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Dürfen Katzen Hundefutter essen?

Hund und Katze an einem Napf.

Dürfen Katzen Hundefutter essen?

© Chendongshan / Shutterstock

Hoppla! Einmal kurz nicht aufgepasst und schon sitzt die Samtpfote am Hundenapf und bedient sich kräftig. Für die meisten Halter eine Horror-Vorstellung – aber ist es wirklich so schlimm, wenn Katzen Hundefutter essen?

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Es ist eine Situation, die alle Menschen nur zu gut kennen, wenn sie sowohl Katzen als auch Hund gemeinsam halten: Plötzlich probiert der eine mal aus, wie das Futter des anderen schmeckt. Den meisten stehen dann direkt die Haare zu Berge, schließlich heißt es doch immer, dass Katzen kein Hundefutter essen dürfen – und umgekehrt. Aber ist das „Fremdessen“ tatsächlich so gefährlich für unsere Samtpfoten?

Hundefutter für Katzen: Dürfen sie es fressen?

Die gute Nachricht: Handelt es sich um eine einmalige Angelegenheit, dass ist Hundefutter für Katzen kein Problem. Die Betonung liegt allerdings auf der Ausnahme. Dies gilt gleichermaßen für ein gemopstes Hundeleckerli oder ein Bröckchen Trockenfutter. Gesunde Katzen überstehen so ein kulinarisches Abenteuer in der Regel ohne Probleme.

„Meine Katze frisst lieber Hundefutter“

Komplett anders sieht es dagegen aus, sollte der Halter auf die Idee kommen, auch seinen Stubentiger von nun an mit Hundefutter zu ernähren. Denn bei einer Fütterung der Katze mit Hundefutter über einen längeren Zeitraum droht eine Mangelernährung – mit gravierenden Folgen. Denn beide Tierarten haben ernährungsphysiologisch unterschiedliche Bedürfnisse! Während Katzen Fleisch essen MÜSSEN, um zu überleben, kommen Hunde im Prinzip auch mit einer pflanzlichen Ernährung klar.

Wie unterscheiden sich Hunde- und Katzenfutter?

Das im Handel erhältliche Katzenfutter ist auf die speziellen Bedürfnisse unserer Stubentiger ausgerichtet. Da sie strikte Fleischesser sind, brauchen Katzen deutlich mehr Proteine und Fette als Hunde. Auch andere Mineralstoffe und Vitamine sind nötig, um eine Katze gesund zu ernähren.

Dies liegt einerseits daran, dass ihr Darm kurz ist und von Natur aus speziell auf das Verdauen von Fleisch ausgerichtet ist. Im Gegensatz zu Hunden fehlt den Stubentiger das Enzym, um pflanzliche Nahrung verdauen zu können. Zudem benötigen sie wesentlich mehr Proteine: Während Katzenkinder rund eineinhalb Mal mehr Proteine zu sich nehmen müssen als Hundewelpen, sind es bei ausgewachsenen Katzen sogar zwei bis drei Mal mehr als bei ausgewachsenen Hunden!

Welche Risiken bestehen bei der Ernährung mit Hundefutter?

In tierischer Muskelmasse ist zudem die von Katzen dringend benötigte Aminosäure Taurin enthalten. Ihr Körper kann Taurin – im Gegensatz zu Hunden – nicht selbst herstellen; fehlt diese Aminosäure jedoch in ihrer Nahrung, drohen Augen- und Herzprobleme sowie Schwierigkeiten mit dem Stoffwechsel. Im schlimmsten Fall kann es sogar passieren, dass die Katze wegen des Taurinmangels erblindet.

Ein weiteres Problem, wenn Katzen mit Hundefutter ernährt werden, besteht darin, dass beide Tierarten unterschiedliche Vitamine für ein gesundes Leben benötigen. Aufgrund der fehlenden Darmenzyme ist es Katzen nicht möglich pflanzliche Beta-Karotine in Vitamin A umzuwandeln; sie benötigen jedoch dringend besonders viel Vitamin A für Augen sowie Knochen- und Muskelwachstum. Weitere Stoffe, die Katzen über ihre Nahrung aufnehmen müssen: Vitamin B1, die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure, und Vitamin D. Letzteres kommt besonders reichhaltig vor in Leber und Fettgewebe von Beutetieren.

Ein weiterer entscheidender Grund, wieso Katzen über kurz oder lang mit Mangelerscheinungen zu kämpfen haben bei einer Ernährung mit Hundefutter, ist die Tatsache, dass dieses häufig viel Getreide enthält. So soll der höhere Kohlenhydratbedarf von Hunden gedeckt werden, doch der Magen-Darm-Trakt von Katzen ist nun einmal nicht auf Getreide ausgerichtet, weshalb die Samtpfoten hierauf häufig sehr empfindlich reagieren. Es drohen zusätzlich zu den Mangelerscheinungen also auch noch Probleme mit der Verdauung.

Dürfen Katzen Hunde-Trockenfutter essen?

Während Hundehalter die Wahl haben, ihren Vierbeiner mit Nass- oder Trockenfutter zu ernähren, sieht die Angelegenheit bei Katzen komplett anders aus. Für diese muss das Futter sogar sehr feucht sein! Katzen decken fast ihren kompletten Wasserbedarf über ihr Futter – ansonsten droht schnell eine Dehydrierung. Eine Ernährung mit zu trockenem Futter kann Erkrankungen des Urintraktes und der Nieren auslösen.

Dürfen Katzen einmal Hundefutter fressen?

Bleibt das Naschen am Hundefutter eine Ausnahme, so ist dies in der Regel völlig harmlos. Als verantwortungsbewusster Halter sollte man aber unbedingt darauf achten, dass dies nicht zur Gewohnheit wird. Ein absolutes No-Go ist ganz klar, seine Katze ausschließlich mit Hundefutter zu ernähren. Hier drohen Mangelerscheinungen und diverse Erkrankungen.

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