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Darf man schlafende Hunde wecken?

Schlafender Hund

Wecken oder schlummern lassen?

© Sigma_S / Shutterstock

Der Volksmund weiß: Schlafende Hunde soll man nicht wecken! Aber stimmt das überhaupt und wenn ja, warum?

von Philipp Hornung

Am 02.03.21, 11:58 veröffentlicht

Schlafende Hunde wecken: Bedeutung vom Sprichwort

„Schlafende Hunde soll man nicht wecken!“ Dieser Ausspruch wird gerne verwendet, um vor einer schlummernden Gefahr zu warnen. Der „schlafende Hund“ steht dabei für einen Wachhund, dessen Aufmerksamkeit man lieber nicht auf sich ziehen möchte. Die von ihm ausgehende Gefahr kommt dabei meist aus dem zwischenmenschlichen Bereich. Zum Beispiel geht es oft darum, alte Streitigkeiten ruhen zu lassen. Im deutschen Sprachraum gibt es die Redewendung schon seit über 500 Jahren. Auch im Englischen ist „let sleeping dogs lie“ ein altbewährtes Sprichwort mit Hund.

So wichtig ist Schlaf für Hunde

Im Schlaf verarbeiten Hunde, was sie den Tag über alles erleben: Begegnungen mit der Nachbarskatze, das Training mit dem Zweibeiner oder die Fahrt in der U-Bahn. Ähnlich wie wir Menschen erleben Hunde Tiefschlafphasen und träumen. Der Schlaf ist wichtig, um zu lernen, denn während dessen kommt es zu neuen Verknüpfungen im Gehirn. Wie viel Schlaf ein Hund braucht, hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel von Alter, Gesundheitszustand und Hunderasse. Schlaf ist für Hunde genauso wichtig wie für alle anderen Vierbeiner. Dass der Hundeschlaf sprichwörtlich wurde, liegt vermutlich an der besonderen Bedeutung von Hunden als Wachhund. Doch für jeden Vier- und Zweibeiner gilt: Am besten schläft es sich ohne Störungen!

Hunde gewöhnen sich an den menschlichen Rhythmus© dudonyrud/Shutterstock

Darum soll man schlafende Hunde nicht wecken

Wenn es nicht notwendig ist, sollten Sie Ihren schlafenden Vierbeiner nicht wecken. Dies gilt vor allem für den tiefen Schlaf. Im Unterschied zum leichten Schlaf geht der Atem im Tiefschlaf ruhiger und flacher. Im Tiefschlaf finden die REM-Phasen statt, in denen Hunde – wie wir Menschen – die Ereignisse des Tages verarbeiten. Manche Hunde bewegen sich dabei oder geben Geräusche von sich. Schläft Ihr Hund tief und fest, sollten Sie besonders rücksichtsvoll sein. Denn wird er daraus herausgerissen, muss er sich erst einmal orientieren. Außerdem wird der Erholungseffekt des Schlafes durch die Unterbrechung stark geschwächt. Bei Hunden ist es wie bei Menschen: Werden Sie zu oft im Schlaf gestört und können nicht entspannt ausruhen, drohen Konzentrationsstörungen und Aggressionen.

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Einen Hund geweckt – mit tragischem Ende

Ein besonders tragisches Ende nahm das Wecken eines schlafenden Hundes für Familie A. aus dem Saarland. Mit im Haus lebte die Bulldogge Balou. Eines Nachts kam der 17-jährige Sohn der Familie angetrunken von einer Party und hockte sich vor den friedlich in seinem Körbchen schlafenden Vierbeiner. Der Sohn ging einem vermeintlich witzigen Impuls nach: Er hielt seinen Mund direkt neben Balous Schlappohr und erschreckte ihn mit einem lauten „BUH!“. Aus dem Schlaf gerissen und vermutlich durch den Alkoholgeruch irritiert, biss Balou den Sohn sofort kurz, aber tief, in die Wange. Heute sieht man dem Sohn nichts mehr an, doch der erst zwei Jahre alte Balou wurde auf Wunsch der Familie nach dem Beißvorfall eingeschläfert. Ein Aufwachen mit einem tragischen Ende – vor allem für Balou, der vorher nie Aggressionen gezeigt hatte.

Wie kann man einen schlafenden Hund wecken?

Auch wenn man schlafende Hunde nicht aus dem Schlaf reißen soll, wissen wir alle: Manchmal muss man sich dem Wecker beugen. Und der Hundewecker sind im Zweifel: Sie! Denn wer morgens in der Früh raus muss oder Termine mit Vierbeiner wahrnimmt, kann ihn schlecht samt Schlafkörbchen von A nach B tragen. Viele Hunde gewöhnen sich an den Biorhythmus ihrer Zweibeiner, so dass sie morgens halbwach sind, wenn Sie sich startklar für den Tag machen. Manche Hunde schätzen ein Morgenritual mit einer kleinen Bauchmassage, bevor es „aufstehen!“ heißt. Schlummert Ihr Vierbeiner tief und fest, sagen Sie aus etwas Entfernung sanft, aber deutlich, seinen Namen, bevor Sie ihn anfassen. Wecken Sie ihn vorsichtig, damit er sich nicht erschreckt – dies gilt besonders für die Tiefschlafphasen. Auch bei tauben und alten Schläfern sollten Sie sensibel vorgehen, wenn Sie deren Schlaf stören müssen.

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