Es sollte für den bereits dreizehneinhalb Jahre alten Vierbeiner ein ruhiger Nachmittag im Garten sein, gut behütet bei Verwandten, während sein Frauchen in der Reha Kraft tankt. Doch ein einziger, rücksichtsloser Moment zerstört am Tag vor Silvester in Iserlohn alles.
Ein gewaltiger Böller-Knall am „Eisernen Kreuz“ löst eine Kette unglücklicher Umstände aus, an deren Ende der geliebte Familienhund qualvoll sterben muss.
Hoffnung flackert kurz auf
Der Knall ist so laut, dass selbst die Menschen im Haus zusammenzucken. Für den bereits betagten Rüden ist es zu viel. In blinder Panik reißt er aus. Er rennt um sein Leben, bloß weg von dem entsetzlichen Lärm.
Zunächst sieht dennoch alles nach einem Happy End aus. Eine aufmerksame Autofahrerin entdeckt den orientierungslosen Senior-Hund im Kreisverkehr an der Grüne in Iserlohn, sichert ihn und alarmiert die Polizei.
Auf Facebook werden außerdem Fotos geteilt: „Wem gehört dieser Hund? Zugelaufen bei Aldi“. Die Polizei ist schnell vor Ort, lädt den Hund ein, um ihn zum Tierheim zu bringen. Doch im Streifenwagen beginnt das eigentliche Drama!
Der Körper gab auf
Der Stress ist zu viel für das alte Herz der armen Fellnase. Der Hund, der unter der Lungenkrankheit COPD und Hüftproblemen leidet, kollabiert. Sein Zustand verschlechtert sich rasend schnell.
„Er hatte durch die Aufregung Schaum vor der Schnauze, übergab sich und drohte zu ersticken“, berichten Angehörige später schockiert. Statt ins Tierheim rasen die Polizisten mit dem Hund zum tierärztlichen Notdienst in Schwerte.
Verhängnisvolles Detail verhindert den Abschied
Besonders tragisch: Die Retter versuchen währenddessen alles, um die Familie zu erreichen. Der Hund ist gechippt und bei Tasso registriert. Doch dort ist nur die Festnetznummer des Frauchens hinterlegt – und die befindet sich gerade hunderte Kilometer entfernt in einer Reha-Klinik. Niemand geht ans Telefon.
Die Verwandten telefonieren sich die Finger wund, doch als sie endlich die richtigen Leute in der Klinik erreichen, ist es bereits zu spät. Um dem Tier einen qualvollen Erstickungstod zu ersparen, muss der Notdienst die einzig humane Entscheidung treffen: Der Hund wird eingeschläfert.
„Eindeutig durch sinnloses Böllern ausgelöst“
Sein Frauchen, bei dem er zehn Jahre lebte, konnte ihm in seinen letzten Momenten nicht beistehen. Sie verlor ihren treuen Begleiter, weil mal wieder Unbekannte es schon Tage vor Silvester „wie blöde“ knallen ließen.
Die Familie macht weder Polizei noch Ärzten einen Vorwurf. Ihr Schmerz richtet sich gegen die Verursacher: „Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände, die jedoch eindeutig durch das sinnlose Böllern ausgelöst worden ist.“