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Wenn jede Hilfe zu spät kommt: Leichenspürhunde

Leichenspürhund sucht nach Erdbeben advice
© Shutterstock

Ein perfektes Verbrechen hinterlässt keine Spuren? Weit gefehlt, wenn die Spezialisten auf vier Pfoten zum Dienst antreten. Die Fellnasen mit der Spezialausbildung sind wichtige Helfer der Polizei. Ihr feiner Geruchssinn erlaubt die gezielte Suche – an Land, in geschlossenen Räumen oder in tiefen Gewässern. Trotz ihrer außerordentlich guten Fähigkeiten, sind Leichenspürhunde in Deutschland noch eine Seltenheit.

von Nina Brandtner

Leichenspürhunde – Eigenschaften

Grundvoraussetzung für einen Leichenspürhund ist zweifelsohne ein ausgeprägter Spiel- und Beutetrieb, der eine hohe Motivation seitens der Fellnase sicherstellt. Für den Einsatz gibt es keine vorgeschriebenen Hunderassen. Vielmehr kommt es auf die geistige und körperliche Belastbarkeit des Hundes an. Hier sind Vierbeiner gefragt, die gerne mit dem Menschen zusammenarbeiten und Spaß an Schnüffelarbeit haben. Da höchste Konzentration bei den Einsätzen unabdingbar ist, lassen sie sich zudem nicht von Umwelteinflüssen beeinflussen. Ähnliches gilt natürlich auch für Rettungs- und Lawinenhunde.

Leichenspürhunde im Einsatz

Nichts für schwache Nerven: Sind die Spürhunde im Einsatz, gehen die Ermittler meistens vom Schlimmsten aus. Die Polizei und das Technische Hilfswerk (kurz: THW) setzen bei der Suche nach vermissten Personen auf die Leichenspürhunde. Die Spürnasen sind darauf trainiert, ausgestoßene Gase einer Leiche zu wittern und der Spur nachzugehen. Einige Einsatzgebiete sind folgende:

Die Suche im Wald oder auf großen Flächen:

Immer der Nase nach: Während Suchtruppen der Polizei tagelang ein großes Gebiet durchsuchen müssen, sind Leichenspürhunde effizienter. Doch eine einzelne Fellnase erreicht nach einer bestimmten Zeit ihre körperlichen Grenzen. Je nach Flächengröße werden mehrere Hunde eingesetzt oder der Hundeführer legt eine kurze Pause ein. Die Fähigkeiten einer Hundenase sind erstaunlich: Selbst wenn sich der leblose Körper in einer 50 cm tiefen Grube befindet, stellt dies kein Problem für den ausgebildeten Vierbeiner dar.

In geschlossenen Räumen:

Befindet sich die Leiche oder Spuren von ihr in einem Gebäude, ist es für den Spezialisten auf vier Pfoten keine schwierige Angelegenheit. Ob hinter verschlossenen Türen, nach einer akribischen Säuberung oder sogar einbetoniert, das Ergebnis bleibt dasselbe. Die Spürnase wittert den Geruch gnadenlos und schlägt an. Besonders beeindruckend ist der Fall Maddie McCann. Leichenspürhunde haben im Hotelzimmer angefangen zu bellen.

Unter Wasser:

Unter den Leichenspürhunden gibt es nochmals eine Spezialeinheit: Wasserleichenspürhunde. Aus einem kleinen Boot, welches sich im Schritttempo über die Wasseroberfläche bewegt, riecht die Spezial-Fellnase nach Verwesungsgerüchen, die nach oben steigen. Die Experten mit der Supernase sind gefragt. Für den Menschen ist die Suche in tiefen Gewässern nahezu chancenlos.

Spuren der Leiche:

Die Orte, an denen eine Leiche transportiert wurde – beispielsweise in einem Kofferraum – zeigt ein ausgebildeter Leichenspürhund mühelos an. Auch zurückgebliebene Kleidungsstücke der Leiche findet die Spürnase. Dadurch, dass die Vierbeiner neben Leichen auch Spuren eines Mordes wittern, leisten sie einen wertvollen Beitrag bei der Ermittlungsarbeit.

Leichenspürhunde – Training

Als Grundlage für das Training nutzen die Menschen den Spiel- und Beutetrieb, ähnlich wie bei Sprengstoffspürhunden. Ein Training zum zukünftigen Helfer der Polizei dauert circa acht Wochen und läuft in etwa folgendermaßen ab:

  • Der Ausbilder benutzt für das Training ein Plastikröhrchen mit Verwesungsgeruch (beispielsweise aus einem Kleidungsstück einer Leiche).
  • Der Hund schnüffelt an dem Trainingsgegenstand und bekommt direkt im Anschluss eine Belohnung.
  • Im nächsten Schritt versteckt der Ausbilder das Röhrchen.
  • Nun erhält der Vierbeiner den Befehl danach zu suchen.
  • Schlägt die Fellnase im Training erfolgreich durch Bellen an, bekommt sie im Gegenzug erneut eine Belohnung.

Fazit

Die Suche nach einer Leiche: Für die Ermittler ist es eine ernste Angelegenheit, der sie konzentriert und engagiert nachgehen. Der Hund hingegen versteht die Suche als ein Spiel. Genau diese Kombination – höchste Konzentration und Spaß an der Schnüffelarbeit – macht das Einsatzteam Hund und Mensch zu einem unschlagbaren Ermittlerteam.