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Drogenspürhunde: Ihre feinen Nasen helfen der Polizei

Hund schnuppert an Koffer aus Gepäckausgabe advice © Shutterstock

Sie sind der Schrecken aller Schmuggler: Drogenspürhunde. Versuche, die Spürhunde mit ihren feinen Nasen im Dienst auszutricksen, scheitern kläglich. Die ausgebildeten Supernasen erschnüffeln wie echte Profis verlässlich Kokain, Cannabis und Co. – selbst in einem Koffer voller Seifen oder anderer geruchsintensive Stoffe. Für Drogenspürhunde ist die Suche nach Rauschgift in Koffern, Frachtgut oder Autos ein Spiel. Genau das machen sich Polizei und Zoll zu Nutzen. Gemeinsam im Einsatz helfen sie, dem kriminellen Geschäft mit den Drogen den Kampf anzusagen.

von Stephanie Klein

Drogenspürhunde – Eigenschaften

Nicht jeder Hund ist bestens für den Job als Profi-Schnüffler geeignet. Nur verlässliche Vierbeiner bekommen die Aufgabe mit hoher Verantwortung übertragen. Eigenschaften, die ein Drogenspürhund besitzt, sind folgende:

Fit und gesund

Gesundheit und Ausdauer – dies sind die zwei Grundvoraussetzungen für den Einsatz an Bahn- und Flughäfen, Zoll und in Haftanstalten. Auch wenn die Arbeit für den Hund ein Spiel darstellt, bleibt das Erschnüffeln von bestimmten Gerüchen eine anspruchsvolle Arbeit. Kein Wunder, denn bei dem Aufspüren von Drogen kommt die Schnüffelatmung zum Einsatz. Bis zu 300 Mal pro Minute (!) atmet der fleißige Vierbeiner ein – und das strengt an.

Einen guten Geruchssinn

Eine weitere wichtige Bedingung ist ein ausgeprägter Geruchssinn. Im Prinzip sind alle Hunderassen damit ausgestattet. Schließlich gehört Canis lupus familiaris zu den sogenannten Makrosmaten (Großriecher) und nimmt folglich die Welt größtenteils durch ihre Gerüche wahr. Dennoch eignen sich für den Einsatz als Drogenspürhund einige Hunde mehr als ihre Artgenossen.

Größere Hunde besitzen im Vergleich zu den kleineren Fellnasen mehr Riechzellen auf ihrer Nase und können demzufolge Gerüche noch besser wahrnehmen. Zum Vergleich: Ein Schäferhund besitzt um die 220 Millionen Riechzellen – ein Dackel kommt auf 125 Millionen. Auch bei Hunden mit langen Schnauzen finden im Vergleich zu den kurzschnäuzigen Vertretern mehr Riechzellen Platz.

Ausgeprägter Spieltrieb

Was für Menschen eine ernste Situation ist, stellt für den Vierbeiner während seiner gesamten Dienstzeit ein lustiges Spiel dar. Hunde, die einen ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb besitzen, sind daher bestens für den Schnüffel-Job geeignet.

Drogenspürhunde – Welche Rassen eignen sich?

Es gibt keine Vorschriften, welche Hunderassen für den Dienst zulässig sind. Da der Hund aber vor seinem Training in der Regel eine Prüfung zum Schutzhund absolviert, sind mittelgroße bis große Vierbeiner gut geeignet. Häufig sieht man bei Polizei und Zoll Schäferhunde im Dienst – sowohl der Deutsche als auch der Belgische Schäferhund. Diese Vierbeiner haben einen guten Riecher, sind zudem gelehrig als auch ausdauernd und besitzen einen Spieltrieb.

Drogenspürhunde – Ausbildung

Während der Ausbildung erlernt ein Hund, wie er unterschiedliche Drogen aufspürt und diese seinem Hundeführer anzeigt. Damit der zukünftige Helfer der Polizei und des Zolls eifrig an seiner Aufgabe herangeht, bringen Ausbilder dem Drogenspürhund in spe die Arbeit folgendermaßen bei:

  • Die Ausbilder verstecken natürliche und synthetische Drogen in dem Lieblingsspielzeug des Hundes. So lernt der Hund zunächst den Geruch von unterschiedlichen Rauschmitteln kennen.
  • Der Vierbeiner prägt sich die Kombination „Spielzeug und Drogen“ in sein Gedächtnis ein.
  • Der zweite Schritt ist es, das Spielzeug zu verstecken und zwar unter realitätsnahen Bedingungen. Der angehende Drogenspürhund lernt, den Geruch zu folgen und ihn aufzuspüren. Schritt für Schritt erhöhen die Ausbilder den Schwierigkeitsgrad.
  • Spürt der Hund die Drogen auf, bekommt er zur Belohnung sofort sein Lieblingsspielzeug oder eine alternative Belohnung.

Ist der Einsatz gefährlich für den Hund?

Der Konsum von Drogen ist lebensgefährlich – das gilt sowohl für uns Menschen als auch für die Vierbeiner. Deshalb müssen die Hundeführer eine Sache unbedingt vermeiden: Den direkten Kontakt des Hundes mit den Drogen. In den meisten Fällen sind die Drogen zwar eingehüllt, doch durch den Transport kann die Verpackung beschädigt sein. Besonders kritisch ist der Moment, wenn der Vierbeiner die Drogen erschnüffelt. Hier hat der Drogenspürhund während seiner Ausbildung gelernt, die Gefahr zu umgehen.

Passives Anzeigeverhalten

Um gesundheitliche Risiken für den Hund zu vermeiden, erlernt er ein spezielles Signalisieren: Das passive Anzeigen. Bei erfolgreicher Suche bleibt ein Drogenspürhund ruhig und macht entweder „Platz“ oder „Sitz“. Zusätzlich zeigen seine Augen oder seine Nase in die Richtung des Punktes, an welchem er den Geruch wahrnimmt.

Früher wurde öfter das aktive Anzeigeverhalten praktiziert. Hier bellt der Drogenspürhund oder kratzt an der Fundstelle. Doch das passive Anzeigen hat noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Personen, die Rauschgift mit sich führen, erhalten keinerlei Warnung.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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