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Hunderettung am Berg
© Feuerwehr Goslar / Facebook

Beim Gassi: Hund rutscht ab - nervenzerreißender Einsatz bringt Rettungskräfte ans Limit

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Beim Gassi abgerutscht: Hündin Pia hängt plötzlich über einem 10-Meter-Abgrund fest. Für 20 Retter beginnt im Harz ein dramatischer Kampf gegen die Nacht.

Goslar/Harz. Es ist ein eisiger Dienstagnachmittag am Herzberger Teich. Die dreiköpfige Familie genießt gemeinsam mit Hündin Pia die winterliche Stille des Harzes. Es soll ein idyllischer Familienausflug werden, eine Auszeit vom Alltag.

Niemand ahnt, dass dieser Spaziergang nur wenige Minuten später in einem verzweifelten Kampf um Leben und Tod enden wird. Dann passiert es plötzlich! Der  Bruchteil einer Sekunde reicht aus, um die Gassi-Runde zu einer Katastrophe werden zu lassen!

Hündin blickt in 10 Meter tiefen Abgrund

Die dreijährige Schäferhund-Mix-Hündin Pia ist neugierig, läuft eine steile Felswand hinauf. Dann, plötzlich verliert sie den Halt. Die Pfoten finden keinen Grip mehr auf dem rutschigen Untergrund und Pia rutscht ab.

Vor den Augen ihrer schreienden Familie rutscht das Tier in die Tiefe – und kann erst im allerletzten Moment auf einem winzigen Felsvorsprung Halt finden. Unter der Hündin gähnt ein zehn Meter tiefer Abgrund!

Ein falscher Atemzug, eine panische Bewegung, und Pia stürzt in den sicheren Tod. Sie ist quasi hilflos gefangen zwischen Himmel und Hölle.

Der Berg wehrt sich

Der sofort abgesetzte Notruf löst ein Großaufgebot aus. Rund 15 Einsatzkräfte der Feuerwehr Goslar eilen zum Unglücksort. Doch die Retter stehen vor einem massiven Problem – buchstäblich.

Die Bergwand, auf der Pia festsitzt, ist ein Albtraum: extrem steil, gnadenlos rutschig und mit tückischem, feuchtem Humus bedeckt. Die Feuerwehrleute rüsten sich zwar mit Absturzsicherungen aus, doch die Position der Hündin ist zu prekär. Ein falscher Schritt der Retter könnte loses Gestein auf das Tier regnen lassen oder es in Panik versetzen.

Den Einsatzkräften wird klar: Allein schaffen sie es nicht. Die Spezialisten der Bergwacht Clausthal-Zellerfeld/Langelsheim müssen anrücken.

Wettlauf gegen die hereinbrechende Nacht

Mittlerweile sind 20 Retter im Steilhang im Einsatz. Die Zeit drängt unerbittlich, denn die Dämmerung bricht herein. Und damit wird es auch noch dunkel, nass und eisig kalt.

Schließlich wagt ein Feuerwehrmann, gesichert an dicken Seilen, den Abstieg ins Ungewisse. Vorsichtig, Zentimeter für Zentimeter, seilt er sich zu der zitternden Pia hinab.

In der beklemmenden Enge über dem Abgrund gelingt es dem Team, der Hündin ein spezielles Rettungsgeschirr anzulegen. Jeder Handgriff in der Dunkelheit muss sitzen, die Anspannung ist greifbar. Dann, endlich, das Kommando zum Hochziehen!

Aufatmen am frühen Abend

Erst um 19:45 Uhr, als die Nacht längst über den Harz hereingebrochen ist, können die völlig erschöpften Einsatzkräfte den gefährlichen Hang wieder verlassen.

Unten, auf sicherem Boden, bricht sich die Anspannung Bahn: Die völlig entkräftete, aber unverletzte Pia rennt in die Arme ihrer Familie. Tränen fließen. Ende eines Einsatzes am absoluten Limit – doch zum Glück mit einem bewegenden Happy End.

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