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Grannen beim Hund: Die spitze Gefahr aus dem Getreidefeld

Hund im Getreidefeld advice
© Shutterstock

Nichts ist schöner als im Sommer mit dem treuen Vierbeiner durch die grüne Landschaft zu streifen. Dass hier allerdings die ein oder andere Gefahr lauert, darf nicht außer Acht gelassen werden. Insbesondere Getreidefelder stellen im Hochsommer mit den reifenden Ähren ein hohes Risiko dar. Warum das so ist und was zu tun ist, wenn Grannen beim Hund festgestellt werden, erfahren Sie hier.

von Nina Brandtner

Das Wichtigste in Kürze

  • Grannen sind Teil von Getreideähren und haben feine, spitze Haare mit Widerhaken
  • Bei Spaziergängen können sich Fellnasen schnell eine oder mehrere Grannen einfangen
  • Vor allem im Sommer sind die mit Widerhaken besetzten Grannen eine große Plage für Tiere
  • Grannen können teilweise sehr schwere Verletzungen an Ohren, Nase und am Rest des Körpers des Hundes anrichten

Was sind Grannen beim Hund?

Grannen sind ein Bestandteil von Getreideähren und Gräsern. Sie bilden das Endstück und weisen unterschiedliche Größen auf. Getreidegrannen sind einige Zentimeter lang und gut sichtbar. Doch es gibt auch sehr feine Grannen anderer Getreide- oder Grassorten, die sich von der Größe her im Millimeterbereich bewegen. Sie sind für Mensch und Tier sehr unangenehm, wenn sie an der falschen Stelle sitzen. Der Grund dafür sind Härchen, welche sich dank feiner Widerhaken an Kleidung und Fell verfangen können. Zudem sind sie nicht weich, im Gegenteil. Sie sind wie harte Borsten sehr rau und widerspenstig.

Am gefährlichsten sind die Grannen der Gerste. Diese sind sehr lang und bleiben leider sehr gut in Fell Ihres Lieblings und am Körper haften. Weizen hat in der Regel keine Grannen, wohingegen Roggen ebenfalls mittellange Varianten besitzt. Grannen gehören vor allem in der warmen Jahreszeit zu den häufigsten Gründen für einen Tierarztbesuch. Es ist nämlich nicht so einfach, eine Granne zu entfernen. Gelangt die Granne in den Hundekörper, kann sie beachtliche Strecke zurücklegen. Das endet im schlimmsten Fall tödlich für den Vierbeiner.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Wie kommt die Granne in den Hundekörper?

Das Problem ist, dass Grannen nicht nur am Feldrand und auf der Sommerwiese vorkommen. Sie sind in der warmen Jahreszeit schnell brüchig und lassen sich vom Wind mehrere Kilometer tragen. Daher sind Grannen auch im heimischen Garten, im Gebüsch oder auf der täglichen Gassi-Runde jederzeit anzutreffen. Bei der kleinsten Berührung können sich die Grannen im Fell des Hundes festsetzen. Wenn ein Hund Grannen dann beispielsweise an der zarten Haut am Hals durch einfaches Abschütteln loswerden will, passiert häufig das Gegenteil. Sie bohren sich noch tiefer in die Haut. Befinden sich die Getreideähren in Bodennähe, ist es möglich, dass die Grannen beim Hund in Nase, Pfote oder Maul gelangen. Wenn der Hund die Granne verschluckt, sollten Sie sofort zum Tierarzt fahren, da sie sich bis in die Atemwege hinein bewegen kann. Bei einer Granne in der Hundepfote hilft nur eine operative Behandlung. Denn dort bohrt sie sich in die Zwischenzehenhaut und wandert weiter.

Grannen bei Hunden erkennen: So gelingt die Diagnose

Wenn sich der Hund Grannen eingefangen hat, sind folgende Symptome typisch:

  • Wenn sie sich im Auge befinden, wird der Hund dieses zukneifen. Das Auge wird sich entzünden, anschwellen und röten
  • Ist eine Ähre in die Pfote eingedrungen, leckt der Vierbeiner lange und plötzlich an der betroffenen Stelle. Darüber hinaus ist es möglich, dass er nach dem Sparziergang zu humpeln beginnt. Eine geschwollene Pfote ist ein deutliches Anzeichen
  • Husten und Niesen sind ebenfalls Begleiterscheinungen, die eintreten, wenn die Granne beispielsweise in der Nase steckt
  • Gelangen die Grannen in die Ohren, ist die Reaktion immer ein Kopfschütteln. Darauf folgt das Kratzen am Ohr, wodurch eine Rötung entsteht. Außerdem legt der Hund den Kopf schief, um die Granne loszuwerden
Wichtig zu wissen ist, dass die Granne sofort Schmerzen verursacht. Der Hund wird versuchen, sie abzustreifen und zwar mit allen Mitteln.

Was tun gegen Grannen: Möglichkeiten zum Entfernen

Um Grannen beim Hund zu entfernen, ist ein Notfall-Set mit Pinzette und Desinfektionsmittel hilfreich. Wichtig ist allerdings, dass Sie nur selbst Hand anlegen, wenn die Ähre gut sichtbar ist. Sitzt sie schon zu tief in der Haut, gelingt ein Herausziehen ohne Rückstände nur selten auf eigene Faust.

Die Behandlung einer Granne in der Pfote, welche schon tief sitzt, ist etwas komplizierter. Sie kann in der Regel nicht sofort entfernt und sollte auch nicht von Ihnen beseitigt werden. Der Tierarzt verwendet bei einer Granne in der Pfote beim Hund Zugsalbe. Mit einem Pfotenverband ist die betreffende Stelle erst einmal geschützt. Gelingt es mit der Salbe nicht, narkotisiert der Tierarzt Ihren Liebling und entfernt die Granne operativ.

Besondere Vorsicht ist beim Entfernen einer Granne im Ohr eines Hundes geboten. Wenn sie sich zu nah am Trommelfell befindet, kann das schwerwiegende Folgeschäden haben. Es ist nicht nur denkbar, dass die Ähre den Gehörgang schädigt, sondern auch Entzündungen auslöst und bleibende Hörschäden herbeiführt. Gleiches gilt, wenn Sie eine Granne aus der Nase beim Hund entfernen wollen. Häufig verhaken sich die Borsten so stark in der Schleimhaut, dass es nicht möglich ist, die Ähre problemlos herauszuholen. In solchen Fällen sollten Sie unbedingt den Tierarzt aufsuchen. Nur er kann die Granne aufhalten, ehe sie lebenswichtige Organe wie Gehirn, Herz und Lunge erreicht. Sie kann dort irreparable Schäden anrichten und sogar zum Tod des Tieres führen.

Unsere Empfehlung: Grannen-Unfällen mit diesen Tipps vorbeugen

Wenn Sie in diesem Sommer um eine Grannen Behandlung beim Hund herumkommen möchten, sollten Sie die folgenden Tipps verinnerlichen.

  • Nach jedem Spaziergang sollten Sie Ihren Hund untersuchen. Grannen sind oft nicht sofort sichtbar. Daher gilt ein besonderes Augenmerk auf Körperöffnungen zu legen und das Verhalten des Hundes zu beobachten
  • Um einen potenziellen Risikofaktor auszuschließen, ist es sinnvoll, den Vierbeiner nicht auf Feldern, Wiesen und Äckern herumlaufen zu lassen. Zudem sind Feld- und Wegesränder sowie Gebüsche in der heißen Jahreszeit Tabuzonen
  • Abgemähte Felder und ausgedörrte Wegesränder sind ebenfalls zu meiden. Hier befinden sich viele Grannen in Bodennähe, sodass sie schnell in die Atemwege gelangen können
  • Sorgen Sie dafür, dass die Haare bei langhaarigen Tieren im Zwischenzehenbereich kurz sind. So verfangen sich weniger Grannen in der Pfote und die Kontrolle nach einem Sparziergang fällt leichter. Übrigens gilt das Kurzschneiden von Haaren insbesondere für Rassen mit herabhängenden Schlappohren