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Neugeborener Welpe

Wie lange darf der Welpe im Geburtskanal stecken, ohne Schaden zu nehmen?

© Lebedko Inna / Shutterstock

Wie lange darf ein Welpe im Geburtskanal stecken?

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Eine Welpengeburt ist eine freudige Angelegenheit, aber auch Sorge um mögliche Komplikationen ist dabei. Wie lange darf ein Welpe im Geburtskanal stecken?

Ist die eigene Hündin tragend, dann ist das für jeden Halter natürlich ein ganz besonderes Ereignis. Gespannt fiebert ihm entgegen. Nach rund 65 Tagen wird die Geburt der Welpen erwartet. Natürlich kann die Geburt immer auch ein wenig früher oder später einsetzen, ähnlich wie beim Menschen.

Selbst wenn 90 Prozent aller Welpengeburten ohne Komplikationen ablaufen, besteht dennoch immer ein gewisses Risiko. Deshalb sollte man als Halter wissen, wann ein Eingreifen und Unterstützung dabei wichtig sind. Zudem sollten Sie erkennen, wann ein Welpe im Geburtskanal steckt und wie lange das unkritisch ist.

Die drei Phasen der Hundegeburt

Um zu wissen, was bei einer Hundegeburt normal ist und insofern unproblematisch, sollte man die drei Phasen kenne, die eine Hündin während der Geburt durchmacht. Gerade die Zeiträume, die die einzelnen Phasen andauern, sind ein guter Hinweis, ob alles normal verläuft oder die Hündin Unterstützung benötigt.

Die Grundregel lautet: Die gesamte Geburt sollte nicht länger als bis zu 36 Stunden dauern.

In der ersten Phase, der Eröffnungsphase, sehen Sie der Hündin körperlich nicht viel an. Die ersten Wehen haben bereits eingesetzt, ohne dass diese erkennbar sind. Mit Glück ist Schleimaustritt aus der Scheide der Hündin zu sehen. Aber die Hündin wird sich immer wieder belecken und so verschwindet der Schleim schnell.

Besonders auffällig ist das Verhalten einer Hündin, bei der die Geburt einsetzt. Sie ist unruhig, gestaltet ihre Wurfkiste um, schaut sich viel zu ihrem Bauch um und hechelt. Zudem wird sie, wenn sie ihrem Halter vertraut, auf dessen Nähe bestehen. Und man sollte sie nun auch nicht mehr allein lassen. Diese Phase kann 6 bis 12 Stunden dauern.

Während der Austreibungsphase, der zweiten Phase der Hundegeburt, siehst du grünliches Fruchtwasser aus der Scheide austreten. Innerhalb der nächsten 60 Minuten wird der erste Welpe geboren. Erkennbar ist dies an den starken Presswehen, die schließlich einsetzen.

Schäferhündin beleckt neugeborenen Welpen

Ist die Geburt gut überstanden, sind alle erleichtert© foto ARts / Shutterstock

Der folgende Welpe wird unter Wehen innerhalb der nächsten 15 Minuten geboren. Es kann aber auch sein, dass die Hündin eine Pause einlegt und sie sich ohne Wehen 30 Minuten bis zu 2 Stunden erholt und um die bereits geborenen Welpen kümmert.

Die Austreibungsphase sollte maximal 12 Stunden dauern.

In der letzten Phase der Geburt, der Nachgeburtsphase, wird die Nachgeburt innerhalb von 15 Minuten nach dem Welpen aus dem Hündinnenkörper ausgestoßen. Diese frisst die Hündin auch gleich auf, denn sie braucht die darin enthaltenen Nährstoffe. Nun wird es merklich ruhiger: Die Welpen liegen an ihrer "Milchbar" und die Hundemama erholt sich von den Anstrengungen der Geburt.

Wie lange darf der Welpe im Geburtskanal stecken?

Ist das Fruchtwasser bereits ausgetreten und die Hündin zeigt deutliche Wehen, sollte der Welpe innerhalb der nächsten 15 bis 30 Minuten geboren sein. Ist dies nicht der Fall und die Wehen halten an, steckt der Welpe im Geburtskanal fest.

Das Feststecken des Welpen ist eine schwere Geburtsstörung und der Hündin muss umgehend geholfen werden, zu ihrem Wohl und dem Wohl des feststeckenden Welpen.

Steckt der Welpe länger als 30 Minuten im Geburtskanal fest und man sieht einen Teil des Welpen bereits, wird die Nabelschnur des Welpen abgeklemmt. Er wird nicht mehr richtig versorgt.

Die Hündin kann zudem stark bluten und extreme Schmerzen durch die anhaltenden Wehen oder den im Geburtskanal feststeckenden Welpen haben.

Schnelle Hilfe ist also absolut notwendig!

Hundemutter kuschelt mit Welpen

Steckt der Welpe im Geburtskanal fest, ist schnelles Reagieren wichtig © Pawel Rajtar / Shutterstock

Was tun, wenn der Welpe im Geburtskanal feststeckt? 

Zunächst ist der Grund für das Feststecken entscheidend, damit der Hündin zielgenau geholfen werden kann. Erfahrene Züchter können dies mit ein paar Handgriffen häufig lösen. Erst-Hebammen bei der eigenen Hündin sollten sich hier lieber auf ihren Tierarzt verlassen. Die Notrufnummer des Tierarztes sollte daher bei einer Geburt immer zur Verfügung stehen. Zudem sollte der Tierarzt auch über die bevorstehende Geburt informiert sein.

Gründe, warum der Welpe feststeckt, können sein:

  • Sehr großer Welpe
  • Fehllage des Welpen
  • Wehenschwäche der Hündin

Einige Arten der Fehllagen können manuell gelöst werden, aber nur durch einen erfahrenen Züchter oder einen Tierarzt.

Bei einem sehr großen Welpen und bei bestimmten Fehllagen sieht es schon anders aus. Ein Herausziehen könnte die Hundemama verletzen. Hier ist ein Kaiserschnitt erforderlich. Bei einigen Hunderassen, wie der Französischen Bulldogge, ist dies durch den großen Kopf der Welpen sogar sehr verbreitet.

Ein weiteres Problem kann die Wehenschwäche sein. Mögliche Gründe hierfür sind zu wenig Oxytocin oder zu wenig Kalzium im Körper der Hündin. Ein Wehentropf mit eben diesen Substanzen, der vom Tierarzt verabreicht wird, kann der Hündin dabei helfen, die Geburt allein weiter zu schaffen. Reicht dies nicht aus, ist auch hier ein Kaiserschnitt die einzige Lösung für gesunde Welpen und eine gesunde Hundemama.

Welpe steckt im Geburtskanal fest: Maßnahmen vorab

Um das Risiko von Geburtskomplikationen zu verringern, sollte schon vorab darauf geachtet werden, dass die Hündin vor der Geburt optimal versorgt wird. Wurde sie vom Tierarzt vorher mehrmals untersucht? Hat sie die richtige Ernährung während ihrer Schwangerschaft gehabt?

Außerdemn sollten Sie für Ihre Hündin da und dafür sorgen, dass sie nur den Stress der Geburt hat. Das bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt keine fremden Menschen im Haus sind und dass die Hündin eine Wurfkiste hat, in der sie sich wohlfühlt - sauber, kuschelig, nicht zu hell und warm.

Während des Geburtsvorgangs sollte die Hündin sehr genau beobachtet werden, um sofort eingreifen zu können, wenn etwas nicht stimmt. Beachten Sie dabei, dass die Hündin eventuell keine Dauernähe von ihrem Halter möchte. Zudem sollte man nun unbedingt eine gewisse Ruhe ausstrahlen. Die Hündin spürt sonst Ihren Stress und lässt sich davon anstecken.

Informieren Sie Ihren Tierarzt umgehend, wenn die Geburt eingesetzt hat, damit er bei Problemen schnell helfen kann. Der Zeitraum zwischen den Wehen für die einzelnen Welpen ist meist recht kurz. Ihr Tierarzt sollte daher schnell kommen können.

 

Woher weiß ich, dass die Geburt zu Ende ist?

Das ist natürlich die zentrale Frage, wenn man sichergehen möchte, dass kein Welpe mehr im Geburtskanal steckt. Dies lässt sich bereits vorab klären - per Röntgen. Damit man weiß, wie viele Welpen bei der Geburt zu erwarten sind, wird Ihr Tierarzt in der 6. Woche der Trächtigkeit eine Röntgenaufnahme der Hündin machen.

Auf der Aufnahme kann der Tierarzt die Anzahl der Welpen erkennen. Diese Info ist wirklich wichtig vor der Geburt, damit im Zweifelsfal schnell erkannt wird, ob noch ein Welpe in der Hundemama ist.

Sind alle Welpen geboren und alle Nachgeburten ebenfalls aus der Hündin herausgetreten, ist die Geburt mit der Versorgung der Welpen, der Aufnahme der Colostrum und dem Ausruhen der Hundemama glücklich abgeschlossen. 

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