Es ist eine zufällige Entdeckung am Rande der Niederrheinallee in Neukirchen-Vluyn, die den Stein ins Rollen bringt. Während einer ganz normalen Gassirunde am vergangenen Samstag wittert ein Hund plötzlich etwas in einem dichten Gebüsch.
Als die Halter nachsehen, machen sie einen erschütternden Fund: Dort hockt ein kleiner, völlig abgemagerter Hund. Die Finder zögern nicht und bringen das Tier umgehend in die Obhut des Tierheims Moers. Dort taufen die Pfleger den knapp zweijährigen Rüden auf den Namen „Fritz“. Und allen ist klar: Mit ihm stimmt etwas nicht.
Fundhund gibt Rätsel auf
Denn Fritz läuft nur auf drei Beinen, sein rechtes Hinterbein zieht er völlig nutzlos und leblos mit sich. Aber beim Abtasten des Beins zeigt Fritz überraschenderweise keine akuten Schmerzreaktionen.
Doch die Pfleger stellen etwas anderes fest: Die Muskulatur seiner rechten Hinterhand ist quasi nicht mehr existent. Das Bein ist nur noch leere Hülle! Um herauszufinden, was dem Tier angetan wurde, wird Fritzi zum Tierarzt gebracht und dort geröntgt.
Als das Bild auf dem Monitor der Tierärzte erscheint, herrscht plötzliche Fassungslosigkeit im Raum.
Röntgenbild zeigt die traurige Wahrheit
Das Röntgenbild offenbart ein furchtbares Geheimnis. Fritz hat keinen frischen Unfall erlitten. Der Monitor zeigt einen massiven, aber bereits alten Knochenbruch. Es ist kein einfacher Haarriss, sondern ein nahezu komplett zertrümmerter Oberschenkelknochen. Die Bruchstücke liegen weit voneinander entfernt im Gewebe.
Für die Tierschützer fügt sich ein düsteres Bild zusammen: Dieser fatale Trümmerbruch kann unmöglich unbemerkt geblieben sein. Jemand muss wochenlang zugesehen haben, wie dieser Hund unfassbare Höllenqualen litt.
Anstatt einen Tierarzt aufzusuchen, wurde der Bruch eiskalt ignoriert – bis Fritz schließlich im Gebüsch seinem Schicksal überlassen wurde. „Aus den Augen, aus dem Sinn“, fassen die Pfleger diese absolute Verantwortungslosigkeit zusammen.
Eine radikale Entscheidung
Als das Tierheim den Fall öffentlich macht, kocht die Wut in den sozialen Netzwerken über. Tausende Menschen teilen den Beitrag.
Die Kommentare spiegeln die pure Abscheu wider: "Mir wird gerade speiübel", schreibt ein User. Ein anderer kommentiert: "Ich bin überzeugt, dass ein Mensch, der zu so etwas in der Lage ist, jegliche Skrupel und Scham verloren hat."
Für Fritz müssen die Ärzte derweil eine harte, aber notwendige Entscheidung treffen. Da der Knochen zu stark zerstört ist, bleibt nur die Amputation. Was für Menschen wie ein schwerer Schicksalsschlag wirkt, ist für den kleinen Rüden jedoch eine Erleichterung. Schließlich konnte er das tote Bein ohnehin schon lange nicht mehr nutzen.
Trotz seines monatelangen Martyriums zeigt sich der Zweijährige heute als freundlicher Sonnenschein. Das Tierheim setzt nun alles daran, dass das nächste Kapitel in Fritzis Leben von Menschen geschrieben wird, die das Wort Verantwortung wirklich verstehen.