund oder Katze soll leer bleiben. Nicht, weil das Futter alle ist – sondern mit voller Absicht. Was bei Menschen als gesund gilt, wird hier jedoch zum gefährlichen Experiment am lebenden Objekt.

Hungern für die „Gesundheit“?

Ein besonders verstörender Fall, den die Tierrechtsorganisation PETA öffentlich macht, zeigt die ganze Absurdität dieses Trends. Ein Influencer, der eigentlich Menschen beim Abnehmen coacht, überträgt seine Ideologie nun auf sein Haustier.

In seiner Instagram-Story brüstet sich der Mann damit: Seine Katze bekommt nur noch jeden zweiten Tag Futter. 48 Stunden Zwangspause. Sein Motiv? Er wolle das Leben des Tieres „verlängern“. Doch Experten schlagen Alarm: Was er tut, ist ein Spiel mit dem Feuer.

Wenn der Körper rebelliert

Während der Halter sich beim Fasten gut fühlt, spielt sich im Körper des Tieres ein Drama ab. Tierschützer warnen eindringlich: Erhalten Hunde und Katzen zu selten Nahrung, beginnt ein qualvoller Prozess.

Der Magen übersäuert. Das Tier leidet unter Übelkeit, muss sich erbrechen. Was als „Detox“ verkauft wird, führt zu Dehydrierung und Schäden an der Speiseröhre.

Besonders dramatisch ist die Lage bei Katzen. Lässt man eine Katze länger als zwölf Stunden hungern, droht die sogenannte Leber-Lipidose. Ein Stoffwechsel-Chaos, das tödlich enden kann. Die Katze hungert sich nicht gesund – sie hungert sich krank.

Katze sitzt neben leerem Napf
Katzen fasten zu lassen, ist keine gute Idee (Sasha Chornyi / Shutterstock - Symbolbild)

„Der Wolf macht das auch“

Die Verteidigung der Fasten-Fans klingt oft gleich: „In der Natur fressen Wölfe auch nicht jeden Tag.“ Ein Argument, das jedoch tödliche Lücken hat. Unsere domestizierten Couch-Hunde haben sich über Jahrtausende angepasst. Ihr Stoffwechsel ist nicht mehr der eines wilden Raubtieres, das tagelang durch die Tundra streift.

Gibt es mildernde Umstände? Ja, aber nur in engen Grenzen. Kranke Tiere fasten unter ärztlicher Aufsicht. Und gesunde, erwachsene Hunde können davon profitieren, nur einmal am Tag (intermittierend) zu fressen – einfach, weil viele ohnehin zu dick sind. Doch für Welpen, Senioren und vor allem für Katzen gilt: Der Fasten-Trend ist kein Lifestyle, sondern eine Gefahr.

Wer sein Tier liebt, lässt den Napf auch am Aschermittwoch und dansch gefüllt. Denn Fasten ist eine Entscheidung, die nur der treffen sollte, der auch versteht, warum er verzichtet.

Mehr Nachrichten über...

Wie findest du diese Geschichte?

Vielen Dank für das Feedback!

Vielen Dank für das Feedback!

Dein Kommentar:
EInloggen zum Kommentieren
Möchtest du diesen Artikel teilen?