Wenn Guido Maria Kretschmer über Stoffe spricht, leuchten seine Augen. Doch in der aktuellen Ausgabe der NDR Talk Show (28.11.2025) zeigte sich Star-Designer Guido Maria Kretschmer von einer ganz anderen, fast schon philosophischen Seite.
Im Gespräch mit Moderator Steven Gätjen verriet der Modeschöpfer, wer zu Hause in Hamburg-Blankenese wirklich die Hosen anhat: Es ist nicht sein Ehemann Frank – es ist seine „Tier-WG“.
Guido Maria Kretschmers Hunde-Leidenschaft
Wenn Kretschmer über seine drei Windhunde spricht, dann geht ihm das Herz über. „Ich liebe sie abgöttisch“, gesteht er einem sichtlich amüsierten Steven Gätjen. Viele verwechseln sie mit Afghanen, aber im Fall des Mode-Designers handelt es sich um echte Barsois, russische Windhunde.
Für den Designer sind die eleganten Vierbeiner weit mehr als nur Begleiter beim Spaziergang an der Elbe. Sie sind Seelentröster, Familienmitglieder und – wie er verrät – Träger von Namen, die erst noch „Guido-tauglich“ gemacht werden mussten.
Aus „Petra“ wurde „Perrine“ – weil's schicker klingt
Die wohl lustigste Anekdote des Abends lieferte Kretschmer, als er von seinem neuesten Familienzuwachs erzählte, einer jungen Hündin. Die Züchterin schlug als Namen „Petra“ vor. Für den Ästheten Kretschmer ein kleines Desaster.
„Ich fand das irgendwie komisch für einen russischen Windhund“, gesteht er. Eine „Petra“ passte einfach nicht in das elegante Rudel. Die Lösung war typisch Guido: Ein kleines Make-over, zumindest namentlich.
Aus der bodenständigen Petra wurde kurzerhand „Perrine“. „Das ist französisch für Petra“, erklärte er augenzwinkernd. Nun kann er sie rufen, ohne dass es nach deutschem Hundetrainingsplatz klingt. Wobei „Rufen“ bei Guido Maria Kretschmer ohnehin das falsche Wort ist.
Singen statt Schreien
Wer sich vorstellt, wie der Designer im Wald steht und lautstark „Hier!“ oder „Fuß!“ brüllt, liegt völlig falsch. „Ich mag nichts, was man so laut schreien muss“, verriet er. Seine Hunde tragen deshalb nur sanfte Namen. „Ich hab‘ die noch nie angeschrien, das kennen die gar nicht.“
Um die Aufmerksamkeit seiner sensiblen Langnasen zu bekommen, greift er stattdessen zu einer Methode, die man wohl nur als „Kretschmer-Musical“ bezeichnen kann: Er singt seine Kommandos teilweise. Das passt zur zarten Seele der Windhunde, die er schon als Kind bewunderte. „Ich mag diese Vorsichtigkeit, die die haben“, schwärmt er.
„Die gucken mich an und denken: Gott, wie degeneriert“
Disziplin? Agility-Training? Stöckchen holen? Nicht im Hause Kretschmer. Der 60-Jährige ist ein Verfechter der absoluten Freiheit für seine Vierbeiner. Er wollte schon immer Tiere haben, die genau das widerspiegeln, was er selbst am Leben liebt: Unabhängigkeit.
Das führt zu herrlich absurden Situationen, wenn Besuchshunde vorbeikommen, die aufs Wort gehorchen. „Wenn wir mal Hunde da haben von anderen Leuten, die alles können, dann gucken meine die immer an und denken: ‚Gott, wie degeneriert…‘“, witzele Kretschmer und hat die Lacher des Studiopublikums auf seiner Seite. Seine eigenen Hunde seien dann regelrecht „erschüttert“ von so viel Gehorsam.
Seine Barsois kommen nicht zurück, weil sie müssen, sondern „wenn die denken, jetzt ist Zeit“. Und das funktioniert, weil Guido sie, wie er selbst sagt, schlichtweg „mit Liebe erschlägt“. Insofern trifft es ihn aber auch umso mehr, wenn es einem seiner Vierbeiner mal nicht gut geht.
Ein Blick in die Seele
Doch hinter den lustigen Geschichten über die „Perrine“-Taufe und singende Kommandos steckt eine tiefe Ernsthaftigkeit. Kretschmer, der seine Hunde oft aus Tötungsstationen rettet, um ihnen „vom ersten bis zum letzten Tag ein perfektes Leben“ zu bieten, wird zum Ende des Gesprächs ganz leise.
Die Verbindung zu seinen Tieren beschreib er als etwas fast Spirituelles. „Sie komplettieren mein Leben auf eine seltsame Art und Weise, weil sie mich daran erinnern, dass es gar nicht so viel braucht, um real zu sein.“
Und wenn der unvermeidliche Tag des Abschieds kommt? Dann bleibt etwas von ihnen zurück: „Wenn die gehen zum Schluss, hab‘ ich das Gefühl, die sind so eng verbunden mit mir, dass die mir wirklich in die Seele rutschen.“