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Alles Wissenswerte zum Thema: Räude beim Hund

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© Shutterstock

Wenn Ihr Hund auf einmal beginnt, sich vermehrt zu kratzen ("Pseudo-Krätze") und zudem noch kahle Stellen im Fell sowie rötliche Pusteln entwickelt, kann es sein, dass er sich durch Milben eine Räude-Infektion (lateinisch: Scabies) zugezogen hat und die Inkubationszeit zu Ende geht. Da dies nicht nur für den Hund recht beschwerlich, sondern auch für Artgenossen stark ansteckend sein kann, sollten sofort die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, damit es dem Tier nach einer Therapie schon bald wieder gut geht.

von Carina Petermann,

Räude beim Hund in Kürze

  • Die Krankheit ist vor allem an Schuppen- und Pustelbildung, extremem Juckreiz und der Entstehung von kahlen Stellen im Fell erkennbar.

  • Eine Räude ruft nicht nur starke Beschwerden bei Ihrem Hund hervor, sondern ist darüber hinaus auch noch mit einer hohen Ansteckungsgefahr auf Artgenossen verbunden.

  • Ein Hund, der an einer Räude leidet, gehört auf jeden Fall in die Hände eines erfahrenen Tierarztes! Impfungen können Infektionen abwenden

Definition der Räude bei Hunden

Bei der Räude handelt es sich um eine Haut- und Fellerkrankung bei Hunden, die durch Milben hervorgerufen wird. In bestimmten Fällen kann Räude auch auf Menschen übergehen. Die Krankheit wird vor allem durch Kontakt von Hund zu Hund übertragen und ist für den Vierbeiner eine äußerst schmerzhafte Angelegenheit.

Ursachen der Räude: Parasitäre Milben von Hund zu Hund übertragen

Die Ursache von Räude liegt immer in einem Parasitenbefall – und zwar handelt es sich im Fall der Räude um mikroskopisch kleine Milben, d.h. um winzige Spinnentiere, die ihre Eier in der Haut des Hundes ablegen und dann sämtliche Stadien ihrer Entwicklung auf dem Wirtstier durchlaufen.

Im Fall von Hunden wird die Räude durch sogenannte Grabmilben verursacht. Die wissenschaftliche Bezeichnung für diese lautet Sarcoptes scabiei var. canis. In Einzelfällen können diese Grabmilben auch Katzen befallen. Selbst auf Menschen können die Räudemilben übertragen werden. Allerdings ist ein Mensch nicht der richtige Wirt für die Parasiten, die hier demzufolge nicht ihren vollständigen Lebenszyklus durchlaufen können und frühzeitig absterben.

Auf und in der Haut eines Hundes jedoch absolvieren Räudemilben alle Stadien ihres Lebens. Sie fressen Bohrkanäle in die Haut des Vierbeiners und ernähren sich von dessen Gewebeflüssigkeit und Zellen. Dies kann für das Tier eine äußerst schmerzhafte und unangenehme Angelegenheit sein. Eine Räude ist bei Hunden stark ansteckend und wird in der Regel von Hund zu Hund übertragen. Aber auch eine Übertragung von Fuchs zu Hund ist nicht selten. Dabei ist ein direkter Kontakt zu einem Fuchs meist nicht einmal notwendig. Oft fangen Hunde sich auf Waldspaziergängen die unliebsamen Milben ein.

Symptome bei Räude beim Hund: Juckreiz und Haarausfall

Ein Hund, der von Räudemilben befallen ist, entwickelt auf der Haut rote Pusteln und Knubbel, die leicht erhaben sind und in etwa die Größe von Stecknadelköpfen haben. Diese treten zu Beginn der Erkrankung in den meisten Fällen zunächst am Kopf, und hier besonders stark an den Außenseiten der Ohren auf. Später breiten sich die Pusteln auf die Gliedmaßen und schließlich auf den gesamten Körper des Hundes aus.

Außerdem leidet das betroffene Tier an Haarausfall und anhaltendem Juckreiz, welcher sich in einer warmen Umgebung meist noch verstärkt. Durch das daraus resultierende häufige Kratzen entzündet sich die Haut, und es bilden sich blutige Krusten. Nicht selten sind die Folgen einer Räude – sofern sie nicht im Anfangsstadium behandelt wird – Pilz- oder Bakterieninfektionen. Der Hund kann zudem stark an Gewicht verlieren.

Behandlung und Therapiedauer von Räude beim Hund

Zeigt ein Hund die weiter oben beschriebenen Symptome, sollte in jedem Fall ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Dieser wird zunächst die Art des Milbenbefalls diagnostizieren und diese anschließend mit Lösungen, Tinkturen und Spezialshampoos behandeln. Sollte es zu einer Pilzinfektion gekommen sein, muss diese ebenfalls mit entsprechenden Mitteln therapiert werden. Bereits vor dem Besuch beim Veterinär kann dem Tier mit einer Mischung aus Borax und Wasserstoffperoxid Erleichterung verschafft werden.

 

Suchen Sie einen Tierarzt auf, falls sich nicht innerhalb kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung ergibt.

Wann der Hund wieder gesund sein wird, hängt unter anderem von der Schwere des Befalls und der Dauer der Erkrankung ab. Sind bereits große Teile des Körpers des Tieres von der Räude befallen, ist natürlich eine längere und intensivere Behandlung notwendig als im Anfangsstadium der Krankheit. Generell kann gesagt werden, dass es bei einem großflächigen Milbenbefall etwa zwei bis drei Monate bis zur vollständigen Heilung dauert. Eine rechtzeitige Konsultation des Tierarztes mit einem zeitnahen Beginn einer effektiven Behandlung ermöglicht dagegen eine Ausheilung innerhalb eines Monats.
 

Räude beim Hund: Hygiene ist alles

Oberstes Gebot bei der Behandlung von Räude ist die richtige Hygiene. Das bedeutet auch, dass der betroffene Hund ab Feststellung der Erkrankung in Isolation gehalten werden muss, da eine Ansteckung anderer Tiere nicht ausgeschlossen werden kann. Halten Sie andere Tiere in Ihrem Haushalt, sorgen Sie dafür, dass diese nicht mit dem erkrankten Tier in Kontakt kommen. Auch Menschen sollten beim Umgang mit einem von Räude befallenen Hund äußerst vorsichtig sein. Ein direkter Kontakt sollte vermieden und das Tier nur mit Handschuhen angefasst werden. Dies können Sie außerdem tun:

  • Wechseln Sie Decken und Matten im Körbchen des Hundes sowie in der Reichweite befindliche Textilien regelmäßig.

  • Als Hausmittel gegen Räude hat sich eine Lösung aus Borax und Hydrogenperoxid bewährt. Dazu wird ein Esslöffel Borax zunächst in einem halben Liter Wasser aufgelöst und anschließend mit etwa zwei bis drei Tropfen Hydrogenperoxid versetzt. Die Lösung wird auf die befallenen Stellen aufgetragen und muss gut trocknen.

  • Als Ergänzung zu hochwertigem Hundefutter sollten einige Sorten rohes Gemüse wie beispielsweise Brunnenkresse oder Alfalfa-Sprossen auf dem Speiseplan des Tieres stehen. Beide stärken das Immunsystem, welches eine wichtige Rolle in der Bekämpfung der Milben spielt.

  • Außerdem können Sie dem Hund die Vitamine C und E sowie Fischöl verabreichen. Auf diese Weise bekommt der Vierbeiner rasch sein gesundes glänzendes Fell zurück.

  • Impfungen im Vorfeld können sinnvoll sein, um durch Räude ausgelöste sekundäre Infektionen abzuwenden.