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Wie lese ich ein Etikett von Hunde- und Katzenfutter richtig?

Etikett von Tierfutter richtig lesen advice © Purina

Hersteller von Tiernahrung müssen sich an strenge europäische Richtlinien und Gesetze halten. Das gilt nicht nur für den Inhalt selbst, sondern auch für die Verpackung und das, was dort zu lesen ist. Diese sogenannte Deklaration beinhaltet die Zusammensetzung, die enthaltenen Zusatzstoffe sowie die analytischen Bestandteile von Hunde- und Katzenfutter. So können Tierfreunde nachvollziehen, was genau sie ihrem Liebling servieren. Mithilfe der Experten von Purina, einem der führenden Hersteller von Tiernahrung, schauen wir genauer hin. Lesen Sie im Folgenden, was die Etiketten uns über den Inhalt von Katzen- und Hundefutter verraten.

von Nina Brandtner

Alleinfutter oder Ergänzungsfutter

Trägt eine Katzen- oder Hundenahrung die Bezeichnung „Alleinfuttermittel“, bedeutet dies, dass das Futter alles enthält, was der Vierbeiner braucht. Das Futter ist ausgewogen und enthält die richtige Menge an Proteinen und Mineralstoffen für ein langes Hunde- oder Katzenleben. Ergänzungsfuttermittel hingegen eignen sich nur zum gelegentlichen Füttern. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Snacks oder helles Filetfleisch ohne Zusatzstoffe. Wer auf Dauer viel Ergänzungsfuttermittel füttert, riskiert, dass sein Vierbeiner unter Mangelerscheinungen leidet.

Was bedeutet „Reich an…“?

Was auf Dosen und Beuteln stehen darf, ist genau vorgeschrieben. Der Verband der europäischen Heimtierindustrie (Fediaf) regelt, was unter den Begriffen „reich an…“ oder „mit Huhn-Geschmack“ zu verstehen ist. Die Purina-Experten geben uns Beispiele anhand einer Tiernahrung mit Huhn:

  • „mit Huhn-Geschmack“ bedeutet, es sind weniger als 4 Prozent Huhn im Futter enthalten.
  • Futter „mit Huhn“ besteht zu mindestens 4 Prozent aus Huhn.
  • „reich an Huhn“ bezeichnet eine Tiernahrung, bei der mindestens 14 Prozent vom Huhn stammen.
  • Ein „Huhn-Menü“ beinhaltet mindestens 26 Prozent Zutaten vom Huhn.
„Mindestens“ bedeutet, dass auch mehr der namensgebenden Fleischsorte enthalten sein kann. Die übrigen Prozente setzen sich aus Fleisch und Nebenerzeugnissen von anderen Tieren, also beispielsweise Lamm, Rind oder Ente, zusammen.

Das verrät uns die Zusammensetzung über ein Futter

Die Deklaration eines Futters besteht aus drei Abschnitten: Der „Zusammensetzung“, den „Zusatzstoffen“ sowie den „Analytischen Bestandteilen“. Die Zusammensetzung gleicht dabei einer Zutatenliste für ein Kochrezept: Sie listet die enthaltenen Hauptzutaten auf. Die Zutat, die den größten Anteil ausmacht, steht an erster Stelle der Liste. Je weiter hinten in der Liste, desto weniger von dem jeweiligen Inhaltsstoff ist im Futter enthalten. Bei einem Hunde- oder Katzenfutter ist es ein gutes Zeichen, wenn Fleisch an erster Stelle der Deklaration steht.

Was sind tierische Nebenerzeugnisse?

Häufig steht in der Zutatenliste „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ an erster Stelle. Nebenerzeugnisse stehen dabei keinesfalls für eine schlechtere Qualität. Es handelt sich dabei um Zutaten von Schlachttieren, die auch für den menschlichen Verzehr geeignet wären. Dazu gehören Innereien wie Leber, Niere oder Lunge, die Hund und Katze mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Purina wählt Nebenerzeugnisse aus, die besonders wertvoll für Hunde und Katzen sind.

Manches, worüber wir die Nase rümpfen, ist für die Vierbeiner nicht nur schmackhaft, sondern auch leicht verdaulich.

Das hält nicht nur die Kosten von hochqualitativem Tierfutter in einem erschwinglichen Rahmen, sondern reduziert zudem die Verschwendung rund um die Verwertung von gesunden Nutztieren.

Frau kauft Tierfutter
Wer ein Etikett richtig lesen kann, findet für jeden Vierbeiner das passende Futter.© Shutterstock

Zusatzstoffe

Hersteller sind verpflichtet, alle enthaltenen Zusatzstoffe inklusive Mengenangabe aufzulisten. Wie die Bezeichnung bereits andeutet, sind dies Stoffe, die zusätzlich zu den Hauptzutaten in Dose oder Beutel wandern. Zu den Zusatzstoffen zählen unter anderem Vitamine wie Vitamin A oder Mineralstoffe wie Eisen, Kupfer, Zink und Mangan. Angaben rund um Taurin sind vor allem für Katzenbesitzer interessant, denn Katzen sind auf Taurin in der Ernährung angewiesen. Die Hersteller fügen diese ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe hinzu, um sicherzugehen, dass Katze und Hund alle Nährstoffe bekommen, die sie benötigen.

Ausreichend Nährstoffe nur dank Zusatzstoffen

Warum ist dies überhaupt notwendig? Einerseits enthalten Fleisch und Nebenerzeugnisse keine konstanten Mengen der nötigen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Außerdem können die Nährstoffe durch die Verarbeitung Schaden nehmen, so dass sie nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden sind. Mit Zusatzstoffen gewährleisten verantwortungsvolle Hersteller wie Purina, dass die Tiernahrung bis zum angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum alle wichtigen Nährstoffe enthält, die Ihr Vierbeiner benötigt.

Was sind sensorische Zusatzstoffe?

Ebenfalls zu den Zusatzstoffen zählen Antioxidantien oder Konservierungsstoffe, die das Futter haltbarer machen. Sensorische Zusatzstoffe wie Farbstoffe verbessern die Optik oder den Geschmack des Futters. Auch wenn alle Zusatzstoffe nur nach strenger Kontrolle und in Übereinstimmung mit den europäischen Gesetzen zum Einsatz kommen, sehen Tierfreunde sensorische Zusatzstoffe oft kritisch.

Purina reagiert und hat sich entschieden, bis zum Jahr 2023 auf sämtliche künstliche Farbstoffe im Katzen- und Hundefutter zu verzichten.

Analytische Bestandteile: Was hat es mit Rohasche auf sich?

Die analytischen Bestandteile verraten uns, wie viel Feuchtigkeit, Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche im Futter enthalten ist. „Moment mal“ – mag nun der ein oder andere Leser denken: „Rohasche in Katzen- und Hundefutter?“ Tatsächlich bedeutet diese Angabe nicht, dass dem Katzenfutter Asche beigemischt wurde. Rohasche entsteht, wenn man Hunde- oder Katzenfutter für ein Analyseverfahren verbrennt und nur die enthaltenen Mineralien übrigbleiben. Diese Mineralien-Reste bezeichnet man als „Rohasche“, „anorganischer Stoff“ oder „Ascherückstand“.

Fazit: Drin ist, was draufsteht!

Jeder Tierfreund kann sich anhand der Deklaration ein klares Bild davon machen, was im Napf von Katze oder Hund landet. Transparenz ist verantwortungsvollen Produzenten wichtig. Und natürlich stecken – entgegen der gelegentlich aufkommenden Gerüchte – keine geheimen Lockstoffe oder süchtig machende Substanzen im Katzen- oder Hundefutter.

Wenn es dem Vierbeiner besonders gut schmeckt, steckt dahinter vielmehr jahrelange Forschung und geballtes Expertenwissen.

Purina beispielsweise gibt seit mittlerweile 125 Jahren alles dafür, schmackhafte Ernährungskonzepte für Hunde und Katzen zu entwickeln und zu optimieren. Kein Wunder also, wenn der Vierbeiner den Napf besonders gründlich ausleckt!