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Karakatschan: Der bulgarische Schäferhund

Karakatschan der bulgarische Schäferhund

Der große Karakatschan ist ein Herdenschutzhund aus Bulgarien.

© Shutterstock

Der Karakatschan ist ein imposanter Hund, der seine Herde bewacht und mutig beschützt. Was die bis zu 75 cm große Hunderasse auszeichnet, lesen Sie hier.

von Stephanie Klein

am aktualisiert

Was ist ein Karakatschan?

Bei dem Karakatschan – auch Bulgarischer Hirtenhund oder Schäferhund genannt – handelt es sich um einen ursprünglichen Hund, der in Deutschland äußerst selten anzutreffen ist. 1991 entstand erstmals ein Rassestandard für den Karakatschan. Von der FCI ist die Hunderasse jedoch nicht anerkannt.

Karakatschan: Geschichte

Über seine Geschichte gibt es zwei Versionen. Die erste Annahme lautet, dass der Bulgarische Hirtenhund bereits 3.000 Jahre v. Chr. existierte. Daher kommt auch seine weitere Bezeichnung „Thrakischer Molosser“. Die zweite Version lässt Rückschlüsse auf seinen Namen Karakatschan zu: Demnach wurde er nach den griechischsprachigen, nomadischen Karakatschanen benannt, die unter anderem in Bulgarien der Schafzucht nachgingen.

In den Bergen Bulgariens wurde er aufgrund seines unabhängigen Wesens und seiner zuverlässigen Arbeit als Bewacher der Herde und von Grundstücken geschätzt. Als die Schafzucht in dem osteuropäischen Land im letzten Jahrhundert verstaatlicht wurde, verschwand der riesige Berghund jedoch immer mehr aus der Landschaft. Die Hunderasse stand sogar kurz vorm Aussterben.

In den letzten Jahren häuften sich jedoch immer mehr Vorfälle, bei denen Bären und andere Raubtiere Schafherden angriffen. Die Nachfrage nach einem beschützenden Hirtenhund wurde immer größer und so kam es zu einem freudigen Comeback des Karakatschans. Über die Grenzen Bulgariens hinaus gilt er weiterhin als eine wahre Rarität.

Bulgarischer Schäferhund

Karakatschan: Aussehen

Typisch für einen Herdenbewacher ist der Karakatschan ein großer, schwer gebauter Hund mit einem geraden Rücken und einer tiefen und breiten Brust. Sein Fell ist lang, dick und mit Unterwolle ausgestattet. Dadurch ist der Karakatschan bestens vor Kälte, aber auch vor Sonnenstrahlen geschützt. Seine Ohren sind v-förmig, tief angesetzt und hängend und seine mandelförmigen Augen wirken im Verhältnis zu seinem großen Schädel recht klein.

Wie groß und schwer wird ein Karakatschan?

Der Vierbeiner erreicht eine Schulterhöhe zwischen 60 und 75 cm und gehört somit eindeutig zu den großen Hunderassen. Ein ausgewachsener Karakatschan bringt zwischen 40 und 55 kg auf die Waage. Rüden sind in der Regel etwas größer und schwerer als Hündinnen. 

Welche Fellfarben hat ein Karakatschan?

Das Fell eines Karaktschans kann einfarbig, zweifarbig oder auch tricolor sein. Besonders häufig kommt die Kombination aus weißer Grundfarbe und großen schwarzen oder braunen Flecken vor.

Karakatschan: Wesen und Temperament

Als Herdenschutzhund begegnet der Karakatschan Fremden zunächst misstrauisch. Tief in seinen Genen ist der Wille verankert, seine Herde und seine Familie vor Fremden zu beschützen. Dieses Verhalten schauen sich bereits Welpen und Junghunde von den älteren Herdenschutzhunden im Rudel ab. Da ein ausgewachsener Karakatschan selbst vor Bären und Wölfen nicht zurückschreckt, gehört die Rasse zu den mutigen und furchtlosen Hunden.

Zudem gilt die Hunderasse als: 

  • stolz
  • eigenständig
  • territorial
  • dominant
  • intelligent
  • und anhänglich und freundlich bei seinen Menschen.

Karakatschan

Karakatschan: Krankheiten und Lebenserwartung

Der Karakatschan hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 9 bis 13 Jahren und erfreut sich einer robusten Gesundheit. Allerdings kann – wie bei allen großen Hunderassen – ein schnelles Wachstum im Welpenalter das Risiko für spätere Gelenkerkrankungen wie Arthrose erhöhen.

Karakatschan: Pflege

Der ursprüngliche Vierbeiner besitzt dickes Fell mit Unterwolle. Der Pflegeaufwand hält sich dennoch in Grenzen. Es empfiehlt sich, ihn während des Fellwechsels regelmäßig durch gründliches Bürsten von dem losen Fell zu befreien. Außerhalb des saisonalen Fellwechsels reicht es aus, ihn gelegentlich zu bürsten. So kann sein Fell von Schmutz befreit werden und die Durchblutung seiner Haut wird angeregt.

Wie viel Bewegung braucht ein Karakatschan?

Der bulgarische Hirtenhund ist aufgrund seines stämmigen Körperbaus für Aktivitäten wie Agility oder Dog Frisbee nicht geeignet. Darüber hinaus gelten Herdenschutzhunde nicht als besonders verspielt und lassen sich nur schwer für Hundesportarten begeistern. Was nicht heißt, dass der Vierbeiner eine Couchpotato ist. Er hat großen Gefallen an ausgiebigen Spaziergängen, die (wie bei allen Hunden) abwechslungsreich sein sollten.

Passt ein Karakatschan zu mir?

Ein Karakatschan findet idealerweise einen Platz bei Menschen, die Erfahrung im Umgang mit Herdenschutzhunden haben. Allgemein sind Herdenschutzhunde aufgrund ihres speziellen Charakters nicht gut bei Hundeanfängern aufgehoben. Sie sind zwar ihrem Menschen durchaus zugetan, gelten aber als äußerst unabhängig, hinterfragen oft Befehle und haben einen starken Beschützerinstinkt. Außerdem kann sein territoriales Verhalten zu einer Herausforderung bei Begegnungen mit anderen Hunden werden.

Es liegt auf der Hand, dass ein Herdenschutzhund nicht mit einem Stadtleben zu vereinbaren ist. Der „perfekte“ Lebensraum für einen Karakatschan ist ein Bauernhof, auf dem er seiner Aufgabe als Herdenschutzhund nachgehen darf. Mit artgerechter Auslastung und Verständnis für sein Wesen wächst ein Karakatschan zu einem treuen, anhänglichen und freundlichen Begleiter fürs Leben heran. 

Karakatschan: Züchter und Preise

Da der bulgarische Schäferhund in Deutschland sehr selten ist, gibt es keine verlässlichen Preisangaben. Es kann auch sein, dass es sich bei einem Inserat um einen Herdenschutz-Mix handelt, der nur zum Teil die Gene eines Karakatschans in sich trägt. Interessierte können die seltene Hunderasse mit etwas Zeit und Recherche über den Auslandstierschutz erwerben. Bei einer Adoption wird eine Schutzgebühr erhoben.

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