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Schockdiagnose HD: Was bedeutet es, wenn der Hund eine Hüftdysplasie hat?

Hund mit Hüftdysplasie advice
© Shutterstock

Diese Erkrankung gehört bei vielen Hundebesitzern zu den Dauerthemen. Kein Wunder, denn die Hüftdysplasie beim Hund tritt sehr häufig auf. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen, weshalb auch diverse Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen. Dieser Beitrag klärt über das Krankheitsbild, Symptome, Behandlungen sowie Ursachen auf.

von Nina Brandtner

Das Wichtigste in Kürze

  • Es handelt sich um eine der häufigsten Krankheiten, die den tierischen Bewegungsapparat betreffen
  • Alle Hunderassen können betroffen sein, besonders oft große und mittelgroße Rassen
  • Zu großen Teilen ist die Hüftdysplasie (HD) erblich bedingt
  • Übersetzt bedeutet Dysplasie „Fehlbildung“

Definition: Was ist eine Hüftdysplasie?

Die Hüftdysplasie wird auch als Hüftgelenkdysplasie oder kurz als HD bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Fehlbildung, Fehlstellung oder Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Meistens ist diese Fehlbildung angeboren. Sie bewirkt, dass der Oberschenkelkopf und die Hüftpfanne nicht richtig zueinander passen. Häufig entwickelt sich die Hüftdysplasie beim Hund auf beiden Seiten, obwohl eine Seite stets stärker ausgeprägt ist. Jede Bewegung verursacht dem Tier teils starke Schmerzen. Bei einer falschen Ernährung oder fehlerhafte Belastung verschlimmert sich der Zustand.

Die Krankheit ist nicht heilbar und größtenteils erblich bedingt.

Die Einteilung von Hüftdysplasie beim Hund

Es existieren verschiedene Schweregrade der HD, die im Folgenden vorgestellt werden. Wer sich in diesem Zusammenhang beispielsweise fragt „Was heißt beim Hund HD frei?“, der bekommt hier eine Antwort. Die HD Grade:

  • „HD frei“ ist oftmals als HD-A gekennzeichnet. Es bedeutet, dass der Befund unauffällig ist, also eine HD Freiheit vorliegt
  • Wenn von „Übergangsart“ gesprochen wird, bedeutet das, dass die Fellnase der HD-B Kategorie angehört. Hier besteht ein leichter Verdacht, der beobachtet werden muss
  • Wird der Hund als „HD leichtgradig“ eingestuft, handelt es sich um die 3. Stufe, HD-C. Das Haustier hat ein ungleichmäßiges Gelenk. Es wird als „leichte HD“ mit möglicher Arthrose eingestuft.
  • „HD mittelgradig“ meint den vierten Schweregrad HD-D. Eine Fehlbildung ist hier erkennbar. Zudem sind bereits Veränderungen durch eine vorliegende Arthrose deutlich.
  • Die maximale Ausprägung „HD hochgradig“ wird als HD-E bezeichnet. Dies ist die schwerste Form der Fehlentwicklung mit starker Arthrose.

Anzeichen und Symptome einer Hüftdysplasie beim Hund

Die Symptome und Anzeichen einer HD sind maßgeblich vom Schweregrad abhängig. Grundsätzlich handelt es sich aber oft um folgende Merkmale:

  • Die HD beim Hund zeigt sich am Gangbild. Häufig scheint dieses sehr instabil zu sein. Zudem steht der Vierbeiner nicht mehr gern auf und kommt nur mit Schmerzen auf die Beine
  • Spaziergehen ist eine Qual. Entweder möchte der Hund gar nicht mehr laufen oder lediglich kurze Strecken. Hier sprechen Mediziner auch von Lahmheit, die unterschiedlich ausgeprägt sein kann
  • Im Bereich der Hüfte und Gelenke sind die Hunde sehr berührungsempfindlich
  • Häufig setzen sich Hunde mit HD leicht schräg hin
  • Die Lust an der Bewegung fehlt vollständig. Auch das Spielen mit den Artgenossen macht keinen Spaß mehr
  • Oft sehen Hundebesitzer den Tieren die Schmerzen richtiggehend an. Die Hunde leiden sehr darunter
  • In einem späteren Stadium ist es zudem so, dass der Gelenkbereich leicht knirscht. Das ist vor allem bei fortschreitender Arthrose und älteren Tieren der Fall

Ursachen: Woher kommt HD beim Hund?

Die Hüftdysplasie beim Hund ist eine erblich bedingte Krankheit. Ob sich eine HD ausbildet oder nicht, ist im Erbgut des Tieres verankert. Die Vererbungslehre ist hierbei sehr vielschichtig, sodass nicht automatisch jeder Träger dieses Erbgutes auch erkrankt. Grundsätzlich kann es jede Rasse treffen. Häufig sind jedoch große und mittelgroße Hunde betroffen. Die erste Diagnose wurde bei einem Deutschen Schäferhund gestellt, weshalb diese Rasse oft mit HD in Verbindung gebracht wird. Dennoch kann die Hüftgelenkdysplasie auch durch andere Faktoren ausgelöst werden. Dazu zählen beispielweise eine falsche Ernährung, Über- und Fehlbelastung als Welpe bzw. beim jungen Hund sowie das Alter eines Hundes. Dann ist die HD eine Verschleißerscheinung des Gelenks.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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So lässt sich eine Hüftdysplasie beim Hund erkennen

Häufig lassen sich die ersten Symptome bereits in jungem Welpenalter erkennen. Das Gangbild eines Hundes gibt dem Tierarzt beispielsweise schon früh Aufschluss über eine mögliche HD. Wenn der Welpe wie ein Kaninchen hoppelt und sich mit beiden Hinterbeinen abstößt, ist das bereits ein HD-Erkennungsmerkmal. Eine genaue Diagnose stellt der Veterinär jedoch erst nach einigen Tests (Ortolani Test). Dabei wird das Hüftgelenk nicht nur belastet, sondern auch gedehnt und bewegt. Es gibt noch einen weiteren Test, der allerdings nur unter Narkose stattfindet. Dabei kugelt sich das Gelenk aus, was dem Tier im wachen Zustand enorme Schmerzen verursachen würde.

Wer ganz sichergehen will, lässt den Hund bei Hüftdysplasie Verdacht röntgen. Auch bei dieser Vorgehensweise wird der Vierbeiner narkotisiert. Denn beim Bildermachen wird das Gelenk überstreckt, was sehr schmerzhaft für die Fellnase ist. Außerdem ist die Einteilung in den jeweiligen Schweregrad so besser möglich. Die Kosten für das Röntgen einer Hüftdysplasie beim Hund variieren je nach Praxis von 90 bis 150 Euro.

Welche Therapie ist bei Hüftdysplasie beim Hund geeignet?

Wer sich fragt, was bei einer HD beim Hund hilft, der muss zunächst wissen, dass die Krankheit nicht heilbar ist. Wichtig ist, dass relativ schnell mit der Behandlung begonnen wird. Nur so lassen sich Schmerzen, Entzündungen und Veränderungen eindämmen. Schmerzstillende Medikamente sind bei der Hüftdysplasie beim Hund eine Möglichkeit, um die Lebensqualität der Tiere zu verbessern. In Absprache mit dem Veterinär kann hier eine gute Lösung gefunden werden. Wenn die Hüftdysplasie beim Hund fortgeschritten ist, bleibt nur die OP. Ein operativer Eingriff kann auf verschiedene Arten erfolgen. Inzwischen ist die Tiermedizin sogar so weit, dass künstliche Hüftgelenke für die Vierbeiner möglich sind. Dass die Kosten für eine Operation bei Hüftdysplasie beim Hund nicht gerade gering sind, ist kein Geheimnis.

Tipp: Um die Kosten für eine Hüftdysplasie beim Hund zu decken, empfiehlt sich eine entsprechende Versicherung für den Vierbeiner.

Unsere Empfehlung: Weitere Maßnahme zur Vorbeugung und Unterstützung ergreifen

Wenn die Diagnose (schwere) HD heißt, sind Herrchen und Frauchen erst einmal geschockt. Kein Wunder, denn der kleine Liebling leidet und hat Schmerzen. Aber eine Hüftdysplasie beim Hund bedeutet nicht zwangsläufig einschläfern lassen. Denn neben den oben genannten Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten könnten Sie es auch mit folgenden Tipps probieren:

  • Physiotherapie: Es gibt Übungen, die bei einer Hüftdysplasie Hund und Halter im Umgang mit der Krankheit unterstützen. Diese beinhalten häufig Wärme- oder Kältebehandlungen, Massagen sowie spezifische Bewegungstherapien unter Wasser oder per Ultraschall
  • Ernährung: Ganz wichtig bei HD beim Hund ist die Ernährung. Ein gesundes Gewicht trägt zu einer Verbesserung der Situation bei, da so die Gelenke entlastet werden. Deshalb sollte das Ernährungskonzept gemeinsam mit dem Tierarzt angepasst werden
  • Homöopathie: Wer die HD beim Hund homöopathisch behandeln will, setzt auf Traumeel- und ZEEL-Salbe. Diese sind ein- oder zweimal am Tag auf aufzutragen. Sie lindern den Schmerzen und wirken beruhigend
  • Bewegung: Wie viel Bewegung bei HD beim Hund richtig ist, hängt vom Schweregrad und der Belastbarkeit ab. Ein Spaziergang auf weichem Untergrund ist ideal. Zudem ist Schwimmen eine gute Möglichkeit, um die Muskulatur aufzubauen
  • Hindernisse: Wenn der Hund unter Hüftdysplasie leidet, sind Treppen und andere Hindernisse erst mal tabu. Der Vierbeiner soll sich nicht mehr überanstrengen. Das gilt auch für schnelle Bewegungen wie Rennen und Toben mit anderen Artgenossen