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Feuerwehr öffnet eine Haustür
© KI / Canva

Nachbarn vermuteten eine Drogen-Plantage: Doch der Anblick im Haus trifft alle bis ins Mark

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Als Feuerwehr und Polizei das Haus in Warstein stürmen, finden sie statt einer Cannabis-Plantage einen Ort des Grauens vor. Alle sind zutiefst erschüttert.

Montagnachmittag in Warstein (Kreis Soest / NRW). Die Straße Walkemühle, unterhalb des Piusbergs, ist eigentlich eine ruhige Wohngegend. So wirkt es jedenfalls auf den ersten Blick. Doch hinter den Mauern eines der hier stehenden Häuser verbirgt sich ein Geheimnis, das selbst erfahrene Einsatzkräfte erschüttern wird.

In der Nachbarschaft kursieren Gerüchte: Einige Anwohner vermuten, dass sich in dem betreffenden Haus eine professionelle Drogen-Plantage befindet und Cannabis angebaut wird. Doch die Wahrheit ist viel trauriger als jedes Krimi-Klischee.

Ein Hund durchwühlt den Müll

Gegen 17 Uhr geht der Notruf bei der Warsteiner Polizei ein. Ein Hund, kaum mehr als ein Skelett, durchwühlt eine umgekippte Mülltonne nach Essbarem. Er ist „augenscheinlich stark verwahrlost und abgemagert“, so der Bericht.

Kurzerhand machen sich die Beamten auf den Weg, um sich die Angelegenheit einmal genauer anzuschauen. Vielleicht handelt es sich ja auch um einen ausgesetzten Hund oder einen Streuner, der ins Tierheim gebracht werden sollte.

Flucht durchs zerbrochene Fenster

Als die Beamten vor Ort ankommen und sich dem vermeintlichen Kampfhund nähern, reagiert das Tier panisch. Der Hund bellt, fletscht die Zähne – ein reiner Abwehrmechanismus aus Todesangst.

Dann ergreift er hektisch die Flucht vor den Rettern: Durch ein zerbrochenes Fenster verschwindet der Vierbeiner zurück ins Innere des Hauses. Und ab hier wendet sich das Blatt.

Die Polizisten klingeln und klopfen an der Haustür, aber niemand öffnet. Da ein Notfall nicht auszuschließen ist, fackeln die Beamten nicht lange und alarmieren die Feuerwehr. Die Spezialisten rücken an, um die Haustür gewaltsam zu öffnen. Während sie sich Zugang verschaffen, fragen sich alle: Was erwartet uns in diesem Haus?

Der Blick in den Abgrund

Die Tür fliegt auf – und die Realität trifft die Retter wie ein Schlag. Hier gibt es weder eine Cannabis-Plantage noch Kriminelle. Stattdessen: pures Elend. Das Haus ist „völlig vermüllt“. Es ist eine Hölle aus Unrat und Verwahrlosung.

Inmitten dieses Chaos finden sie den Hund wieder. Später im Tierheim wird sich zeigen, wie schlimm es um ihn steht: Der fast hüfthohe Rüde wiegt lediglich 18,3 Kilogramm – normal wären mindestens 23. Er besteht nur noch aus Haut und Knochen. Außer ihm hausen auch noch vier Hausratten und mehrere Katzen in dem Dreck.

Ein Häufchen Elend

Der Hund muss betäubt werden, um ihn zu sichern. Im Tierheim Lippstadt zeigt sich später das wahre Wesen von „Max“, bei dem es sich in Wahrheit um einen Labrador-Mix handelt.

Als er aus der Narkose erwacht, ist er „stark verängstigt“ und wackelig. 20 Minuten lang müssen die Pfleger ihm gut zureden, bis er eine Leine akzeptiert. Max zeigt einerlei Aggression, nur tiefe Verunsicherung.

Warstein: Verwahrloster Hund gerettet
Max ist endlich in Sicherheit (Tierheim Lippstadt)

Die Polizei bestätigt am Mittwochmittag: Die Drogen-Gerüchte sind falsch. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf das, was wirklich zählt – eine Straftat gegen das Tierschutzgesetz. Denn auch den vier Ratten geht es alles andere als gut. Lediglich der Zustand der Katzen, bei denen es sich um Freigänger handelt, ist angemessen.

Während im Tierheim das Aufpäppeln beginnt, prüft der Kreis Soest ein Tierhalteverbot für die Bewohner des Warsteiner Hauses.

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