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Demenz bei Katzen: Krankheit erkennen und behandeln

nahaufnahme von grauer katze advice
© Pixabay

Genau wie bei Herrchen oder Frauchen verändert sich im Laufe eines Katzenlebens die körperliche und mentale Gesundheit. Dies äußert sich bei Katzensenioren durch nachlassendes Seh- und Hörvermögen, hohen Blutdruck und Vergesslichkeit. Es ist daher keine Seltenheit, wenn Demenz bei Katzen diagnostiziert wird. Wie Haustierhalter damit umgehen und welche Versorgung das Tier in so einer Verfassung braucht, erfahren Interessierte im Folgenden.

von Carina Petermann

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Laufe der Zeit altern Körper und Gehirn, was Lernverhalten, Erinnerung und Aufmerksamkeit verändert.
  • Es gibt bestimmte Anzeichen, um Demenz bei Katzen zu erkennen.
  • Häufig entwickeln Wohnungskatzen ab einem Alter von 15 Jahren verschiedene Verhaltensstörungen, die auf Demenz hindeuten.
  • In der Tiermedizin ist eher von einer kognitiven Dysfunktion die Rede statt von tierischer Demenz oder Vergesslichkeit. 

Demenz bei Katzen: Wenn die Gedächtnisschwäche im Alter wächst

Fachleute sprechen nicht von Demenz bei Katzen. Im Veterinärsjargon nennt sich die Krankheit kognitive Dysfunktion. Krankheitsverlauf und Symptome ähneln dem Gedächtnisschwund beim Menschen. Wenn eine Katze vergisst, dass sie gefressen hat oder orientierungslos wirkt, ist das Verhalten den Anzeichen menschlicher Demenz sehr ähnlich.
Am häufigsten sind Haustiere betroffen, die über 15 Jahre alt sind. Dass eine alte Katze Demenz hat, ist daher keine Seltenheit. Schwierig gestaltet sich jedoch eine genaue Diagnose durch den Tierarzt. Zum einen hat das damit zu tun, dass die Krankheit im Allgemeinen bei Tieren noch nicht ganz erforscht ist. Zum anderen ist es für die vierbeinigen Mitbewohner nicht so leicht, sich entsprechend mitzuteilen. Deshalb fallen Katzen und Kater mit Demenz häufiger durch ihr verändertes Verhalten auf. 

Demenz bei Katzen: Symptome, an denen die Krankheit erkennbar ist 

Um Demenz bei Katzen festzustellen, helfen folgende Anzeichen: 

  • Wenn Katzen schreien und zwar sowohl tagsüber als auch nachts, kann das eine Begleiterscheinung sein. Es ist nicht möglich, den Katzen das Schreien abzugewöhnen. 
  • Ist die Katze orientierungslos und weiß nicht, wohin sie gehen soll, ist dies ein deutliches Zeichen für Verwirrtheit. Findet sie ihren Napf oder das Katzenklo nicht mehr, deutet dies ebenfalls auf eine kognitive Dysfunktion hin.
  • Oft schaffen es demente Tiere nicht mehr rechtzeitig auf die Toilette, weil das Koten oder Wasserlassen schmerzt. Unsauberkeit ist daher ein häufiges Symptom.
  • Unregelmäßiges Schlafen und schwierige Aufwachphasen, in denen das Tier keinen Bezug zur Realität findet, sind typisch für Demenz bei Katzen. 
  • Einige Samtpfoten bekommen richtiggehende Depressionen und verlieren ihren Lebensmut.
  • Eine stark verminderte Aktivität ist ebenfalls ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt.
  • Häufig werden Spielen und Schmusen durch ruheloses Umherwandern ersetzt.

In Haushalten mit mehreren Katzen kann es zu Schwierigkeiten untereinander kommen. Das ist dem veränderten Verhalten der dementen Tiere geschuldet. Diese werden reizbarer, mitunter auch ängstlicher. Sie reagieren ganz anders auf ihre Umgebung. Das kann sich durchaus in Aggressionen äußern, die sich im schlimmsten Fall gegen den Haustierhalter richten. Um abzuklären, ob es sich bei diesen Anzeichen wirklich um eine kognitive Dysfunktion handelt, ist ein Besuch beim Tierarzt nötig. Einige der aufgezählten Symptome können ebenso Merkmale einer anderen Krankheit sein. 

Welche Therapie ist gegen Demenz bei Katzen ratsam?

Wer die Demenz bei Katzen behandeln lassen möchte, muss zunächst den Tierarzt aufsuchen. Diesem gilt es die erlebten Symptome genau zu schildern. Nur so lassen sich andere Erkrankungen ausschließen. Während eines gewissenhaften Check-ups untersucht der Arzt sowohl die Werte der Schilddrüse als auch der Niere und Leber. Es ist wichtig, dass beim Bemerken der oben genannten Symptome eine schnelle Reaktion folgt. Je schneller Frauchen oder Herrchen handeln, desto besser kann dem Vierbeiner geholfen werden.

Behandlungsmöglichkeiten mit Medikamenten

Stellt der Veterinär eine Altersdemenz fest, kommen viele Veränderungen auf das Tier und den Besitzer zu. Futterumstellung, Übungen für das Gehirn und Medikamente stellen beide Leben nach der Diagnose ein wenig auf den Kopf. Welche Medikamente helfen, wenn eine Katze Demenz hat, ist mit dem Tierarzt zu besprechen. In der Regel empfiehlt der Veterinär spezifische medikamentöse Behandlungen und gleichzeitig einen neuen Futterplan mit angereicherter Nahrung. So ist es möglich, die Lebensqualität des kranken Tieres trotz kognitiver Dysfunktion zu verbessern.

Hinweis: Wichtig zu bedenken ist jedoch, dass die Medikamente die Demenz bei Katzen nicht heilen. Sie verlangsamen lediglich den Verlauf der Krankheit. 

Alternative Therapiemaßnahmen

Produkte aus der Homöopathie helfen bei Demenz bei Katzen. Einige Nahrungsergänzungsmittel sind beispielsweise dazu im Stande, die Gehirnzellen zu schützen. Das heilt die Vergesslichkeit nicht. Es trägt aber dazu bei, dass die Krankheit weniger schnell voranschreitet. Gleiches gilt übrigens für ein spezielles Gedächtnistraining. Sie sollten zunächst auszuprobieren, worauf sich die Samtpfote einlässt und was ihr Freude bereitet. Anschließend ist es möglich, das Spiel zu variieren. Auch dadurch wird das Gehirn zusätzlich trainiert.

Der letzte Ausweg, um das Tier nicht leiden zu lassen

Leider ist es eine Tatsache, dass Demenz bei Stubentigern nicht behandelbar ist. Die Krankheit ist weder bei menschlichen noch bei tierischen Senioren heilbar. Es ist zwar möglich, den Verlauf zu verlangsamen und das Leben zu verlängern, jedoch nicht dauerhaft. Für Haustierhalter ist es nie leicht, den passenden Augenblick zu erkennen, um sich zu verabschieden. Allerdings ist es wirklich ratsam, das Tier von starken Schmerzen zu befreien. Daher ist das Einschläfern bei stark fortgeschrittener Demenz bei Katzen nicht unüblich. 

Unsere Empfehlung: Ruhig bleiben und viel Verständnis zeigen

Die bestmögliche Versorgung eines an Demenz erkrankten Stubentigers könnte wie folgt aussehen:

  • Es ist ganz wichtig, dass Haustierbesitzer der kranken Samtpfote ein großes Plus an Verständnis einräumen. 
  • Ein verwirrtes und vergessliches Haustier sollte außerdem mit ganz viel Sicherheit und Geborgenheit umsorgt werden.
  • Lassen Sie den vierbeinigen Liebling in seiner vertrauten Umgebung und muten Sie ihm keinen Stress zu.
  • Wer die Gehirnaktivität in einem frühen Stadium fördern will, probiert Neues mit dem Tier aus. Eventuell helfen neue Spielzeuge, die zum Nachdenken anregen.
  • Zudem kann eine feste Tagesstruktur dabei helfen, dass sich die Katze wieder insgesamt wohler fühlt.
  • Was Katzen bei Demenz hilft, sind außerdem kleine Erleichterungen. Der hohe Einstieg ins Katzenklo kann durch niedrigere Modelle verbessert werden. Gleiches gilt für Schlafplätze, die mit einer guten Erreichbarkeit punkten sollten.
  • Ganz wichtig wird im Zuge dieser Krankheit eine ausgewogene Ernährung. Hört die alte Katze ganz auf zu essen, können Sie versuchen, sie mit besonderen Leckerbissen zu locken.