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Eichenprozessionsspinner und Hunde: Gefahren, Symptome, Behandlung

Eichenprozessionsspinner

Wie gefährlich ist der Eichenprozessionspinner für Hunde?

© Nicole Lienemann / Shutterstock

Eichenprozessionsspinner können für Hunde zu einer echten Gefahr werden. Erfahren Sie, woran Sie Symptome bei Ihrem Hund erkennen und was Sie tun können.

von Leonie Brinkmann

Am veröffentlicht

In vielen Regionen Deutschlands bereitet der Eichenprozessionsspinner Hundehaltern zunehmend Sorgen. Denn die Raupen des Nachtfalters oder besser gesagt deren Brennhaare können für unsere vierbeinigen Freunde ganz schön gefährlich werden. 

Welche Risiken für Hunde aber auch Menschen bei Kontakt mit einem Eichenprozessionsspinner und seinen Haaren bestehen, woran Sie die Raupen und Symptome erkennen und wie Sie Ihrem Hund helfen können, erfahren Sie von uns. 

 

Woran erkennt man Eichenprozessionsspinner?

Der Eichensprozessionsspinner legt seine Eier in kleinen Nestern (Gespinste) mit Vorliebe im Kronenbereich von Eichen ab. In befallsstarken Jahren weichen die Falter auch auf andere Baumarten wie Hainbuchen aus. Beliebt sind Bäume am Waldrand und deren Südseite.

Im Ei überwintern die Raupen und schlüpfen im Mai des darauffolgenden Jahres. Anschließend durchlaufen sie insgesamt sechs Entwicklungsstadien bis sie zum Falter werden. Dabei sind sie ausschließlich im dritten Entwicklungsstadium gefährlich für Mensch und Tier. 

Eichenprozessionsspinner im Baum©Ralf Geithe / Shutterstock

Wie der Name des Prozessionsspinners schon sagt, begeben sich die Raupen zu 20 bis 30 in langen Reihen auf die Suche nach Nahrung. Meist wandern sie dabei an den Stämmen der Bäume hinauf zu den schmackhaften Blättern. Wo ihre Prozession von Spaziergängern leicht zu erkennen ist. 

Auch anhand der längs verlaufenden schwarzen Streifen mit heller Umrandung lässt sich die Raupe des Prozessionsspinners gut erkennen.

Wie gefährlich ist der Eichenprozessionsspinner für Hunde?

Im dritten Larvenstadium (April bis Mai) entwickeln die Raupen zum Schutz vor Fressfeinden Brennhaare. Diese enthalten das sogenannte Nesselgift Thaumetopoein, welches bei Menschen, Hunden und Katzen eine Raupendermatitis auslösen kann. 

Diese Härchen können die Raupen bei Gefahr abstoßen. Häufig reicht jedoch auch schon ein Windstoß oder eine schnuppernde Hundenase, um die Brennhaare abzubrechen. Mit dem Wind verbreiten sich die Haare des Eichenprozessionsspinners dann in einem Umkreis von hunderten Metern. Besonders kritisch ist es im Zeitraum Mai bis Ende Juni.

Eichenprozessionsspinner im Laub©Piedone / Shutterstock

Schon allein wenn Hunde im Laub schnuppern und dabei in Kontakt mit den Brennhaaren kommen oder diese mit den Pfoten berühren, kann es per Kontaktvergiftung zu heftigen allergischen Reaktionen kommen.

Allergien beim Hund: Symptome, Diagnose und Therapie

Verfangen sich die Raupenhärchen im Fell der Hunde, lösen diese nicht nur einen starken Juckreiz aus, sondern die Hunde laufen zudem Gefahr, die Brennhaare beim Lecken über die Schleimhäute aufzunehmen. Was schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. 

Eichenprozessionsspinner und Hunde: Symptome und Folgen

Je nach Kontaktart mit den Brennhaaren können unterschiedliche Beschwerden auftreten.

Kontakt mit der Haut:

Kontakt mit den Schleimhäuten:

  • Heftige allergische Reaktion der Atemwege
  • Schwellungen im Rachenraum
  • Schwellung der Zunge
  • Schwindelanfälle
  • Gereizte Augen

Eichenprozessionsspinner und Hunde: Erste Hilfe

Wer derartige Symptome bei seinem Hund beobachtet, sollte umgehend einen Tierarzt aufsuchen, zwar können auch andere Ursachen Auslöser für die allergische Reaktion sein, doch in jedem Fall braucht Ihr Hund Hilfe. 

Wenn sicher ist, dass Ihr Hund mit dem Gift der Brennhaare in Berührung gekommen ist, können und sollten Sie zudem erste Hilfe leisten. Haben Sie beim Gassigehen in betroffenen Jahreszeiten am besten immer eine Flasche Wasser dabei. So können Sie Ihrem Vierbeiner im Notfall Maul, Nase und Augen ausspülen

Infografik für Hundehalter zum Eichenprozessionsspinner©Wamiz

Zurück zuhause sollten Sie den Hund dann am ganzen Körper mit Wasser abwaschen. Schützen Sie sich dabei selbst mit Gummihandschuhen vor den giftigen Brennhaaren. 

Halten die Symptome weiter an, ist der Besuch beim Tierarzt unausweichlich. Dort kann festgestellt werden, ob tatsächlich eine Raupendermatitis vorliegt und ein linderndes Antiallergikum oder eine ensprechende Behandlung verschrieben werden. 

Eichenprozessionsspinner und Hunde: Kontakt vorbeugen

Um die Tiere vor dem Gift der Brennhaare zu schützen, sollte daher jeglicher Kontakt dringend vermieden werden. Informieren Sie sich vor dem Gassigehen, ob die Region vom Eichenprozessionsspinner betroffen ist. Häufig weisen auch Schilder auf einen Befall hin. 

Warnung vor Eichenprozessionsspinnern © Ralf Geithe / Shutterstock

Wer einen Befall des Prozessionsspinners entdeckt, sollte diesen melden auch wenn offiziell keine Meldepflicht besteht, können so andere Menschen und Tiere geschützt werden. Dies geht unter anderem über eine extra dafür eingerichtete Plattform. Per App oder Browser können Sie aktuelle Fälle melden und über eine interaktive Karte einsehen. 

Lassen Sie Ihren Hund in Risikogebieten nicht von der Leine, um zu verhindern, dass er ins Gebüsch läuft und dort in Kontakt mit Eichenprozessionsspinnern oder ihren Brennhaaren kommt. 

Wann tritt der Eichenprozessionsspinner auf?

Die Hochsaison der Eichenprozessionsspinner ist zwischen April und Juni, wenn die Raupen schlüpfen, sich häuten und ihre Brennhaare verlieren. 

Doch selbst wenn ein Hund zu einer anderen Jahreszeit im Unterholz beim Schnüffeln auf Nester stößt, kann dies gefährliche und schmerzhafte Folgen haben. 

Wo tritt der Eichenprozessionsspinner auf?

Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt wie der Name schon sagt Wälder mit vielen Eichenbäumen. Da die Raupen in großer Zahl in der Lage sind zahlreiche Bäume kahl zu fressen, gelten sie in Deutschland als Plage

Zwar kommt dieser Prozessionsspinner in ganz Deutschland vor, doch besonders betroffen sind die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Bayern. 

Hatte euer Hund schon mal Kontakt mit einem Eichenprozessionsspinner?
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