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Hotspot beim Hund: Ursachen und Behandlung der runden Entzündungen

Hund mit Hotspots am Bein advice
© Shutterstock

Plötzlich sind sie da – Hotspots beim Hund. Sie sind nicht gefährlich, aber lästig und für den Hund sehr unangenehm. Ein kleiner Reiz schon kann sie auslösen und einen Hund dazu bringen, sich permanent zu kratzen oder die Wunde immer wieder aufzuknabbern. Neigt ein Hund immer wieder zu Hotspots, gilt es die Ursache herauszufinden und künftigen Infektionen vorzubeugen.

von Nina Brandtner

am 28.08.20, 17:32 aktualisiert

Was ist ein Hotspot beim Hund?

Hotspot bedeutet übersetzt „Heißer Punkt“. Es handelt sich dabei um eine flächige, oft kreisrunde Entzündung der Haut. Diese tritt ganz plötzlich auf. Es gibt zwei Formen des Hotspots:

  • Die pyotraumatische Dermatitis (Pyodermie) ist eine oberflächliche Entzündung, die durch einen äußeren Reiz ausgelöst wird. Sie heißt deshalb auch oberflächlicher Hotspot.
  • Die pyotraumatische Follikulitis ist der tiefe Hotspot. Hier kommt eine Haarbalgentzündung hinzu sowie eine Entzündung, die bis tiefere Hautschichten reicht.

Ursachen von Hotspots bei Hunden

Warum ein Hotspot auftritt, kann im Nachhinein oft nicht mehr heraus gefunden werden. Offensichtlich ist es, wenn Ihr Hund an einer Flohstichallergie, einer Überempfindlichkeit auf Flohspeichel leidet, denn dann entstehen nach Flohstichen häufiger Hotspots.

Auch andere Parasiten oder ein einfacher Insektenstich können zu einer Entzündung der Haut führen. Leidet Ihr Hund an anderen entzündlichen Erkrankungen, z. B. einer Ohrenentzündung oder Problemen mit den Analdrüsen, treten auch hier eher Hotspots auf.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Hotspots bei langhaarigen Hunden

Langhaarige Hunde oder Hunde mit viel Unterwolle leiden eher im Sommer an Hotspots, weil dichte Unterwolle eine Belüftung der Haut verhindert. Diese luftarme Umgebung bietet Bakterien gemeinsam mit Feuchtigkeit einen beliebten Nährboden. Manchmal reichen schon kleinste Reize aus, wie der Kontakt mit Brennnesseln oder die Begegnung mit einem Dornenstrauch.

Das Rasieren im Rahmen einer Operation beim Tierarzt kann die Haut ebenfalls reizen. Außerdem kommen als Verursacher Parasitenmittel, Wasch- und Putzmittel in Frage.

Unverträglichkeiten als Ursache bei Hotspots

Auch die kleinste Unverträglichkeit auf bestimmte Futtermittelbestandteile sowie ein schwaches Immunsystem begünstigen Hotspots. Leidet Ihr Hund an einer Fehlfunktion oder Schwäche der Nieren- und Leberfunktion, hat dies Einfluss auf das Hautmilieu und kann zu einem Ungleichgewicht führen.

Bestimmte Bakterien wie z. B. Staphylokokken können sich dann unangemessen vermehren und die Gefahr für Hautentzündungen steigt. Seltener sind Nervenschäden oder Schmerzen die Ursache.

Grundsätzlich können aber auch ein punktuelles, kribbelndes Gefühl oder Schmerzen aufgrund einer eher innenliegenden Erkrankung wie ein arthritisches Gelenk zu einer (nässenden) Dermatitis führen, wenn der Hund versucht, das Gefühl mittels lecken zu lindern.

Ist Ihr Hund erst vor kurzem zu ihnen gestoßen und er bekommt kurz nach seiner Ankunft einen Hotspot, liegt das möglicherweise an der Umstellung.

Jede Veränderung ist Stress für einen Hund, egal ob Umzug, neues Familienmitglied oder anderes.

In diesem Zeitraum ist die Funktion des Immunsystems herabgesetzt. Dies wiederum kann dazu führen, dass sich bestimmte Bakterien vermehren, die sich schon zuvor auf der Haut des Hundes befunden haben.

Symptome vom Hotspot beim Hund

Hotspots treten ganz plötzlich auf, oft sogar über Nacht. Ein kleiner, äußerer Reiz führt beim Hund zum Bedürfnis, daran zu lecken oder zu kratzen. Es entsteht eine Wunde, in die Bakterien eindringen und die sich schließlich entzündet.

Golden Retriever kratzt sich
Kratzen verschlimmert die Situation in den meisten Fällen
© Shutterstock

Plötzlich hat der Hund eine meist nässende Wunde, deren Sekret das umliegende Fell verklebt (Haare verklebt). Er leidet an starkem Juckreiz und versucht, weiter an dieser Wunde zu kratzen oder zu lecken. Das führt zu einem Teufelskreis.

Hotspots haben eine runde bis ovale Form, meist nicht viel größer als eine Münze, können aber auch die Größe einer Handfläche erreichen. Sie riechen aufgrund der entzündlichen Prozesse unangenehm süßlich.

Sind Hotspots beim Hund ansteckend?

Hotspots an sich sind nicht ansteckend, weder auf andere Hunde noch auf andere Tiere oder Menschen. Sie können aber durch ansteckende Krankheiten verursacht werden, z. B. Hautpilz und Milben.

Hotspot bei Hunden richtig behandeln

Gerade bei nässenden Wunden muss der Bereich der Entzündung freigeschnitten werden, weil sonst ständig Fell in der Wunde klebt und diese zusätzlich reizt. Durch das Freischneiden oder -scheren gelangt auch Luft an die Wunde und diese kann abtrocknen.

Die Behandlung von Hotspots ist in der Regel unkompliziert. Meist reicht eine lokale Reinigung und Behandlung mit Wunddesinfektionsmitteln aus. In schwereren Fällen wird zusätzlich Antibiotika zur Bekämpfung beteiligter Bakterien verschrieben. Seltener ist auch die Gabe von Entzündungshemmern nötig.

Manchmal muss der Hund mit einer Halskrause am Lecken und Knabbern gehindert werden, weil sich dadurch die Wunde immer wieder öffnet und weitere Bakterien hinein gelangen können. Auch die Ursache muss bekämpft werden, damit zukünftig keine weiteren Hotspots mehr auftreten.

Hund wird rasiert
Bei der Behandlung wird zuerst das Fell des Hundes geschert
© Shutterstock

Hotspots beim Hund vorbeugen

Ist eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Reize als Ursache für die Hotspots bekannt, gilt es diese zu verhindern. Bei einer Flohspeichelallergie bedeutet das, eine gute Flohabwehr zu gewährleisten. Reagiert ihr Hund auch auf häufige Insekten wie Mücken empfindlich, kann versucht werden, diese mit für sie unangenehmen Gerüchen abzuwehren.

Bei langhaarigen Hunden kann mit guter Fellpflege vorgebeugt werden. Besonders das Ausbürsten loser Unterwolle ist wichtig, damit Luft an die Haut gelangt. Bei einigen Hunden ist es gar nicht so einfach, sodass auch der Besuch bei einem Hundefriseur helfen kann.

Wamiz-Ratgeber: Fellpflege

Einige Hunde reagieren sehr sensibel auf Chemikalien. Einige Waschmittel und Reinigungsmittel reizen die Haut von Hunden, sodass ein Wechsel der verwendeten Produkte möglicherweise Besserung bringt. Bestehen die Liegeflächen Ihres Hundes aus synthetischen Fasern, können Sie es mit unbehandelten Naturfasern wie Biobaumwolle oder Schaffell versuchen.

Scheint die Ursache von Hotspots unerklärlich zu sein, könnte die Hautreizung auch durch falsches Futter entstehen. Mit einer Ausschlussdiät können Sie mögliche Futtermittelunverträglichkeiten ausschließen. Bei einer Futtermilbenallergie wird allerdings nur der Verzicht auf Trockenfutter die Symptome lindern.