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Ohrmilben bei der Katze: Aussehen, Übertragung, Symptome, Behandlung

katze wird am ohr untersucht advice
© Shutterstock

Ohrmilben zählen zu den häufigsten Erkrankungen bei der Katze. Die winzigen Gliederfüßler brüten gern in warmen und feuchten Umgebungen, wie im Katzenohr. Sobald sich die Samtpfote ständig am Ohr kratzt oder unruhig herumtigert, besteht Anlass zur Sorge. Es ist wichtig, Milben bei der Katze schnellstmöglich zu erkennen und zu behandeln.

von Tim Brinkhaus

Das Wichtigste in Kürze

  • Die kleinen, weißen Parasiten siedeln sich an der äußeren Ohrmuschel und am Gehörgang des Stubentigers an.

  • Katzen stecken sich durch andere Katzen oder Hunde mit den Milben an.

  • Die Parasiten befallen in seltenen Fällen auch den Menschen („Zoonose“).

  • Die Milben lösen starken Juckreiz aus und röten den Gehörgang.

Wie die Ohrmilben bei Katzen aussehen

Die kleinen weißen Parasiten sind mit bloßem menschlichem Auge kaum erkennbar. Ihr ovaler Körper erreicht eine Länge von rund einem halben Millimeter. Dadurch fällt die Milbe allenfalls als kleiner weißer Punkt am Katzenohr auf. Der Parasit hat vier kurze Beinpaare und Kiefernklauen am Kopf. Mit diesen durchsticht die Ohrmilbe die obere Hautschicht der Mieze. Der Parasit nistet sich direkt im Ohr ein und ernährt sich von austretenden Ohrsekreten. Ein großes Problem ergibt sich dadurch, dass sich die lästigen Parasiten rasant vermehren. Eine Milbe nistet sich auf einem Wirt etwa drei Wochen ein. Doch selbst ohne diesen kann sie in einer feuchten Umgebung mehrere Wochen überleben.

Die Ohrmilbe überträgt sich von Tier zu Tier

Viele Besitzer fragen sich, woher die Ohrmilben bei Katzen stammen und ob sie ansteckend sind. Auch wenn der vierbeinige Liebling kein Freigänger ist, kann er sich mit den Parasiten infizieren. Diese übertragen sich beim Kontakt mit einem anderen Tier. Ebenso kann sich Ihr Kätzchen durch den Fressnapf mit den Ohrmilben anstecken. Andere vierbeinige Familienmitglieder wie Hunde kommen als Wirt ebenfalls infrage. Das Alter kann bei der Übertragung eine Rolle spielen. Junge Tiere und Katzenwelpen sind häufiger vom Ohrmilbenbefall betroffen als ältere Tiere.

Wichtig: Der Mensch gehört nicht zu den bevorzugten Wirten der Ohrmilben. Dennoch sind die Ohrmilben bei Katzen auf den Menschen übertragbar. Die Parasiten benutzen den menschlichen Körper als Zwischenwirt. In der Fachsprache sprechen Mediziner bei solch einem Befall von der „Zoonose“.  Die Ohrmilben bei Katzen sind für Menschen also insofern gefährlich, da sie unter Umständen „Pseudoskabies“ auslösen. Immungeschwächte Menschen entwickeln durch den Milbenbefall mitunter eine unangenehme, juckende Hauterkrankung. Es ist anzuraten, bei auftretenden Symptomen den behandelnden Arzt aufzusuchen. Die Gefahr der Ansteckung ist jedoch eher gering, wenn Sie die Vorsichtsmaßnahmen beachten. Es ist ebenso hilfreich, den mauzenden Begleiter regelmäßig zu impfen.

Symptome für Ohrmilben bei der Katze

Die Ektoparasiten vermehren sich bei einem Befall im äußeren Gehörgang sowie an der Ohrmuschel. Dadurch entzündet sich das Ohr. Ihr Liebling leidet infolgedessen unter mehr oder weniger stark ausgeprägten Beschwerden.

Folgende Symptome deuten auf eine Infektion der Katze mit Ohrmilben hin:

  • Das Tier verspürt am Ohr einen starken Juckreiz.

  • Der Gehörgang Ihrer Fellnase ist entzündet oder stark gerötet.

  • Es tritt ein eitriges Sekret im Ohrinneren auf.

  • Schreitet die Erkrankung fort bilden sich braune Krusten und Borken im Ohr.

Ferner kann das Haustier abweichende Verhaltensweisen an den Tag legen. Manche Kätzchen klappen ihre Ohren um. Andere kratzen sich die Ohren blutig oder versuchen, mit den Pfötchen ins Ohrinnere zu gelangen. Mitunter kann die Samtpfote schlechter hören, als Sie es von ihr gewohnt sind. Ein untrügerisches Zeichen besteht darin, dass die Mieze bei der Berührung am Ohr vor Schmerzen miaut.

Achtung: Es ist wichtig, die Diagnose schnellstmöglich zu stellen. Andernfalls kann durch die Ohrmilben die Ohrräude entstehen. Hierbei bildet sich im Gehörgang der Mieze ein krümelig-schwarzes Sekret. In seltenen Fällen kann die Entzündung auf das Innenohr oder die Hirnhaut übergreifen. Die damit einhergehenden Anfälle können für das Tier tödlich enden. Sie sollten sich bei ersten Symptomen schnellstmöglich an Ihren Tierarzt wenden.

Diagnose, Therapie und Medikamente

Der Tierarzt nimmt bei einem ersten Verdacht eine eingehende Untersuchung vor. Er benötigt keine Fotos, sondern erkennt die Ohrmilben bei Katzen mit einem Ohrenspiegel. Findet der Arzt zudem das schwarze Sekret im Ohr der Katze wieder, ist der Befund gesichert. Anschließend bestehen verschiedene Möglichkeiten, die Ohrmilben bei Katzen zu behandeln. Entweder reinigt er die Ohren des Vierbeiners mit speziellen Benzylbenzoat-Tropfen oder bekämpft die Parasiten mit einer Salbe. Bei einem sehr starken Befall greift der Tierarzt auf Anti-Parasitika zurück. Dabei handelt es sich um starke Medikamente mit den Wirkstoffen Ivermectin, Selamectin oder Doramectin. Neben zu den genannten Medikamenten gibt es gegen Ohrmilben bei der Katze spot on Präparate. Diese sind im Nacken der Samtpfote aufzutragen. Bei der Anwendung der Salbe gibt es einiges zu beachten.

  • Reinigen Sie das Ohr Ihrer Katze, bevor Sie das Medikament gegen Ohrmilben einsetzen. Mit einem feuchten Wattestäbchen befreien Sie den Gehörgang von Dreck und Krusten.

  • Verreiben Sie die Salbe vorsichtig mit dem Finger oder dem Wattestäbchen. Setzen Sie die Behandlung solange fort, bis das Sekret aus dem Ohr verschwindet.

  • Es ist ratsam, alle tierischen Mitbewohner im Haushalt vorbeugend mitzubehandeln.

  • Ein Umgebungsspray hilft dabei, die lästigen Parasiten von Möbelstücken fernzuhalten.

Welche vorbeugenden Maßnahmen helfen gegen die Ohrmilben bei Katzen?

Es existiert kein Patentrezept, um den Parasiten vorzubeugen. Jedoch steigt das Risiko für einen Befall, wenn Ihr Liebling gern draußen herumstreunt. Sie können selbst etwas tun, damit die Ohrmilben bei Ihren Katzen nicht vorkommen. Es ist wichtig, die Decken und Schlafplätze der Samtpfoten regelmäßig zu reinigen. Eine (erneute) Infektion ist bei einer sauberen Umgebung unwahrscheinlicher. Wenn Sie die Flächen mit Desinfektionsmittel reinigen, können sich die Ohrmilben schwer darin einnisten. Auch das regelmäßige Staubsaugen ist als gute vorbeugende Maßnahme anzusehen. Im Haushalt lebende Kleinkinder sollten Sie versuchen von befallenen Haustieren abzuschirmen.

Sollte ich Ohrmilben bei Katzen selbst behandeln?

Unzählige Tipps und Tricks im Internet suggerieren: Ohrmilben bei Katzen lassen sich mit einem Hausmittel natürlich behandeln. Häufig ist von Olivenöl, Paraffinöl und Kokosöl im Zusammenhang mit Ohrmilben bei der Katze die Rede. Hierbei sollten Sie vorsichtig vorgehen. Einerseits können Sie die Schwere des Befalls äußerlich schlecht abschätzen. Ein Spray ist einem Hausmittel in Tropfenform aber auf alle Fälle vorzuziehen. Einige Besitzer verwenden Paraffinöl, um die Milben im Ohr zu ersticken. Auch das Olivenöl entfaltet ebenso wie Kokosöl eine ähnliche Wirkungsweise. Diese Hausmittel trocknen das Ohr. Somit entziehen sie den Parasiten die gewünschte feuchte Umgebung. Es ist sinnvoll, dass Sie beim Auftragen des Hausmittels Handschuhe tragen. Auf diese Weise vermeiden Sie es, selbst infiziert zu werden. Neben den genannten Hausmitteln lassen sich die Ohrmilben bei Katzen homöopathisch behandeln. In einer Apotheke oder im Internet erhalten Sie Öle gegen die Ohrmilben bei Ihrer Katze. Die Öle bekämpfen die Parasiten auf natürliche Weise. Sie sind geruchlos und rufen beim Vierbeiner keine Nebenwirkungen hervor. Doch auch das wirkungsvolle Bienenextrakt mit dem Wirkstoffgemisch Propolis lindert die Beschwerden.

Unsere Empfehlung: Was Sie bei Ohrmilben bei Katzen tun sollten

Es ist ratsam, Ihre Mieze nach jedem Freigang vorsichtig auf Milbenbefall abzusuchen. Denn anders als Flöhe oder Zecken sind Milben das ganze Jahr aktiv. Ist das Kätzchen mit Ohrmilben befallen, können Sie diese zunächst mit wirkungsvollen Hausmitteln selbst behandeln. Mischen Sie hierfür einen Esslöffel Kokosöl mit etwas Rizinusöl an. Sie können stattdessen auch Apfelessig verwenden. Den Essig sollten Sie im Verhältnis von 1:1 mit lauwarmem Wasser vermischen. Anschließend reiben Sie die Tinktur auf die betroffenen Hautstellen. Suchen Sie auf jeden Fall den Tierarzt auf, sobald Sie das bräunliche Sekret im Katzenohr bemerken. Der Milbenbefall schreitet trotz palliativer Behandlung meistens fort, sodass sich früher oder später andere (tierische) Haushaltsmitglieder anstecken.