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Der Deckakt bei Hunden: Alles zu Hunde-Sex

Zwei Hunde beim Deckakt

Hunde-Sex: So sieht der Deckakt bei Hunden aus

© atiger / Shutterstock

Wenn läufige Hündin und Rüde auf der Straße aufeinandertreffen, schlagen die Hormone Purzelbäume. Die beiden wollen nur eins: Sex – und zwar sofort! Jetzt ist es wichtig, als Halter einen kühlen Kopf zu bewahren.

von Nina Brandtner

Am 21.04.21, 10:00 veröffentlicht

Deckakt beim Hund: Wann kommt es zum Hunde-Sex?

Damit ein Geschlechtsakt stattfinden kann, müssen Hündin und Rüde geschlechtsreif sein. Hündinnen werden mit der ersten Läufigkeit, im Alter zwischen sieben und 14 Monaten, erstmals läufig. Rüden sind mit ungefähr einem Jahr, oftmals bereits früher, geschlechtsreif. Während der Rüde praktisch das ganze Jahr über bereit für Hundesex ist, ist es die Hündin nur während ihrer Läufigkeit, genauer gesagt: während der Standhitze.

Experten bezeichnen diese empfängnisbereiten Tage auch als „Brunst“ oder „Östrus“. In dieser Phase des Zyklus reifen die befruchtungsfähigen Eizellen heran. Bereits in der Vorphase (Proöstrus) riecht die Hündin attraktiv für Rüden, lässt allerdings keinen Geschlechtsakt zu. Die Standhitze dauert zwischen drei und 21 Tagen, durchschnittlich aber neun Tage.

Gleich weiterlesen: Läufigkeit bei der Hündin

Wie haben Hunde Sex?

So wild die Hormone unsere Vierbeiner machen mögen: Der Geschlechtsakt folgt einem Jahrtausende Jahre alten „Protokoll“, an das die meisten Hunde sich halten. Das bedeutet: Vor dem Sex kommt das Kennenlernen. Auch wenn es nur wenige Minuten dauert…

Das Vorspiel

Auch bei Hunden gibt’s ein Vorspiel, das jedoch unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Manche kommen direkt zur Sache. Doch die meisten Hunde beschnuppern sich vor dem Geschlechtsakt ausgiebig und besteigen sich gegenseitig.

Das Ende des Vorspiels läutet die Hündin ein, indem sie ihre Bereitschaft signalisiert: Sie präsentiert dem Rüden ihr Hinterteil und streckt den Schwanz zur Seite. Bei zufälligen Hundebegegnungen bietet dieses Vorspiel den Hundehaltern meist ausreichend Zeit, um einzugreifen und die Hunde im Liebesrausch zu trennen.

Der Deckakt beim Hunde-Sex

Beim eigentlichen Deckakt steigt der Rüde von hinten auf die Hündin und hält sich mit den Vorderpfoten an ihrem Rücken fest. Erst nach dem Eindringen kommt es zur vollständigen Erektion des Hundepenis.

Sowohl Penis und Vagina schwellen an, was zur Folge hat, dass die Scheide der Hündin verschlossen wird. Rüde und Hündin sind regelrecht miteinander verknotet. Kurz darauf kommt es zur Ejakulation des Rüden.

Hängepartie nach dem Sex

Zum Decken gehört das sogenannte Hängen. Der Hund steigt nach der Ejakulation von der Hündin ab. Weil Vagina und Penis jedoch noch geschwollen sind, bleiben die beiden aneinander „hängen“. Der Rüde dreht sich währenddessen seitlich weg. Erst wenn die Geschlechtsteile abgeschwollen sind, kann er den Penis herausziehen.

Die Dauer des Hängens kann sehr unterschiedlich sein – von wenigen Minuten bis zu rund einer Stunde. Das Hängen steigert die Chance auf eine Befruchtung der Eizellen. Denn hierbei gelangt Sekret aus der Prostata in die Scheide, das die Samenzellen weiter in die Gebärmutter der Hündin spült.

Achtung, Verletzungsgefahr: Rüde und Hündin beim „Hängen“ auf keinen Fall gewaltsam trennen!
Nicht gewaltsam trennen: Hunde beim Deckakt
© cynoclub / Shutterstock

Wie lange dauert der Deckakt bei Hunden?

Hundesex kann unterschiedlich lange dauern – manche Hunde verzichten auf ein Vorspiel und „hängen“ kurz. So kann der Geschlechtsakt nach wenigen Minuten vorüber sein. Meist dauert Hundesex aber 15 bis 20 Minuten.

In seltenen Fällen und bei langem Hängen kann es über eine Stunde dauern, bis die beiden Turteltauben wieder getrennt sind. Auch wenn kein Nachwuchs gewünscht ist, sollten Sie die Hunde aufgrund von Verletzungsgefahr nach dem Aufreiten nicht mehr trennen.

Deckvorgang bei Hunden: Ist die Hündin trächtig?

Rund drei Wochen nach Beginn der Trächtigkeit kann eine Ultraschalluntersuchung Aufschluss darüber geben, ob die Hündin trächtig ist. Weitere Möglichkeiten der Diagnose sind der Nachweis eines Schwangerschaftshormons mittels Blutabnahme (Relaxintest). Geübte Tierärzte können zwischen der dritten und vierten Trächtigkeitswoche die Föten ertasten (Palpation).

Ungewollten Nachwuchs verhindern

Wer einen Hund hat, ist auch für dessen Nachwuchs verantwortlich. Wer kein Züchter in einem anerkannten Verein ist, sollte darum dafür sorgen, dass es nicht zu einem Deckakt kommt. Die Tierheime sind voller erwachsen gewordener „Ups“-Würfe und Mischlinge. Auch für die Zucht von Rassehunden braucht es mehr als eine läufige Hündin und einen Rüden. Zudem geht jede Trächtigkeit mit gesundheitlichen Risiken für die Hündin einher.

Halten Sie darum läufige Hündinnen und Rüden in deren Nähe unter Kontrolle. Kommt es dennoch zu einem ungewollten Deckakt, suchen Sie unverzüglich einen Tierarzt auf. Er kann Sie rund um eine Abtreibung beim Hund beraten. Zur Verfügung stehen unter anderem Hormonspritzen, die allerdings in relativ kurzem Abstand nach dem Deckakt gegeben werden müssen.

Gleich weiterlesen: Hund kastrieren

Achtung: Aufreiten ist nicht immer gleich Hunde-Sex

Viele Hundehalter kennen das Aufreiten von Hunden auf Artgenossen oder sogar das Rammeln von Gegenständen oder Menschen. Aufreiten bei Hunden ist allerdings nicht immer sexuell motiviert. Auch Hündinnen oder kastrierte Rüden reiten auf. Vor allem junge Hunde testen beim Aufreiten gerne ihre Kräfte – wird der andere Hund sich wehren und sie in die Schranken weisen?

Aufreiten kann außerdem eine Übersprungshandlung von sozial überforderten Hunden sein. In seltenen Fällen zeigt Rammeln von Gegenständen eine Unterforderung an. Welche Gründe hat das Aufreiten bei Ihrem Hund? Im Zweifel sollten Sie einen Hundetrainer oder Tierpsychologen um Rat fragen.