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Milben bei der Katze erkennen und behandeln

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© Shutterstock

Acht Beine und kleiner als ein Millimeter: Trotz ihrer geringen Körpergröße sind Milben bei der befallenen Katze nicht nur lästig, sondern können die Samtpfote krank machen.

von Tim Brinkhaus

Unterschiedliche Milbenarten bei Katzen

Befall mit Ohrmilben (Ohrräude)

Ohrmilben gehören zu den Räudemilben und sind bei Katzen sehr verbreitet. Sie sind auf die feucht-warme Umgebung des Organs spezialisiert. In den Ohren der Katze geben sie kleine Stiche ab, die sich entzünden und die Bildung von Ohrenschmalz anregen. Breiten sich Ohrmilben bei der Katze ungehindert aus, kann es zu einer Mittelohr- oder Hirnhautentzündung kommen. Katzen mit Ohrmilben haben oft Fieber, Verhaltensänderungen und gefährliche Anfälle als Folge.

(Herbst)Grasmilben

Grasmilben (Neotrombicula autumnalis) sind Vegetarier. Somit wäre die Katze als Wirt für sie uninteressant. Doch ihre Larven ernähren sich von Zellsäften und leben parasitisch. Wer genau hinsieht, erkennt die 0,3 Millimeter großen Pünktchen auf der Haut der Katze oder in ihrem Fell. Während manche Tiere und Menschen stark reagieren, zeigen andere keinerlei Symptome, wenn sie mit Herbstgrasmilben-Larven in Kontakt kommen. Das Gute: Das erste Raureif Ende Oktober tötet die lästigen Larven zuverlässig ab.

Raubmilben

Raubmilben (Cheyletiella) werden bis zu einem halben Zentimeter groß. Manche Vertreter dieser Art sind aufgrund ihrer weißen Farbe als „wandelnde Schuppen“ sichtbar. Bei Katzen und Hunden befallen Raubmilben vor allem Kopf und Rumpf – Stellen, die die Tiere nicht gut ablecken können. Obwohl sie oft wirtspezifisch sind, sind diese Milben auf den Menschen übertragbar.

Wie ansteckend sind Katzenmilben?

Generell gilt: Wenn Sie Milben bei Ihrer Katze vermuten, ist schnelles Handeln gefragt. So verhindern Sie nicht nur eine Verbreitung, sondern bringen Ihrem Vierbeiner Erleichterung.

Von Katze zu Katze

Freigänger können sich vor allem durch andere Katzen mit Ohr- und den hochansteckenden Raubmilben infizieren. Grasmilben wechseln ihren Wirt nicht, sind also nicht ansteckend.

Zwischen Katze und Hund

Ohrmilben sowie Raubmilben können bei direktem Körperkontakt von Katzen auf Hunde und umgekehrt wandern. Grasmilben-Larven hingegen sind nicht übertragbar. Passen Sie auf, wenn sie mehrere Tiere im Haushalt haben. Es kommt häufig vor, dass Freigänger-Katzen und ein im gleichen Haus lebender Hund parallel von Grasmilben betroffen sind.

Von Katze auf Menschen

Menschen sind keine geeigneten Wirte für Ohrmilben, weswegen Sie sich nicht bei Ihrer Katze anstecken können. Allerdings können Menschen Zwischenwirt sein, das heißt, die Milben von Katze zu Katze transportieren. Cheyletiella-Milben sind auch für Menschen ansteckend.

Herbstgrasmilben-Larven wandern nicht von Wirt zu Wirt. Wenn Sie sich jedoch im gleichen Garten wie Ihre Katze aufhalten, können auch Sie befallen sein. Milben können beim Menschen zu Hautreizungen und Allergien führen.

Symptome: Juckreiz, Haarausfall

Allen Milben ist gemeinsam, dass sie bei starkem Befall einen starken Juckreiz erzeugen. Bei Ohrmilben schüttelt die Katze sich darum häufig den Kopf und kratzt sich. Auch schreckhaftes Verhalten sowie Krusten in und um das Ohr herum zählen zu den möglichen Symptomen. Später können eitrige Flüssigkeiten austreten.

Raub- und Grasmilben verursachen ebenfalls starken Juckreiz. Ausdauerndes Kratzen kann zu wunder Haut und schmerzhaften Entzündungen führen. Es kann an den betroffenen Stellen zu Schuppen und Ekzemen kommen. Kahle Stellen im Fell sind keine Seltenheit.

Milben und Flöhe

Flöhe rufen bei Katzen ähnliche Symptome wie Milben hervor. Sie können Sie mit bloßem Auge erkennen. Mit einem Flohkamm finden Sie heraus, ob Ihre Katze Flöhe beherbergt: Legen Sie ein weißes, feuchtes Küchentuch unter die Katze und kämmen Sie sie mit dem engzinkigen Kamm. Fallen winzige Pünktchen aus dem Fell, die sich bei leichtem Druck auf dem feuchten Papier rostrot färben, handelt es sich um Flohkot.

Diagnose beim Tierarzt: Milben unterm Mikroskop

Treten ein oder mehrere der geschilderten Symptome auf, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Denn Milben sind nicht nur sehr unangenehm für Ihre Katze, unbehandelt können Sie auch gefährlich sein. Nur Ihr Tierarzt sollte eine eindeutige Diagnose stellen und darauf basierend eine Therapie einleiten. Hierfür wird er eine Haut-, Haar- oder Ohrschmalzprobe Ihrer Katze unter dem Mikroskop untersuchen.

Milben bei der Katze behandeln

Vor einer ersten Behandlung ist es immer ratsam, den Tierarzt zu konsultieren. Er wird Ihnen das für Ihre Katze passende Medikament vorschlagen und bereits vorhandene Entzündungen wirksam behandeln.

Medikamente gegen Milben: Spot-on für Katzen

Flüssige sogenannte Spot-on-Präparate können sowohl vorbeugend als auch bei akutem Milbenbefall zum Einsatz kommen. Punktgenau („Spot-on“) in den Nacken Ihrer Katze gegeben, schützen sie Ihr Tier zuverlässig vor Milben. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten. Wichtig bei Milben- und Flohbekämpfung: Mittel für Hunde sind nicht automatisch für Katzen geeignet. Denn der Wirkstoff Permethrin ist zwar sehr wirksam gegen Milben, Flöhe und andere Parasiten. Doch im Gegensatz zu Hunden fehlt Katzen das Enzym zum Abbau des Gifts – für Samtpfoten kann bereits eine einzige Anwendung tödlich sein.

Die Katze baden? Shampoo, Puder & Spray

Sollten ergänzend oder alternativ zu einem Spot-on Puder, Spray oder Shampoo nötig sein, berät Ihr Tierarzt Sie passgenau. Beispielsweise kann es notwendig sein, die Umgebung zu behandeln oder Ihre Katze bei hartnäckigem Befall zu baden. Auch hierbei gilt, dass Hunde- und Katzenmittel nicht unbedingt austauschbar sind. Trotz wirksamer Mittel kann es im Spätsommer nach Ausflügen Ihrer Katze immer wieder zu neuen Ansteckungen mit Grasmilben kommen.

Milben bei der Katze natürlich behandeln: Hausmittel und Homöopathie

Hat Ihre Katze Milben, sollten Sie sie nach tierärztlicher Anweisung mit konventionellen Mitteln behandeln. Denn ein Milbenbefall kann sehr quälend für die infizierten Tiere sein. Mit Hausmitteln bekommen Sie die kleinen Plagegeister nicht wirksam in den Griff.

Tipp: Aufgrund der darin enthaltenen Laurinsäure kann Kokosöl vorbeugend wirken. Bei empfindlichen Tieren kann es also durchaus sinnvoll sein, die Ohren regelmäßig mit Kokosöl einzumassieren oder die Katze im Spätsommer täglich einen kleinen Klecks Kokosöl aufschlecken zu lassen. Ergänzend können Sie das Immunsystem Ihrer Katze mit homöopathischen Mitteln stärken – wenden Sie sich hierzu an Ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

Fazit: Milben bei der Katze sicher bekämpfen

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Milben es sich auf Ihrer Katze gemütlich machen, ist Vorsicht geboten. Sie sollten schnell handeln. So schützen Sie sich und Ihren tierischen Gefährten vor Komplikationen und schmerzhaften Hautverletzungen. Konsequent bekämpft werden Sie Milben bei der Katze in der Regel schnell und unkompliziert los.