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Kann zur Plage werden: die Braune Hundezecke

Braune Hundezecke

Braune Hundezecke

© Shutterstock

Wie die Auwaldzecke zählt die Braune Hundezecke zu den Gewinnern des Klimawandels. Denn sie mag es warm. Auch in Deutschland ist sie immer häufiger anzutreffen.

von Philipp Hornung

am 08.02.21, 16:06 aktualisiert

Was ist eine Braune Hundezecke?

Der wissenschaftliche Name der braunen Hundezecke lautet Rhipicephalus sanguineus. Sie gehört zur Gattung der Spinnentiere und zur Familie der Schildzecken. Der blutsaugende Parasit hat sich von Nordafrika aus in Südeuropa verbreitet. Aber auch in Deutschland ziehen immer mehr Hundehalter den Parasiten aus dem Hundefell. Meist gelangt sie als blinder Passagier über Reisen nach Deutschland. Leider kann die Braune Hundezecke viele Erkrankungen übertragen, die für Hunde gefährlich sind.

Warum befällt die Braune Hundezecke Hunde?

Wie der Gemeine Holzbock, die in Deutschland am meisten verbreitete Zecke, braucht die Braune Hundezecke Blut, um sich fortzupflanzen. Der Lieblingswirt dieses Parasiten ist der Hund. Auch die früheren Entwicklungsstadien, Larve und Nymphe, brauchen eine Blutmahlzeit, um sich weiterzuentwickeln. Larven saugen rund fünf bis 15 Tage Blut, bevor sie abfallen und sich nach rund 2 Wochen in eine Nymphe verwandeln. Ähnlich ist der Ablauf bei der Nymphe. Hat eine weibliche Zecke ihre letzte Blutmahlzeit genossen, lässt sie sich fallen und legt Tausende von Eiern. Sind keine Hunde erreichbar, sticht die Hundezecke auch Katzen – und Menschen. Dazu später mehr.

Wie erkenne ich eine Braune Hundezecke?

Die Braune Hundezecke misst „hungrig“ rund 3 mm, vollgesogen wird sie bis zu viermal so groß. Sie sieht dem Gemeinen Holzbock ähnlich, ist aber braun, der Gemeine Holzbock rötlich-braun. Männchen des Gemeinen Holzbocks haben einen weißen Rand am Rückenschild und sind so gut von der Braunen Hundezecke zu unterscheiden. Experten gehen davon aus, dass die Braune Hundezecke in Deutschland nicht im Freien überwintern und sich vermehren kann. Es ist somit unwahrscheinlich, dass der Hund sie beim Waldspaziergang einfängt.

Die Braune Hundezecke und ihre Verbreitung

Nördlich der Alpen kann die Braune Hundezecke den Winter nicht überleben. Es gibt aber ein anderes Problem, das sie zu einer großen Gefahr werden lässt: Sie kann sich, anders als heimische Zecken, in Wohnung vermehren. Denn ihr macht die trockene Wohnungsluft im Gegensatz zu ihren Verwandten nichts aus. Wie Flöhe legen die Weibchen Eier in Bodenritzen, Fußleisten oder andere dunkle Ecken. Bei rund 4.000 Eiern pro weibliche Zecke kann daraus schnelle eine Plage werden. Die Braune Zecke gelangt meist über einen Urlaub in Südeuropa nach Deutschland. Auch in Tierheimen oder Hundepensionen kann die Zecke sich vermehren.

Wie gefährlich ist die Braune Hundezecke für Hunde?

Die Braune Hundezecke kann mehrere Krankheiten übertragen, die gefährlich für den Hund sind. Hierzu gehören:

  • Babesiose, auch Hundemalaria
  • die „Mittelmeerkrankheit“ mit Blutungen, Durchfall und Fieber sowie Juckreiz
  • Ehrlichiose, die vor allem – aber nicht nur – für Welpen gefährlich ist

All diese Erkrankungen sind nur mit viel Aufwand und manchmal gar nicht zu behandeln. Wenn Sie eine Braune Hundezecke an Ihrem Hund finden, sollten Sie darum Kontakt mit Ihrem Tierarzt oder – wenn der Stich in Deutschland erfolgt ist – mit den Spezialisten der Universität Hohenheim aufnehmen. Die Symptome nach einem Stich der Braunen Zecke können von Apathie über Fieber bis zu Blutungen reichen, allerdings auch Wochen nach dem Stich auftreten.

Ist die Braune Hundezecke gefährlich für Menschen?

Wie der Name vermuten lässt, findet die Braune Hundezecke Menschen wenig appetitlich. Aber: Im Zweifel oder bei einer großen Zeckenpopulation in einer Wohnung sticht sie auch Zweibeiner. In seltenen Fällen kann sie dabei Krankheiten übertragen. Hierzu gehört das Mittelmeerfleckfieber. Ein erstes Anzeichen hierfür ist eine schwarze Verfärbung an der Einstichstelle, begleitet von Kopfschmerzen und Fieber. D

ie Braune Hundezecke kann Bakterien übertragen, die die Katzenkratzkrankheit oder das Fünftagefieber auslösen. Letzteres kann zu Entzündungen des Herzmuskels führen. Wenn Sie glauben, von einer Braunen Hundezecke gestochen worden zu sein, heben Sie die Zecke auf und wenden sich am besten an Ihren Hausarzt und/oder die Spezialisten der Universität Hohenheim

Braune Hundezecke entfernen

Wer eine Braune Hundezecke auf seinem Hund sichtet, sollte Sie schnellstmöglich entfernen. Denn je länger die Zecke saugt, desto größer ist die Gefahr, dass sie Krankheiten überträgt. Nutzen Sie Hilfsmittel wie eine Zeckenzange für Hunde oder eine Pinzette. Nutzen Sie weder Öl noch Klebstoff oder andere Substanzen, um die Zecke zu „ersticken“. Denn gerät die Braune Hundezecke in einen Todeskampf, könnte sie sich erbrechen und dabei Erreger übertragen. Tipps zum Entfernen von Zecken gibt’s in diesem Video:

Gleich weiterlesen: Zeckenschutz für Hunde

Haben Sie eine Braune Hundezecke entfernt, können Sie die Forschung rund um die unerwünschten Parasiten unterstützen. Senden Sie die Zecke selbst oder eine E-Mail mit einem guten Foto an das Team Parasitologie der Universität Hohenheim.

So schützen Sie Ihren Hund vor der Braunen Hundezecke

Wer mit seinem Hund Urlaub in mediterranen Gebieten macht, sollte vorher mit dem Tierarzt sprechen. Er kann Ihnen eine geeignete Zeckenprophylaxe empfehlen, zum Beispiel ein Spot-on-Präparat. Bei einem Urlaub in Gebieten, in denen die Braune Hundezecke ganzjährig vorkommt, sind Hausmittel keine Alternative. Denn wirkt zum Beispiel Kokosöl an Ihrem Hund gegen den Holzbock, heißt das nicht, dass es die Hundezecke abhält. Das Risiko für Krankheiten, unter denen der Hund bei einem Zeckenstich leidet, ist zu groß. Suchen Sie Hunde, die aus diesen Gebieten zu Ihnen kommen, gründlich nach Zecken ab. Hat sich die Braune Hundezecke in Ihrer Wohnung vermehrt, ist es oft notwendig, einen professionellen Schädlingsbekämpfer hinzuzuziehen.