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Blasensteine bei Katzen erkennen und richtig behandeln

Röntgenaufnahme von Harnsteinen bei einer Katze advice

Röntgen bringt Harnsteine ans Licht

© Shutterstock

Harnsteine bei Katzen sind nicht nur schmerzhaft für die Vierbeiner, sondern sorgen häufig für Missverständnisse beim Halter. Viele fragen sich: „Ist meine Katze unsauber geworden?“, weil die Samtpfote das Katzenklo meidet. Wir geben Tipps rund um Harnsteine bei Katzen.

von Philipp Hornung

Am 26.08.20, 17:36 veröffentlicht

Was sind Blasensteine bei Katzen?

Leidet die Katze unter Harnsteinen, auch „Blasensteine“ genannt, bezeichnen Experten dies als „Urolithiasis“. Harnsteine im Katzenurin entstehen durch winzige, in jedem Katzenkörper vorkommende Mineralien, die kristallisieren und dadurch „Steine“ bilden. Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Harnsteinen spielt der pH-Wert im Urin. Bei gesunden Samtpfoten sollte er zwischen 6,5 bis 7,2 liegen. Sinkt oder steigt er, kristallisieren Mineralien im Katzenurin – Harnsteine sind die Folge.

Mit ihrer rauen Oberfläche können sie die Blasenwand verletzen. Hierdurch kann es zu Schmerzen und Blut im Urin sowie zu Blasenentzündungen kommen. Harnsteine können die Harnröhre verstopfen – dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Die Urolithiasis bei der Katze gehört zu den Feline Lower Urinary Tract Diseases, kurz: FLUTD. So bezeichnen Experten eine Gruppe von Erkrankungen der Harnwege bei Katzen, die ähnliche Symptome hervorrufen.

Harngrieß

Harngrieß ist die Vorstufe von Harnsteinen. Es handelt sich um erste Ansammlungen von Mineralien im Katzenurin. In einer Urinprobe sind sie bereits mit bloßen Auge sichtbar – sie wirken wie Sandkörnchen. Harngrieß kann sich zu verschiedenen Harnsteinen entwickeln.

Struvitsteine

Bei Struvitsteinen handelt es sich um Ammonium-Magnesium-Phospat-Kristalle. Sie entstehen, wenn der pH-Wert im Urin über 7 liegt. Die Mineralien lagern sich dann mit Eiweißverbindungen des Katzenkörpers zusammen. Struvitsteine treten bei jungen bis mittealten Fellnasen am häufigsten auf und können bis zu 1 cm groß werden. Ein Futter, das reich an Magnesium und Phosphat ist, begünstigt sie.

Kalziumoxalat-Steine

Ein zu saurer Harn unter einem pH-Wert von 6,3 bietet ein optimales Milieu für die Entstehung von Kalziumoxalat-Steinen. Ein Zuviel an Kalzium im Futter kann diese Art von Harnsteinen auslösen. Sie treten tendenziell bei mittelalten und alten Katzen auf.

Seltene Blasensteine bei der Katze

Haben Katzen Harnsteine, handelt es sich dabei meist um Struvit- oder Kalziumoxalat-Steine. Doch in zehn Prozent der Fälle setzen die Steine sich aus anderen Mineralien zusammen. Entsprechend gibt es: Calciumphosphatsteine, Uratsteine und Cystinsteine.

Was sind die Ursachen für Harnsteine bei Katzen?

Selten sind bakterielle Infektionen Ursache für Blasensteine. Meist handelt es sich aber um eine Kombination aus Veranlagung, Futter, geringer Trinkmenge und weiteren Lebensumständen.

Es gibt also nicht den einen Auslöser, sondern mehrere, die im ungünstigen Fall Blasensteine verursachen.

Mehr dazu lesen Sie in den letzten beiden Abschnitten.

Symptome für Blasensteine bei Katzen

Die Bandbreite von Harnstein-Symptomen geht von leichten bis hin zu lebensbedrohlichen Beschwerden. Häufig ist Unsauberkeit das erste Symptom, was Katzenhalter auf die Notlage ihrer Samtpfote aufmerksam macht. Denn die Fellnasen haben Schmerzen beim Urinieren. Einige verbinden die Schmerzen mit dem Ort des kleinen Geschäfts, der Katzentoilette – und meiden diese. Folgendes können viele Katzenhalter von Samtpfoten mit Blasensteinen beobachten:

  • Miauen beim Urinieren
  • häufiges Absetzen von kleinen Urinmengen
  • langes Ausharren auf dem Katzenklo
  • Pinkeln auf weichen Untergrund: Teppiche, Handtücher, Bettzeug
  • die Katze meidet das Katzenklo
  • Inkontinenz – die Katze kann den Urin nicht halten
  • Blut im Urin

Leider missinterpretieren viele Katzenhalter Unsauberkeit als Verhaltensproblem, obwohl eine schmerzhafte Harnwegserkrankung dahintersteckt. Bei plötzlicher Unsauberkeit sollte der erste Weg immer zum Tierarzt führen!

Harnstein-Diagnose beim Tierarzt

Für den Tierarzt ist eine Urinprobe der Katze wichtig, um eine Diagnose stellen zu können. Es gibt spezielle Katzenstreu, um eine Urinprobe aufzufangen – für Halter von Freigängern kann die Urinprobe zu einer Herausforderung werden. In manchen Fällen muss der Urin in der Tierarzt-Praxis ausmassiert werden. Der Tierarzt untersucht den Harn auf Entzündungen sowie mit dem Mikroskop. Harnsteine sind unter dem Mikroskop ebenso sichtbar wie im Ultraschall. Es ist wichtig zu wissen, welche Harnsteine die Katze hat. Denn ein urinansäurendes Futter, das Struvitsteine auflöst, begünstigt Kalziumoxalat-Steine.

Blasensteine bei der Katze behandeln

Struvitsteine ohne starke Beschwerden können durch eine Ernährungsumstellung therapiert werden. Die Samtpfote erhält dafür medikamente oder ein spezielles Futter, das den Urin ansäuert. So lösen sich die Harnsteine im Verlauf von einigen Wochen auf. Eine regelmäßige pH-Wert-Kontrolle des Urins kann helfen, einem Ping-Pong-Effekt vorzubeugen. Denn wird der Urin zu sauer, können Kalziumoxalat-Steine entstehen. Sind diese vorhanden, bringen eine Futterumstellung oder Medikamente leider nichts. Liegen bakterielle Entzündungen der Blase vor, sind Antibiotika parallel einzunehmen.

Alternativ sind Ausmassieren, Ausspülen oder eine Operation weitere Möglichkeiten, Blasensteine bei der Katze zu behandeln. Wer auf Hausmittel gegen Harnsteine bei Katzen setzen möchte, sollte dies nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt tun. Um individuelle Homöopathie anzuwenden, sollten Sie einen erfahrenen Tierheilpraktiker aufsuchen. Die Kosten zur Behandlung von Harnsteinen bei Katzen variieren je nach Beschwerden stark.

Notfall Harnröhrenverschluss bei Katzen

Blockieren Harnsteine die Harnröhre, so dass Urin nicht mehr passieren kann, besteht akute Lebensgefahr für die Katze. Denn der Urin staut sich bis in die Nieren zurück. In Folge droht ein Nierenversagen, das innerhalb von zwei bis drei Tagen zum Tod führen kann. Da die Harnröhre bei Katern enger ist als bei weiblichen Tieren, sind sie anfälliger für einen lebensgefährlichen Harnröhrenverschluss aufgrund von Blasensteinen.

Der Tierarzt wird versuchen, den Harnstein auszumassieren oder in die Blase zu spülen, um eine Operation am sehr empfindlichen Harnleiter zu vermeiden. Ein vergleichbarer Notfall ist ein Harnleiterverschluss, der ebenfalls durch Harnsteine ausgelöst werden kann. Die Harnleiter verbinden die Blase mit der Niere. Apropos Nieren: Harnsteine können auch in die Nieren wandern und als Nierensteine zu Entzündungen oder chronischem Nierenversagen führen. Dies passiert jedoch selten.

Welches Futter eignet sich für Katzen mit Harnsteinen?

Sollten Katzen, die einmal Harnsteine hatten, lebenslänglich ein spezielles Futter bekommen? Darüber sind sich nicht alle Katzenfreunde einig. Viele Experten appellieren an die Umstellung auf ein hochwertiges Nassfutter. Denn Trockenfutter enthält kaum Feuchtigkeit. Da Katzen wenig trinken, leistet Nassfutter einen großen Beitrag zur Harnstein-Prophylaxe.

Unstrittig ist, dass viel Wasser Harnsteinen bei der Katze vorbeugt. Dadurch werden die im Urin enthaltenen Mineralien verdünnt. Bei einer akut kranken Katze sollten Sie immer den Rat des Tierarztes befolgen, wenn dieser eine spezielle Trockenfutter-Harnstein-Diät empfiehlt. Harnstein-Diäten tragen oft Bezeichnungen wie „Urinary“. Geht es um die Prävention, können Sie – unter regelmäßiger pH-Wert-Kontrolle – auf ein hochwertiges Nassfutter umsteigen.

Welche Katzen sind gefährdet, Harnsteine zu bekommen?

Jede Samtpfote kann Harnsteine bekommen. Doch es gibt Faktoren, die sich begünstigend auswirken. Einige Katzen bringen eine Veranlagung zu Blasensteinen mit – ob eine Urolithiasis bei bestimmten Rassen häufiger als bei anderen auftritt, ist umstritten. Perser, Heilige Birma und Ragdoll sollen ein höheres Risiko für Kalziumoxalat-Steine haben. Gemüse, Gras und Nüsse haben einen hohen Oxalatanteil – doch die wenigsten Samtpfoten haben darauf Heißhunger.

Langfristiges Füttern einer Spezialdiät gegen Struvitsteine kann ebenfalls Kalziumoxalat-Steine fördern. Ebenso wie Futter mit viel Kalzium und wenig Vitamin B6. Bestimmte Krankheiten und Medikamente wie Cortison und Furosemid können die Neigung zu Harnsteinen vergrößern. Das höchste Risiko für Harnsteine haben übergewichtige, kastrierte Stubentiger, also Katzen in reiner Wohnungshaltung, ab einem Alter von vier Jahren.

5 Tipps: Blasensteine bei Katzen vorbeugen