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Schluss mit Privatsphäre: Darum begleiten uns Hunde so gern ins Badezimmer

Hund wartet auf sein Herrchen advice © Shutterstock

Hunde lieben es, ihren Haltern überallhin zu folgen - sogar ins Badezimmer. Ein Verhalten, das bei Menschen oftmals für peinliches Berührtsein sorgt. Warum es dafür allerdings keinen Grund gibt, erfahren Sie hier.

von Anna Katharina Müller

Viele Hundebesitzer fragen sich, warum ihnen ihr Hund ständig ins Badezimmer hinterher läuft. Es wirkt ganz so, als wolle er seinen Besitzer nicht allein lassen. Egal, ob man dringend sein Geschäft verrichten muss, duscht oder Zähne putzt, der Hund möchte immer dabei sein. Ohne seinen Besitzer betritt ein Hund hingegen nur sehr selten das Bad.

Warum also finden sie es so spannend, wenn wir Menschen uns im Bad befinden?

Wir wissen bereits, dass unser Hund ein treuer Freund ist und dass er eine besondere und bedingungslose Liebe zu uns empfindet. Dies ist also seine Art, uns seine Zuneigung und Loyalität zu zeigen. Wenn er seinem Besitzer folgt, fühlt er sich in die Familie integriert. „Der Hund folgt uns ins Badezimmer aus zwei Hauptgründen: erstens, weil er gerne Gesellschaft hat, und zweitens, weil er unter Trennungsängsten leidet und es nur schwer erträgt, wenn sein Besitzer nicht da ist,“ sagt Tierarzt und Biologe Felipe Vázquez Montoto gegenüber Wamiz.

Hund folgt uns aus Trennungsangst

Der Hund will seine Liebe ausdrücken, indem er möglichst viel Zeit mit seinem Herrchen oder Frauchen verbringt. Hunde sind Rudeltiere und sehr soziale Wesen. Sie leben gerne in einer Gruppe. Deshalb fühlen sie sich unglücklich und verletzlich, wenn sie allein gelassen werden. Natürlich können sie auch Zeit allein verbringen, wenn die Besitzer bei der Arbeit sind, aber sobald sie zu Hause sind, wollen die Hunde Zeit mit ihnen verbringen. Sie verstehen es nicht, dass Menschen in manchen Situationen alleine sein möchten. Tatsächlich denken sie, dass sie uns einen Gefallen tun, indem sie uns auf die Toilette begleiten. Darüber hinaus stellen sie sich bewusst so nah wie möglich an uns heran, für den Fall, dass wir etwas brauchen.

Laut einer Studie der Oregon State University liegt die Tendenz von Hunden, Menschen zu folgen, in ihrer Genetik. Damit ist auch bewiesen, dass es nicht die Menschen waren, die Hunde wegen ihrer kognitiven Fähigkeiten als Begleittiere wählten, sondern umgekehrt: Hunde wählten die Menschen. Auf jeden Fall ist der Hauptgrund für unsere Bad-Begleiter laut Felipe Vázquez der, dass „unsere Hunde sich sehr langweilen, wenn wir nicht zu Hause sind“. Der Hund will keine Sekunde von seinem Besitzer getrennt sein, was auch das Badezimmer einschließt.

„Hunde sind Tiere, die gerne begleitet werden, so dass sie uns sogar von einem in den anderen Raum folgen.“
Hund auf Toilette
Trennungsangst, Schutzbedürfnis und Neugierde: Deshalb folgen uns unsere Hunde ins Badezimmer© Shutterstock

Hunde wollen uns schützen

Der Hund liebt seinen Besitzer und will ihn beschützen. Er folgt ihm, um sicherzustellen, dass er in Sicherheit ist. In diesem Moment ist er ein wahrer Leibwächter. Hunde halten es für wichtig, ihr Territorium zu verteidigen, das Bad eingeschlossen. Hunde kennen keine Privatsphäre, sondern Schutz. Das Konzept des Rudels ist tief verwurzelt, sie wollen die Gruppe zusammenhalten. Daher begleiten sie einen, wohin man auch geht, selbst ins Bad. Es ist ein rein instinktiver Akt.

Hund folgt uns aus Neugierde

Es gibt einige Studien, die auf einen dritten Grund hinweisen: Reine Neugierde. Der Hund fühlt sich zu Hause und behält gerne im Auge, was man in jedem Raum macht. Er mag es, Teil des Prozesses zu sein.

Man kann den Hund nur loswerden, indem man ihn ablenkt, etwa mit Spielzeug. Tierärztin Kathryn Primm schreibt dagegen in einem Beitrag zu diesem Thema:

„Stellen Sie seine Hingabe nicht in Frage, sondern genießen Sie sie einfach.“