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Suche nach Katze Baghira
© Pfotenengel e.V.

Nach wochenlanger Suche herrscht für diese Frauen endlich Gewissheit

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

In der kalten Nacht des 3. März nahm das Schicksal auf einem einsamen Autobahnparkplatz seinen Lauf. Nach 17 Tagen folgt eine hochdramatische Wendung.

Eine Frau aus der Ukraine, die bereits alles durch den Krieg verloren hatte, verliert in dieser schicksalhaften Nacht nun auch ihren letzten Schatz. Als sie während des Stopps ihres Fernbusses auf dem Parkplatz Schalkenmehren an der A1 nach ihrem Begleiter sehen will, geschieht das Unglück.

Ein vorbeifahrendes Auto hupt laut, und das ist zu viel für den Schützling der Ukrainerin. Ihre schwarze Katze flieht in Panik aus der Transportbox und verschwindet in den umliegenden Hecken. Die Halterin, die sich hier nicht auskennt und sich auf der Reise nach Paris befindet, ist am Boden zerstört.

Eine Armee von Engeln rückt aus

Da ihre eigene Suche ergebnislos bleibt, wendet sich die Ukrainerin am nächsten Tag hilfesuchend an das Tierheim Altrich, denn sie muss weiter nach Paris. Das Tierheim alarmiert ein spezielles Rettungsteam: die "Pfotenengel" unter der Leitung von Nina B. aus Kail bei Kaisersesch. Was die hilfsbereiten Tierretter zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen: Vor ihnen liegt eine kräftezehrende Mission.

Schau dir das an:

„Am kältesten Abend war es minus siebeneinhalb Grad, als wir im Auto gesessen und gewartet haben“, erinnert sich Nina B. Rund zwei Wochen werden die Ehrenamtlichen bei winterlichen Temperaturen mit Hochdruck nach der schwarzen Katze suchen.

Mit Hightech gegen die Hoffnungslosigkeit

Die Suche wird zum technologischen Großeinsatz: Wärmebildkameras, Nachtsichtgeräte, Ferngläser, speziell ausgebildete Suchhunde und sogar ein Drohnenpilot unterstützen das Team. Bis zu zehn Stunden täglich scannen sie akribisch die Umgebung ab.

„Die ganze Zeit war es eigentlich hoffnungslos, weil wir die Katze nie gesehen haben“, gesteht Nina B. Doch aufgeben kam für sie und ihr Team nicht in Frage.

Baghira riskiert täglich ihr Leben!

Was die Tierretter erst später entdecken: Ihr „Zielobjekt“ pendelt regelmäßig von einer Autobahnseite auf die andere. In einer waghalsigen Routine überquert das Kätzchen mehrfach die vielbefahrene A1. Nina B. vermutet, dass es nachts auf dem Parkplatz nach seinem Frauchen suchte, während es sich tagsüber auf die ruhigere Seite der Autobahn zurückzog.

Der Moment, der alles verändert

Am 17. Tag der unermüdlichen Suche geschieht das, womit eigentlich keiner mehr so richtig gerechnet hat. Nina B. und eine Kollegin entdecken die Katze auf einem Feldweg und stellen schnell Lebendfallen auf. Nach weiteren 12 Stunden bangen Wartens dann der erlösende Moment: Zwei Augen leuchten ihnen in der Dunkelheit aus der Falle entgegen!

„Meine Kollegin und ich sind uns vor Freude in die Arme gefallen. Das war der helle Wahnsinn, da bekomme ich jetzt noch Gänsehaut“, beschreibt Nina B. den emotionalen Augenblick.

Der Zustand der Ausreißerin war besorgniserregend. Als reine Wohnungskatze mit Halsband und Glöckchen hatte Baghira kaum Chancen, in der Wildnis zu überleben. Abgemagert und geschwächt wurde sie noch in derselben Nacht von einer Tierärztin mit Infusionen und Vitaminen stabilisiert.

Tränen der Freude in Paris

Als Baghira transportfähig war, machten sich die Pfotenengel auf den Weg nach Paris. Das Wiedersehen mit der ukrainischen Halterin war von überwältigenden Emotionen geprägt. „Die Besitzerin war so überglücklich, sie wusste gar nicht, wie sie uns das danken soll“, erinnert sich Nina B. „Aber wir machen das ja fürs Tier.“

Märchenhafte Wendung auf dem Heimweg

Was wie ein perfektes Ende erschien, hielt noch eine unglaubliche Wendung bereit. Auf der Rückreise, während eines Zwischenstopps auf dem Mitfahrerparkplatz Wittlich, hören die Tierretter plötzlich ein klägliches Miauen. Sie entdecken eine hilfsbedürftige, schneeweiße Katze, die – wie sich später herausstellt – stark schwerhörig ist.

„Das Ende vom Lied war, dass wir mit einer pechschwarzen Katze nach Paris gefahren und mit einer schneeweißen Katze zurückgekommen sind“, resümiert Nina B. amüsiert. „Wir haben damit auf dem Rückweg nochmal ein Leben gerettet.“

Mehr als nur eine Tierrettung

Für die Pfotenengel war es ein Einsatz mit hunderten Stunden ehrenamtlicher Arbeit, geprägt von Hoffen, Bangen und manchmal auch Verzweiflung. Doch am Ende wurden sie für ihre Ausdauer gleich doppelt belohnt.

„Es ist ja nicht nur das tierische Schicksal, sondern auch das Menschliche“, fasst Nina B. zusammen. „Da war die Besitzerin, die im Krieg in der Ukraine alles verloren hatte, bis auf ihre Katze. Die konnten wir ihr nun zurückgeben. Das berührt.“

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