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Was tun, wenn die Katze um Essen bettelt?

Katze und Frau, die isst advice
© Shutterstock

Sobald Sie sich zum gemütlichen Essen hinsetzen, gibt Ihre Samtpfote alles, um einen Leckerbissen zu erhaschen? Lesen Sie hier, warum Katzen uns manchmal den Appetit verderben und wie wir tierisches Betteln beim Essen verhindern.

von Philipp Hornung

Auf Beutezug: So betteln Katzen am Tisch

Subtil oder direkt – jede Katze hat ihre eigene Strategie, sich Leckerbissen vom Tisch zu sichern. Hier einige Beispiele, die auch kombiniert zum Einsatz kommen. Erkennen Sie Ihre Samtpfote wieder?

Hungrige Blicke: Die Katze starrt Sie beim Essen an

Die scheinbar vor dem Hungertod stehende Samtpfote fixiert jeden Bissen, den Sie sich zum Mund führen, mit großen Augen. Abwechselnd blickt sie hoffnungsfroh auf Sie, dann schmachtend auf das Essen. Eins ist sicher: Beim Dackelblick-Wettbewerb würde Ihre Katze auf dem Siegertreppchen landen.

Herzerweichend: Miau-Konzert am Esstisch

„Miau, miau – ich verhungere!“ Einige Katzen begleiten die Mahlzeit ihrer Menschen mit einem nervenaufreibenden Konzert. Lautstarkes Betteln ist ihre Strategie, um nicht nur Aufmerksamkeit, sondern zusätzlich den ein oder anderen Leckerbissen zu bekommen. Oft streift die Katze während des Miauens um die Beine sämtlicher Anwesenden, um ihren Gesang zu unterstreichen.

Katze bettelt mit den Pfoten oder klaut Essen

Nutzen Starren und lautstarker Protest nichts, versuchen mutige Katzen nicht nur Sie, sondern gleich einen duftenden Leckerbissen um ihre Pfote zu wickeln. Manche warten einen günstigen Moment ab, um beeindruckende Raubzüge am Esstisch zu starten: Ein Happs – und weg ist Samtpfote samt Hähnchenkeule. Etwas weniger mutige Exemplare tippen essende Zweibeiner oder deren Mahlzeit mit der Pfote an – wahlweise mit ein- oder ausgefahrenen Krallen.

Bleiben Sie standhaft: Darum sollte die Katze kein Essen vom Tisch bekommen

Geben Sie der Katze von Beginn an keinen Anlass zum Betteln: Wer einmal einen Leckerbissen vom Essenstisch in die erwartungsvollen Pranken seiner Katze hat fallen lassen, hat den Grundstein für das Betteln am Tisch gelegt. Ab der ersten erfolgreichen „Beute“ ist die Zeit des entspannten Genießens für Sie vorbei. Es sei denn, Sie haben nichts gegen das Betteln der Katze und teilen Ihr Essen gern. Dies sollten Sie jedoch nicht in Betracht ziehen. Denn unser Speiseplan ist zum größten Teil nicht für unsere tierischen Mitbewohner geeignet. Einiges schadet mittelfristig – dazu gehören gezuckerte, gewürzte oder gesalzene Speisen, beispielsweise Wurst. Anderes – wie Mahlzeiten mit Milch oder Käse – kann Übelkeit verursachen. Schließlich gibt es auch tödliche Fallen: Gekochte Hähnchenknochen können splittern und zur tödlichen Erstickungsgefahr werden. Selbst Schokolade kann bereits in kleinen Mengen giftig sein. Last but not least kann die Katze als Karnivore vieles von unserem Teller schlicht nicht verwerten.

Tipps gegen bettelnde Katzen am Esstisch

Inwieweit Sie Ihre Katze mit am Esstisch sitzen lassen, ist einerseits Geschmacksache, andererseits eine Frage der Hygiene. Wer den Esstisch zum Tabu erklärt, hat es in jedem Fall einfacher, der Katze das Betteln abzugewöhnen. Hier weitere Tipps:

Geben Sie der Katze vorher Futter

Ist die Samtpfote hungrig, bettelt sie aus gutem Grund. Machen Sie es zu einem Ritual, der Katze Futter zu geben, bevor Sie sich an den gedeckten Tisch setzen. So können Sie gemeinsam essen: Die Katze vor ihrem Napf, Sie entspannt am Esstisch. Tappt die Samtpfote während des Essens zu Ihnen und fängt an zu betteln, tragen Sie sie ruhig zu ihrem Napf. Steht dieser in einem anderen Raum, erhöhen sich die Erfolgschancen auf ungestörte Mahlzeiten.

Ignorieren Sie die vierbeinige Bettlerin

Starren, Miauen und Anstupsen zielen vor allem darauf ab, Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Denn jede Reaktion Ihrerseits lässt die Hoffnung auf einen Leckerbissen steigen. Darum gilt: Wehret den Anfängen! Wenn die Katze Ihr Essen fixiert, schauen Sie an ihr vorbei. Wenn Sie miaut, gehen Sie nicht darauf ein. Jede Reaktion bestätigt aus Katzensicht, dass die aktuelle Strategie erfolgsversprechend ist. Wenn die Katze rabiater vorgeht, sich beispielsweise mit den Pfoten Ihr Essen krallt, ist Ignorieren nicht der richtige Weg. Sagen Sie in diesem Fall deutlich „nein“ und setzen Sie den Störenfried – ohne Geschrei oder sonstige Strafe – vor die Tür, bis Sie in Ruhe aufgegessen haben.

Seien Sie konsequent und halten Sie zusammen!

Wenn Sie in einem Mehrpersonen-Haushalt leben, müssen alle Familienmitglieder an einem Strang ziehen, um der Katze das Betteln abzugewöhnen. Denn wenn drei das Betteln ignorieren, der Vierte im Bunde aber ab und zu ein Stückchen Käse am Esstisch „verliert“, sind alle Bemühungen umsonst. Jede Ausnahme wird das Betteln erneut aufflammen lassen. Anschließend wird es wiederum länger dauern, bis Sie der Katze das Betteln abgewöhnen, da sie mehrere Erfolgserlebnisse gespeichert hat.

Weitere Tipps, um der Katze das Betteln am Tisch abzugewöhnen

Ob Ignorieren oder – beim Diebstahl von Essen – „Nein“ sagen: Konsequenz ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn Sie immer gleich reagieren, versteht Ihre Katze, was Sie von ihr wollen. Schreien, mit der Wasserspritze erschrecken oder sonstige rabiate Erziehungsmethoden verderben nicht nur den Appetit. Sie stören auch das Vertrauensverhältnis zu Ihrer Katze nachhaltig und sind darum nicht geeignet, der Katze das Betteln am Tisch abzugewöhnen. Wer grundsätzlich kein Essen vom menschlichen Speiseplan mit der Samtpfote teilt, hat es einfacher. Das bedeutet: Keine Käsestückchen aus dem Kühlschrank, kein leerer Joghurtbecher zum Auslecken. So bringen Sie Ihre tierische Gefährtin erst gar nicht auf den Geschmack.