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Tierarzt chippt eine Katze.

Was gilt es alles beim Chippen einer Katze zu beachten?

© Ivonne Wierink / Shutterstock

Katze chippen: Alle Infos rund um die Identifierzierungshilfe

von Stefanie Gräf

am aktualisiert

Wer eine Katze hält, der stellt sich in der Regel früher oder später die Frage, ob er seine Katze chippen lassen soll. Und was genau ist dabei zu beachten?

Katzen sind freiheitsliebende Tiere, deshalb lieben wir die eleganten und eigensinnigen Samtpfoten ja ganz besonders. Entsprechend schnell kann es deshalb aber auch passieren, dass sie von einem besonders ausgedehnten Spaziergang nicht wie erwartet zurückkehren. Ist die Katze dann gechippt, stellt dies einen enormen Vorteil dar.

Dennoch sind viele Menschen noch immer unsicher, ob es wirklich eine gute Idee ist, die Katze chippen zu lassen. Hier bekommst du die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Thema Katze chippen – und warum der Chip nur in Kombination mit einer Registrierung wirklich etwas nützt.

Katze chippen: Pflicht oder nicht?

Es gibt mehrere gute Gründe, die dafür sprechen, seine Katze chippen zu lassen. Der wichtigste Grund ist sicherlich, dass man Katzen so schlicht und ergreifend eindeutig identifizieren kann. Landet ein abenteuerlustiger Freigänger versehentlich im Tierheim, büxt eine Wohnungskatze aus oder wird eine freilaufende Katze womöglich von einem Auto angefahren, dann kann der Tierarzt den Chip mit einem Lesegerät auslesen. Hat der Halter die Chip-Daten der Katze sowie seine Kontaktdaten zuvor in einem Tierregister erfassen lassen, kann er im Fall der Fälle problemlos ermittelt und kontaktiert werden.

Insofern macht es durchaus Sinn, nicht nur Freigänger-Katzen chippen zu lassen, sondern generell alle Haustier-Katzen. Sicher ist schließlich sicher.

Einige Bundesländer oder Städte haben eigene Vorschriften erlassen, die das Chippen und Registrieren von Katzen zur Pflicht machen können. Beispielsweise verlangen einige Gemeinden, dass Freigängerkatzen gechippt und registriert werden, um entlaufene Tiere leichter zurückführen zu können und um die Kontrolle über die Population streunender Katzen zu verbessern. Hier macht es Sinn, sich in seiner Region schlau zu machen, ob es Pflicht ist. Der Gesetzgeber hat allerdings keine Vorschriften dazu erlassen.

Übrigens bietet das Chippen noch weitere Vorteile. Wer mit seinem Stubentiger eine Reise ins Ausland unternehmen will (oder muss), kann nicht einreisen, ohne die Kennzeichnung des Tieres mit einem Chip. Hier ist es also Pflicht.

Halter von Freigängern, die eine eigene Katzenklappe haben, haben sogar noch einen ganz besonderen Chip-Vorteil. Hiermit kann man effektiv verhindern, dass fremde Katzen unerwünscht zu Besuch kommen. Moderne Technik macht’s möglich, denn heutzutage gibt es Katzenklappen, die sich nur öffnen, wenn die „richtige“ Mikrochipnummer erkannt wird.

Katze impfen und chippen

Der richtige Ansprechpartner, wenn eine Katze gechippt werden soll, ist der Tierarzt. Die Prozedur ist ziemlich simpel und geht auch schnell vonstatten. Unter dem Strich dauert das Setzenlassen des Chips gerade einmal rund 10 Minuten. Dein Tierarzt hat in der Regel außerdem auch immer Chips vorliegen. Gern macht der Tierarzt dies auch in Kombination mit dem Impfen zusammen. Ein Pieks mehr ist für die Katze weniger Stress als ein separater Termin.

Auch wenn die Prozedur nicht besonders kompliziert ist, solltest du auf keinen Fall versuchen, deine Katze selbst zu chippen! Der kleine Eingriff gehört unbedingt in die Hände eines Tierarztes, damit keine Komplikationen auftreten und der Chip auch da landet, wo er hingehört. Falls es dir aber wichtig ist, einen bestimmten Mikrochip bei deinem Kätzchen einsetzen zu lassen, so besteht – in Absprache mit dem Tierarzt – die Möglichkeit, dass du den gewünschten Chip mitbringst und ihn vom Tierarzt einsetzen lässt.

Ab welchem Alter sollten Katzen chippen lassen? 

Grundsätzlich kann man eine Katze fast jederzeit chippen lassen. Schon beim allerersten Tierarztbesuch mit rund sechs Wochen, können Katzenkinder gechippt werden. Dies lässt sich dann auch meist problemlos zusammen mit der ersten Impfung vornehmen. Jünger sollte eine Samtpfote aber nicht sein beim Einsetzen des Mikrochips. Nach oben hin ist das ganze dann wieder komplett offen, bei erwachsenen Katzen gibt es keine Grenzen diesbezüglich. Grundregel ist dabei allerdings, dass die Katze rechtzeitig vor dem ersten Freigang mit dem Transponder gekennzeichnet wird.

Chippen von Katzen: Wie funktionieren Mikrochips? 

Das Prinzip hinter dem Mikrochip ist ziemlich simpel: Auf dem kleinen Transponder ist ein Code gespeichert, der nur einmal existiert. Dieser hat insgesamt 15 Stellen, wobei es Ziffern gibt, über die z.B. das Land gekennzeichnet wird, in dem die Katze gechippt wurde. Die eigentliche Kennzeichnungsnummer der Katze ist fünf Stellen lang. Die Daten sind fälschungssicher und können schnell und einfach mit einem speziellen Lesegerät eingescannt werden. Anhand des 15-stelligen Codes, der zusammen mit dem Namen und den Kontaktdaten des Halters in einer überregionalen Datenbank hinterlegt ist, kann der Mensch zu der betreffenden Katze schnell ermittelt werden. 

Wer sagt, dass das ja auch mit einem Namenshalsband funktionieren würde, übersieht etwas ganz Entscheidendes: Halsbänder werden von unseren kleinen freiheitsliebenden Entfesselungskünstlern schnell mal abgestreift oder abgerissen. Das kann mit einem Chip nicht passieren, dieser ist permanent und hält ein Leben lang.

Katze chippen: Nebenwirkungen oder Schmerzen

Gerade Menschen, die selber ein etwas mulmiges Gefühl bekommen, wenn sie eine Spritze sehen, machen sich oft große Sorgen um ihr Kätzchen. Sie befürchten, dass es ihrem Liebling wehtun könnte, wenn der Transponder eingesetzt wird. Diese Sorgen sind allerdings absolut unbegründet, denn der Mikrochip ist wirklich winzig. Im Durchschnitt ist er nur etwa 12 Millimeter groß – also in etwa so wie ein Reiskorn. Er wird mit einer Spritze unter der Haut im linken Nackenbereich der Katze platziert. Ein Vorgang, der in Sekundenschnelle schon wieder vorbei ist. Durch die geringe Größe hat die Samtpfote normalerweise auch keine Schmerzen, meist erschreckt sie sich nur ein wenig wegen des kleinen „Pieksers“ der Spritze – wie bei einer Impfung. Von dort aus wandert der Transponder dann in Richtung Schulter, wo er dann mit dem umgebenden Gewebe. 

Deine Katze selbst wird den Chip nicht spüren, aber manchmal kann man ihn beim Streicheln oder Abtasten der Region erahnen.

Chip für eine Katze
Katze chippen: Der Chip ist nur so groß wie ein Reiskorn (KakaMo / Shutterstock)

Viele Katzenhalter haben kein gutes Gefühl beim Thema Katze chippen. Sie befürchten, dass der Mikrochip ihrem Vierbeiner schaden könnte. Tatsächlich kursiert im Internet ein hartnäckiges Gerücht, dass Transponder im Körper von Katzen wandern würden und so Krankheiten hervorrufen. Sogar von Krebs ist die Rede! Doch hier muss man eins ganz klar sagen: Das ist wirklich nur ein Gerücht, nichts anderes. Auch Tasso e.V. hat noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nichts auf das Vorliegen eines erhöhten Krebsrisikos hindeutet.

Tatsächlich haben die eingesetzten Mikrochips keinerlei Energiequelle, auf ihnen ist lediglich der jeweilige Code „eingeprägt“. Insofern muss auch niemand befürchten, dass von einem Chip Strahlung ausgesendet werden könnte.

Unterschiede zwischen Chippen der Katze und Tätowieren

Gerade Katzenhalter, die noch ein wenig „Bauchweh“ beim Thema Mikrochip haben, interessieren sich häufig nach anderen sinnvollen Kennzeichnungsmöglichkeiten. Neben dem bereits erwähnten Adressanhänger am Halsband ist hier vor allem das Tätowieren zu nennen. Dieses hat jedoch nicht nur Vorteile.

Die Tätowierung wird in einem Ohr der Katze angebracht und stellt eine eindeutige Kennzeichnung dar, die problemlos und schnell von jedem abgelesen werden kann. Ganz ohne dass Technik nötig wäre wie beim Chip. Auch eine Tätowierung ist günstig und kann nicht so leicht wieder entfernt werden. Doch damit enden die Pluspunkte eigentlich bereits, denn eine Tätowierung hat eben auch Nachteile:

  • Beim Anbringen der Tätowierung muss die Katze betäubt werden.
  • Die tätowierte Nummer ist nicht fälschungssicher.
  • Tätowierungen verblassen oftmals mit der Zeit, dann gibt es Probleme mit der Lesbarkeit.
  • Seit 2012 reicht eine Tätowierung bei einer Reise ins Ausland nicht mehr als Kennzeichnung aus.

Allerdings ist die Tätowierung durchaus interessant für alle, die wirklich auf Nummer sicher bei der Kennzeichnung ihres Kätzchens gehen wollen. Dann sollte man sie in Kombination mit einem Chip anwenden, sie also zusätzlich anbringen lassen.

Katze chippen: GPS Tracking möglich oder nicht?

Natürlich wünschen sich viele Katzenhalter diese Funktion, um die Samtpfote bei ihren Ausflügen zu beobachten oder auch, um sie schnell zu finden, wenn sie nicht nach Hause kommen. Aktuell gibt es noch keine Identifikationschips, die mit GPS ausgestattet sind. So müssen Katzenhalter noch auf GPS-Tracker zurückgreifen, die extra an der Katze angebracht werden müssen.

Was kostet das Chippen bei Katzen 2024?

Eine Katze chippen zu lassen, ist vergleichsweise günstig. Da hierfür keine Betäubung erforderlich ist und der Tierarzt lediglich eine Spritze setzen und die Transpondernummer vorsichtshalber auslesen muss, ist das Einsetzen des Mikrochips schnell erledigt. Allerdings kommen noch die Kosten für den Chip hinzu, der erworben werden muss. Je nach Modell solltest du mit Kosten zwischen 40 und 118 Euro für den Chip rechnen – zusätzlich der Implantation. In der Schweiz werden rund 80 bis 95 SFr. berechnet.

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