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Diagnose Demenz: Wenn der Hund vergesslich wird

Älterer Hund advice
© Shutterstock

Nicht nur Menschen können unter Demenz leiden, sondern auch Hunde. Erkranken die Vierbeiner an Demenz, werden sie vergesslich und zeigen Verhaltensauffälligkeiten. Wir erklären Ihnen, wie Sie Demenz beim Hund erkennen und wie man mit einem dementen Hund richtig umgeht.

von Kristin Barling

Ursachen von Demenz beim Hund

Die Ursachen von Demenz beim Hund sind vielfältig. Am häufigsten tritt die Erkrankung bei älteren Hunden auf. Warum die Altersdemenz bei manchen Hunden auftritt, ist noch nicht endgültig geklärt. Doch auch andere Ursachen können eine Rolle spielen, beispielsweise Hirnschädigungen und -tumore, Epilepsie oder Nebenwirkungen von einer Narkose, in Folge derer eine Demenz auftritt.

Symptome von Demenz beim Hund

Ähnlich wie beim Menschen tritt die Demenz beim Hund in der Regel nicht schlagartig auf, sondern schleichend. Im Anfangsstadium treten häufig nur wenige Symptome auf, die oftmals nicht als Demenz erkannt werden, sondern als normaler Alterungsprozess betrachtet werden. Mit der Zeit nehmen die Symptome jedoch zu und die Krankheit zeigt sich auf vielfältige Weise.

Desorientiertheit

Das häufigste Symptom ist Desorientiertheit. Der an Demenz erkrankte Hund läuft scheinbar ziellos umher und wirkt verloren. Er wirkt verwirrt und kann sich an vertraute Dinge nicht mehr erinnern, beispielsweise an den Standort seines Futternapfs oder an den Weg nach draußen. Es kommt auch vor, dass der desorientierte Hund selbst vertraute Menschen wie Herrchen und Frauchen nicht mehr erkennt.

Schlafstörungen und Veränderungen im Rhythmus des Hundes

Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus des Hundes sind eines der Symptome, die besonders im Anfangsstadium häufig falsch gedeutet werden. Leidet der Hund an Demenz, ist er häufig müde und schläft mehr als vorher. Insbesondere wenn das Tier auch unter Desorientiertheit leidet, treten abends und nachts Schlafstörungen auf, weil der Hund im Dunkeln besonders verwirrt und verunsichert scheint und ratlos umher wandelt. Ebenso kommt es vor, dass der Hund viel döst, aber nicht einschlafen kann.

Änderungen im Verhalten von Hunden mit Demenz

Demenz beim Hund führt zu unterschiedlichen Verhaltensänderungen. Im Umgang mit Menschen oder anderen Hunden reagiert der demente Hund zurückhaltend, zeigt weniger Interesse am Spielen und entzieht sich den gewohnten Streicheleinheiten. Auch die Begeisterungsfähigkeit lässt bei an Demenz erkrankten Hunden nach. Der Hund begrüßt seine Besitzer weniger freudig, hat Angst oder zieht sich zurück. Bei manchen Hunden mit Demenz kommt es auch zu Unreinheit.

Demenz beim Hund richtig behandeln

Da die Ursachen für die Demenz beim Hund noch nicht geklärt sind, lässt sich einer Demenz aktuell nicht vorbeugen. Außerdem gilt Demenz genau wie beim Menschen als unheilbar. Aus diesem Grund kann man den Hund nicht heilen, sondern lediglich versuchen, die Symptome zu lindern und ihn zu unterstützen.

Medikamente für demente Hunde

Durch Medikamente lässt sich der Verlauf der Demenz beim Hund verlangsamen. Am besten wirken die Medikamente, wenn die Symptome frühzeitig erkannt werden und eine Behandlung schnellstmöglich begonnen wird. Die Medikamente zur Behandlung der Demenz bei Hunden enthalten Wirkstoffe, die die Durchblutung und die Gehirnleistung des Hundes anregen. Außerdem können Beruhigungsmittel verabreicht werden, um die Angst und Unruhe desorientierter Hunde zu verringern.

Verhaltenstherapie zum Umgang mit Demenz beim Hund

Der normale Alltag wird durch einen dementen Hund stark beeinflusst. Hunde mit Demenz sind ungerne alleine und benötigen viel Aufmerksamkeit. Auch fremde Umgebungen sind für den dementen Hund eine große Herausforderungen. Trotzdem sollte man Hunde mit Demenz dazu animieren, sich nicht vollständig zurückzuziehen. Spaziergänge im Freien fördern durch die Sauerstoffzufuhr die Gehirnfunktion. Kleine Spiele regen ebenfalls das Gehirn an und lenken den Hund ab. Wichtig ist, dass man als Hundehalter geduldig ist und das Tier nicht überfordert.

Lebenserwartung von Hunden mit Demenz

Hunde mit Demenz werden im Endstadium häufig zum Pflegefall. Sie sind nicht mehr stubenrein, sind desorientiert und leiden unter der Erkrankung. Befindet der Hund sich in diesem Stadium, liegt die verbleibende Lebenserwartung im Durchschnitt bei rund einem Jahr. Je nach Verfassung kann der demente Hund auch länger leben. Leidet er sehr unter den Symptomen, kann man ihn auch durch den Tierarzt erlösen lassen. Wann der richtige Zeitpunkt dazu gekommen ist, weiß man als Hundehalter meistens intuitiv. Auch der Tierarzt kann bei der Entscheidung beratend zur Seite stehen.