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Der Hund und seine Körpersprache: Was der Mensch verstehen muss

hund mit aufgestellter rute advice © Shutterstock

Hund äußern sich in der Kommunikation nicht nur durch Bellen, Winseln oder Knurren. Von Menschen wird das am eindringlichsten wahrgenommen. Hunde sprechen sehr viel über ihre Körpersprache und ihr Verhalten. Sie drücken mit den Augen, der Rute, den Ohren und ihrer Körperhaltung viel über ihre Stimmung aus. Nur versteht der Mensch es manchmal nicht oder deutet die Signale falsch. Dabei kann es leicht zu Missverständnissen kommen. 

von Carina Petermann

Es gehört zum A und O der Hundeerziehung, dass der Mensch lernt, was der Hund ihm mitteilen will.

Körpersprache von Hunden richtig deuten

Die meisten Hundebesitzer können ihren eigenen Hund sehr gut lesen. Es sind wiederkehrende Signale, die der Hund aussendet. Ein Hund, der an Leine zieht, hochspringt und seine Zähne zeigt, wirkt auf Nicht-Hundemenschen oft bedrohlich. Der Satz „Der tut nix und möchte nur spielen“ überzeugt in dem Fall oftmals nicht. Der Hundehalter kennt seinen Hund aber und kann in dem Fall gut einschätzen, ob der Hund wirklich nur spielen möchte oder doch eher ein Angriffsverhalten zeigt. Wer seinen eigenen Hund lesen kann, sollte bei fremden Hunden dennoch Vorsicht walten lassen. Jeder Hund hat individuelle Ausdrücke, die sich unterscheiden können. Auch wenn die Grundlagen so ziemlich die gleichen sind, kann doch eine kleine Nuance anders sein. Beim eigenen Hund kann die etwas ganz anderes bedeuten als bei einem fremden Hund, der nicht bekannt ist. Daher bei fremden Hunden nicht ohne Rücksprache mit dem Besitzer den Hund anfassen. 

Spielaufforderungen können unter Umständen falsch als Aggressionsverhalten gedeutet werden. Hunde fordern Menschen meist mit deutlichen Signalen zum Spielen auf. Sie zeigen sich aufgeregt, springen hin und her und bewegen sich ruckartig. Dazu kommt oft noch eine geöffnete Schnauze, die Zähne sind zu sehen, die Rute wedelt stark und es kann ein leichtes Knurren zu hören sein. Das könnte nach einem Angriff aussehen. Werden die weiteren Zeichen der Hundesprache und die Körperhaltung beachtet, zeigt sich schnell, dass der Hund nur spielen möchte. Eine ganz eindeutige Spielaufforderung zeigt der Hund durch Vorderpfoten auf den Boden legen und die Hinterläufe aufstellen. Der Brustkorb liegt dabei fast auf den Boden auf. In vielen Fällen kann die Rute dabei so stark wedeln, dass der ganze Hund wackelt.

Hunde und ihre Ohren

Die Ohren beim Hund sind ein ausgezeichnetes Sinnesorgan. Hunde nehmen viel mehr Töne wahr als ein Mensch. In der Hundesprache sind sie nicht minder wichtig. 

  • Erhöhte Wachsamkeit: Spitz nach oben gerichtete Ohren.
  • Eng anliegende Ohren: Angst.
  • Lockere Haltung der Ohren: Der Hund ist entspannt.

Hunde und ihre Augen 

Die Augen sind ebenfalls wichtige Signalgeber.

  • Verengte Pupillen, starr geradeaus gerichteter Blick: Kann eine Drohung sein.
  • Entspannte Gesichtszüge, geweitete Pupillen: Eher freundlich gestimmt. 

Schnauze und Mundwinkel des Hundes

Gefletschte Zähne bei einem drohenden Hund sind Respekt einflößend. Die Botschaft muss aber nicht immer eine Drohung sein oder Aggressivität ausstrahlen. Manche Hunde können lachen. Sie ziehen die Mundwinkel nach hinten, die Zähne sind ein bisschen sichtbar. Die ganze Körperhaltung drückt aber Freude aus. Das kann unter Umständen bei der Begrüßung vom Menschen falsch verstanden werden. Dabei lacht der Hund einfach nur, weil er sich freut, den Menschen zu sehen. Ein Knurren ist in dem Fall nicht zu hören. Wäre der Hund aggressiv, hätte er eine andere Körperspannung.

  • Mundwinkel nach hinten gezogen: Unsicherheit oder Unterwürfigkeit.
  • Hochgezogene Lefzen, Zähne zeigen, knurren, Ohren anlegen, Nackenhaare stellen: Drohgebärde oder Aggression. 

Rute

Ein Hund, der mit dem Schwanz wedelt freut sich und ist freundlich. Davon gehen viele aus, doch das stimmt so nicht. Hunde wedeln mit dem Schwanz, wenn sie aufgeregt sind. Im positiven wie im negativen Sinn. Sie stehen vor einem Mäuseloch, buddeln, sind im Jagdmodus und wedeln mit dem Schwanz. Dabei sind sie der Maus gegenüber aber gar nicht freundlich gesonnen. Schwanzwedeln ist beim Hund nichts anderes als der Ausdruck von Aufregung. 

  • Schwanz zwischen die Hinterbeine geklemmt: Angst.
  • Schwanz starr nach oben gerichtet, angespannter Körper, fixierter Blick: Kann eine Drohung sein.

Ganzer Körper

Hunde senden mit ihrem Körper viele Signale und zeigen damit ihre Stimmung an. Muskelspannung, Rute und Ohren, Augen und Schnauze sind dabei besonders wichtig. Die Körperhaltung alleine verrät auch schon klare Signale. 

  • Ängstliches Verhalten: Angespannter Körper, leicht eingeknickte Hinterläufe, runder Rücken. 
  • Drohhaltung: Aufrechte Körperhaltung, angespannte Muskulatur, eventuell aufgestelltes Nacken- und Rückenfell.

Hunde untereinander

In erster Linie nutzen Hunde die Kommunikation über die Körpersprache, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Die wenigsten von ihnen lassen es auf einen Kampf ankommen. Richtig sozialisierte Hunde lesen sich gegenseitig im Bruchteil einer Sekunde. Sie zeigen Drohgebärden, Unterwürfigkeit oder Spielaufforderungen. Sie verstehen sich gegenseitig sofort. Drohen beide, kann daraus ein Kampf werden. Dieser ist aber meist nach kurzer Zeit vorbei, da einer von beiden aufgibt. Droht einer und der andere gibt nach, wird wahrscheinlich nicht viel passieren. Bei Spielaufforderungen kann ein wildes Spiel folgen. Es gibt natürlich auch Hunde, die nicht sozialisiert wurden. Sie deuten oftmals die Körpersprache falsch oder sind einfach echte Raufbolde. 

Körpersprache (Mensch) in der Erziehung 

Für Hunde ist es um einiges leichter ihre Menschen zu lesen als umgekehrt. In der Erziehung ist die Körpersprache des Menschen ebenso ein wichtiger Punkt. Ein Hund würde nur schwer verstehen, wenn der Mensch stocksauer ist, ihn ruft, sich groß macht und vielleicht noch schnellen Schrittes auf ihn zugeht und ihn damit bedroht. Da kann es dem Hund niemand verdenken, dass er lieber in die andere Richtung läuft. Kommandos und Körpersprache sollten immer zusammenpassen. Dadurch werden die Erziehung und Zusammenarbeit mit dem Hund leichter. 

Was immer wieder zu beobachten ist, dass sich Menschen über fremde Hunde beugen, um sie zu streicheln. Das kann im schlimmsten Fall zum Schnappen des Hundes führen. Dem Menschen ist es nicht bewusst und er meint es eigentlich nur gut. Wenn er sich über den Hund beugt, kann der Hund das aber als klare Dominanzgeste oder sogar Bedrohung empfinden. Besser ist es, in die Hocke zu gehen, um den Hund zu streicheln und ihm Hallo zu sagen. Der Hund sollte dabei nicht provokativ angelächelt werden. Der Hund könnte es falsch verstehen, dass der Mensch ihm die Zähne zeigt. 

Es ist eigentlich gar nicht schwer mit Hunden zu kommunizieren, wenn sich der Mensch die Mühe macht, etwas über die Körpersprache des Hundes zu lernen und ihn zu lesen. Das könnte in manchen Fällen Beißvorfälle verhindern. Ebenso kann es viele Kommunikationsschwierigkeiten in der Erziehung des Hundes vermeiden.