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Hund kann nicht mehr aufstehen
© Yosita Somparawong / Shutterstock

Mein Hund kann nicht mehr aufstehen: Ursachen und Lösungen

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Es kann sehr besorgniserregend sein, wenn der geliebte Vierbeiner plötzlich Probleme hat, aufzustehen. Wir beleuchten mögliche Gründe und erklären, was hilft.

Wenn Ihr Hund plötzlich nicht mehr aufstehen kann, ist das ein ernstzunehmendes Warnsignal. Es gibt eine Vielzahl möglicher Ursachen, von akuten Verletzungen bis hin zu chronischen Erkrankungen, die zu dieser Einschränkung führen können.

Dieser Ratgeber bietet Ihnen einen fundierten Überblick über mögliche Gründe, erste Maßnahmen sowie langfristige Pflege und Prävention. Beachten Sie bitte, dass dieser Ratgeber keine tierärztliche Beratung ersetzt – bei akuten oder schwerwiegenden Symptomen sollten Sie umgehend einen Tierarzt kontaktieren.

Der Hund kann nicht mehr aufstehen: Gründe

Es gibt viele potenzielle Ursachen dafür, dass Ihr Hund Schwierigkeiten hat, aufzustehen. Eine häufige Ursache sind altersbedingte Veränderungen oder Verletzungen, die die Beweglichkeit beeinträchtigen können. Dazu gehören Muskelschwäche der Hinterläufe, neurologische Erkrankungen, ein Bandscheibenvorfall oder sogar ein eingeklemmter Nerv. Diese Zustände erfordern oft tierärztliche Untersuchungen, um die genaue Ursache herauszufinden und eine geeignete Behandlung zu ermöglichen.

Verletzungen und Gelenkprobleme

Gelenkprobleme sind speziell bei älteren Hunden weit verbreitet und können das Aufstehen erschweren. Neben Arthrose können auch Verstauchungen, Verrenkungen oder Brüche dazu führen, dass sich ein Hund nur noch schwer bewegen kann. 

Des Weiteren ist es möglich, dass eine Überdehnung oder Risse in den Muskeln oder Sehnen zu akuten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Es ist wichtig, diese Verletzungen frühzeitig zu erkennen, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

Der Tierarzt wird vermutlich Röntgenbilder machen, um festzustellen, ob es Frakturen oder andere sichtbare Anomalien gibt. Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente sowie Physiotherapie können helfen, die Symptome zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.

Bandscheibenvorfall und seine Auswirkungen

Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn das weiche Innere einer Bandscheibe durch einen Riss austritt und auf Nerven drückt. Dies ist äußerst schmerzhaft und kann die Mobilität stark einschränken. Betroffene Hunde zeigen oft Symptome wie plötzliches Jaulen, wenn sie versuchen, sich zu bewegen.

Die Behandlung reicht von konservativen Methoden wie Ruhe und Physiotherapie bis hin zu einer möglichen Operation. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Heilungschancen erheblich.

Neurologische Erkrankungen

Auch neurologische Erkrankungen können dazu führen, dass ein Hund nicht mehr eigenständig aufstehen kann. Schlaganfälle, Entzündungen oder Tumore im Gehirn bzw. Rückenmark können die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigen. Myasthenia gravis beispielsweise ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln beeinflusst und Schwäche hervorruft.

Symptome wie plötzliche Schwächeanfälle oder unkoordinierte Bewegungen sollten ernst genommen werden. Diagnosen wie diese erfordern spezialisierte Tests und Behandlungen, oftmals mit einer Kombination aus Medikamenten und Therapie. Ein Beispiel für angeborene neurologische Störungen ist das Schwimmer-Syndrom bei Welpen.

Andere medizinische Zustände

Schmerzen aufgrund von Infektionen, inneren Erkrankungen oder nach Operationen können ebenfalls dazu führen, dass der Hund sich nicht mehr bewegen möchte.

In seltenen Fällen ist es möglich, dass ein Kreislaufzusammenbruch oder ein anderer systemischer Zustand die Ursache dafür ist, dass ein Hund nicht mehr aufstehen kann.

Alterserscheinungen als Herausforderung

Ältere Hunde zeigen oft verschiedene Alterserscheinungen, die ihren Bewegungsapparat betreffen. Die Muskeln werden schwächer und die Knochen spröder. Dieses Nachlassen der physischen Fähigkeiten kann dazu führen, dass einfache Bewegungen wie das Aufstehen zur Qual werden.

Um dem entgegenzuwirken, ist Bewegungsmanagement essentiell. Regelmäßige, aber moderate Spaziergänge können dabei unterstützen, die Muskelkraft zu erhalten. Auch spezielle Nahrungsergänzungsmittel für Senioren-Hunde können hilfreich sein. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, welche Optionen am besten geeignet sind.

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Älterer Hund kann nicht mehr aufstehen

Besonders bei älteren Hunden treten häufig altersbedingte Veränderungen auf, die das Aufstehen erschweren. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Gelenke ab, und degenerative Prozesse wie Arthrose können zu chronischen Schmerzen führen und die Bewegungsfähigkeit einschränken.

Bei diesen Tieren ist es wichtig, regelmäßige tierärztliche Kontrollen durchzuführen, um frühzeitig therapeutische Maßnahmen einzuleiten. Angepasste Bewegung, gezielte physiotherapeutische Übungen sowie eine optimierte Ernährung können helfen, die Mobilität zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.

Hund kann mit den Hinterbeinen nicht mehr aufstehen

Ein weiteres häufig auftretendes Problem ist, dass Hunde aufgrund von Schwierigkeiten mit den Hinterbeinen nicht mehr aufstehen können. Oft sind hier spezifische orthopädische oder neurologische Probleme ursächlich.

Erkrankungen wie Arthritis, Hüftdysplasie oder Bandscheibenvorfälle können dazu führen, dass die Hinterbeine nicht genügend Kraft aufbringen, um den Körper zu stützen.

Dies äußert sich in einer deutlichen Bewegungseinschränkung, bei der der Hund Schwierigkeiten hat, von einer liegenden in eine stehende Position zu wechseln. Eine sorgfältige Untersuchung durch den Tierarzt ist in solchen Fällen unerlässlich, um die genaue Ursache festzustellen und gezielte Behandlungsmaßnahmen einzuleiten.

Erste Maßnahmen bei akuter Hilflosigkeit

Ruhe bewahren und Beobachten

  • Ruhige Umgebung schaffen: Minimieren Sie Stressfaktoren und halten Sie Ihren Hund an einem warmen, ruhigen Ort.
  • Beobachtung: Notieren Sie, wann die Symptome erstmals auftraten, wie lange der Hund schon Schwierigkeiten hat und ob es weitere Auffälligkeiten wie Schmerzen, Zittern oder ungewöhnliche Körperhaltungen gibt.

Sanfte Unterstützung

  • Vorsichtiges Heben und Umlagern: Falls Sie Ihren Hund bewegen müssen, unterstützen Sie ihn sanft. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, die weitere Verletzungen verursachen könnten.
  • Erste Hilfe: Bei kleineren Verletzungen können vorsichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen hilfreich sein. Dies kann beispielsweise das Kühlen eines verletzten Bereichs (sofern eine akute Schwellung vorliegt) umfassen. In keinem Fall sollten Sie jedoch eigenständig Schmerzmittel verabreichen, da viele humanmedizinische Medikamente für Hunde schädlich sind.

Tierärztliche Notfallversorgung

Wenn der Hund plötzlich nicht mehr aufstehen kann oder starke Schmerzen zeigt, sollten Sie ohne Verzögerung einen Tierarzt oder eine tierärztliche Notfallklinik kontaktieren.

Falls nötig, bringen Sie Ihren Hund behutsam und möglichst ruhig zur Untersuchung. Oftmals ist es hilfreich, ihn auf einer Decke oder einem stabilen Untergrund zu transportieren, um die Gelenke zu schonen.

Hund kann nicht mehr aufstehen
Können ältere Hunde nicht mehr aufstehen, liegt es häufig an Arthrosen (Vetlife / Shutterstock)

Diagnostik und Behandlung durch den Tierarzt

Der Tierarzt wird zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung durchführen, um den Allgemeinzustand Ihres Hundes zu beurteilen.

Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder in manchen Fällen eine Computertomographie (CT) bzw. Magnetresonanztomographie (MRT) helfen dabei, Knochenbrüche, Gelenkschäden oder neurologische Auffälligkeiten zu identifizieren. Blutuntersuchungen können weitere Hinweise auf entzündliche Prozesse oder systemische Erkrankungen liefern.

Therapieansätze

  • Medikamentöse Behandlung: Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente oder Muskelrelaxantien können zur Linderung der Beschwerden beitragen.
  • Physiotherapie und Rehabilitation: Gerade bei degenerativen Erkrankungen oder nach einer Verletzung kann eine gezielte physiotherapeutische Behandlung helfen, die Beweglichkeit wiederherzustellen.
  • Chirurgische Eingriffe: Bei schweren Verletzungen wie Frakturen oder Bandscheibenvorfällen kann eine Operation notwendig sein.
  • Langfristiges Schmerzmanagement: Besonders bei chronischen Erkrankungen ist eine dauerhafte Schmerzkontrolle wichtig, um die Lebensqualität Ihres Hundes zu erhalten.

Langfristige Betreuung und Pflege

Passen Sie das Aktivitätsniveau Ihres Hundes an. Regelmäßige, aber schonende Bewegung fördert die Muskulatur und die Gelenkfunktion, ohne den Hund zu überfordern. Hunde mit Mobilitätsproblemen profitieren enorm von individueller Anpassung ihrer Umgebung. Vermeiden Sie glatte Oberflächen, auf denen Ihr Hund leicht wegrutschen könnte. Investieren Sie in rutschfeste Teppiche und Rampen, um Treppen zu überwinden, ohne Springen zu müssen.

Speziell entworfene Hundebetten bieten zusätzlichen Komfort und erleichtern das Aufstehen. Derartige Anpassungen vermindern das Risiko von Schlimmerem und erhöhen das Wohlbefinden.

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die allgemeine Gesundheit und kann dazu beitragen, Entzündungen zu reduzieren. Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich und kann Schmerzen verstärken. Eine kontrollierte Fütterung und ggf. spezielle Diäten sind daher wichtig.

Gerade bei chronischen Erkrankungen sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen erfolgen, um den Verlauf der Erkrankung zu überwachen und die Therapie anzupassen. Regelmäßige Besuche beim Tierarzt helfen auch, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Hund kann nicht mehr aufstehen: Einschläfern?

Die Entscheidung, einen Hund einzuschläfern, stellt eine der schwierigsten Herausforderungen für jeden Halter dar. Diese Option sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn die Lebensqualität des Tieres massiv eingeschränkt ist und keine Aussicht auf Besserung besteht.

Unerträgliche Schmerzen, die trotz intensiver Therapie nicht gelindert werden können, oder eine schwerwiegende Verschlechterung des Gesundheitszustandes können Indikatoren für diese Situation sein.

In einem solchen Fall ist es unabdingbar, in einem offenen Gespräch mit dem Tierarzt alle Optionen zu besprechen und gemeinsam zu entscheiden, ob eine Euthanasie im besten Interesse des Tieres liegt.

Präventive Maßnahmen und Alltagstipps

Prävention spielt eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der Gesundheit Ihres Hundes. Einen gesunden Lebensstil zu fördern, hilft, vielen Problemen vorzubeugen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund genug Bewegung bekommt, aber übertreiben Sie es nicht, da Überanstrengung kontraproduktiv sein kann.

Achten Sie darauf, dass Ihre Fellnase immer hochqualitative Nahrung erhält, die alle nötigen Nährstoffe bietet. Zudem kann regelmäßiges Gewichtstraining und Muskelaufbau gut gegen Altersschwäche wirken. Für Hunde mit bekannten Gelenkproblemen kann der Einsatz von Ergänzungsfuttermitteln sinnvoll sein.

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