Werbung

Hund und Katze in der Silvesternacht
© KI / ChatGPT

Wegen Böllerei: Knapp 900 Hunde und Katzen an Silvester entlaufen

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Es sind erschütternde Zahlen: Insgesamt suchten fast 900 Haustiere in der Silvesternacht durch die Knallerei das Weite. Darunter besonders viele Hunde.

Während Deutschland in das Jahr 2026 feierte und Sektkorken knallten, spielten sich in Hunderten Wohnungen und Gärten Dramen ab. Für knapp 900 Haustiere endete der Jahreswechsel nicht im Glück, sondern mit kompletter Panik und kopfloser Flucht.

Die nun veröffentlichte Bilanz der Tierschutzorganisation TASSO ist erschütternd. Dabei erreichte insbesondere die Zahl der entlaufenen Hunde einen traurigen Rekordstand.

Das Drama der Silvesternacht

Wie groß die Todesangst der Tiere war, zeigt ein beispielloser Fall aus Gießen (Hessen), der exemplarisch für das Leid in dieser Nacht steht. Dort erschreckt sich ein Hund durch einen gezündeten Böller so sehr, dass er blindlings davonrennt.

Seine Flucht endet erst in der Regionalbahn 41. Reisende entdecken das völlig verängstigte Tier, das sich zitternd unter einer Sitzreihe versteckt hat. Er hatte Glück im Unglück – doch Hunderte andere sind noch immer verschwunden.

Trauriger Rekord: Hunde fliehen dreimal häufiger

Die Zahlen, die Lisa Frankenberger von TASSO dieser Tage vorlegt, machen wütend. Bundesweit wurden an den zwei Tagen des Jahreswechsels 376 Hunde und 507 Katzen als vermisst gemeldet.

Besonders bei den Hunden ist die Panik messbar: Normalerweise entlaufen deutschlandweit etwa 72 Hunde pro Tag. An Silvester waren es mehr als zweieinhalbmal so viele! In Hessen verdreifachte sich die Zahl sogar (18 statt 5,6).

Der Grund ist fast immer derselbe: Ein lauter Knall in Kombination mit einem offenen Tor oder einem Freilaufen ohne Leine – und das Tier rennt um sein Leben.

Das stille Leid der Katzen

Bei den Katzen scheinen die Zahlen auf den ersten Blick stabil (507 Meldungen, ähnlich wie im Alltag). Doch TASSO warnt davor, das Leid zu unterschätzen.

Katzen rennen oft nicht weg, sondern verkriechen sich in „angstvollen Stunden“ in der hintersten Ecke der Wohnung, fressen vor Panik nicht mehr oder trauen sich tagelang nicht nach Hause. Zudem werden viele Samtpfoten erst Tage später als vermisst gemeldet, wenn sie sich aus ihren Verstecken nicht mehr heraustrauen.

Warnung an Halter

Auch wenn viele Halter gut vorbereitet waren, kritisiert die Organisation jene, die das Risiko immer noch unterschätzen. Wer seinen Hund um den Jahreswechsel ohne Sicherung laufen lässt, riskiert genau das: dass der geliebte Vierbeiner Teil dieser traurigen Statistik von inzwischen knapp 900 vermissten Vierbeinern wird.

Mehr Nachrichten über...

Wie findest du diese Geschichte?

Vielen Dank für das Feedback!

Vielen Dank für das Feedback!

Dein Kommentar:
EInloggen zum Kommentieren
Möchtest du diesen Artikel teilen?