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Was steckt hinter dem Milchtritt bei Katzen?

Weiße Katzenpfoten advice
© Shutterstock

Nomen est omen: Den „Milchtritt“ wenden kleine Kätzchen an, wenn sie bei ihrer Mutter Milch trinken. Doch warum praktizieren ausgewachsene Katzen das typische Treteln ebenfalls? In diesem Beitrag erklären wir, was es mit dem Milchtritt der Katze auf sich hat.

von Philipp Hornung

Die meisten Katzenhalter haben ihre Samtpfote schon beim „Milchtritt“ beobachtet. Dabei kneten die Fellnasen energisch und sanft zugleich, oft mit gespreizten Pfoten, eine bestimmte Fläche. Das kann der Schoß ihres Besitzers sein, eine besonders weiche Decke oder ein Stück Wiese. Viele Katzen schnurren bei den langsamen Knetbewegungen und wirken wie weggetreten. Den allerersten Milchtritt hat fast jede Katze als winzig kleines Kitten absolviert: Mit dem Treteln am Bauch der Mutter regen die Welpen den Milchfluss an. Bei älteren Katzen kommt das Verhalten seltener vor.

Drei mögliche Gründe für den Milchtritt

Das typische Milchtritt-Treteln tritt in Situationen auf, in denen die Mieze sich rundherum wohl und geborgen fühlt. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben:

Kleine Kitten, die Milch saugen, treteln

Wenn kleine Kätzchen Milch aus einer Zitze ihrer Mutter trinken, bewegen sie ihre vorderen Pfoten tretelnd neben der Zitze.

So versuchen sie, den Milchfluss anzuregen und möglichst viel der nährreichen Milch zu bekommen.

Bis zur achten Lebenswoche trinken junge Katzen Muttermilch. Dabei wird es zunehmend eng an der „Milchbar“, wenn die Geschwister größer werden – und ihr Appetit steigt. Bereits zwischen der dritten und vierten Lebenswoche können die Kleinen parallel feste Nahrung zu sich nehmen. Doch die einstigen Milchmahlzeiten in geborgener Atmosphäre zählen zweifellos zu den Highlights im Leben kleiner Kätzchen. Kein Wunder, dass sie sich später zumindest mit ihren Pfoten in diese Zeit zurückversetzt fühlen, wenn sie sich sicher und behütet fühlen.

Milchtritt vor dem Schlafen

Katzen schlummern gerne und viel – und natürlich machen die Meister des Nickerchens es sich dabei gemütlich. Eine Samtpfote, die in ihrem Körbchen tretelt und sich mehrfach genüsslich um die eigene Achse dreht, erwartet keinen Milchfluss. Aber das Treteln ist für viele Katzen ein liebgewonnenes Ritual. Fast scheint es, als wolle die Katze „ihr Bett machen“.

Während manche Menschen vorm Einschlafen gerne eine Tasse Baldrian-Tee trinken, tretelt die Katze ihr „Nest“ zurecht, um sich in Schlafstimmung zu bringen.

Bei einem festen Untergrund wie einem Sofa macht dies wenig Sinn – aber Spaß! In eine Decke können Katzen sogar eine passende Mulde treteln, um sich rundum geborgen zu fühlen. Beobachten Sie, ob Ihre Katze bestimmte Untergründe zum Treteln bevorzugt: Einige wenden den Milchtritt als erwachsene Fellnase beispielsweise nur auf weichen und flauschigen Decken an.

Tretelnde Katzen zeigen: „Wir gehören zusammen!“

Wir nehmen den Duft, den Katzen durch ihre Duftdrüsen an den Pfoten aussondern, zwar nicht wahr. Andere Samtpfoten hingegen schon. Beim Treteln auf Decken oder unserem Schoß verteilt die Katze Duftstoffe und demonstriert so: „Dieser Platz oder dieser Mensch gehört zu mir!“

Milchtritt bedeutet: Die Katze fühlt sich wohl!

Das Wichtigste, was Sie beim Treteln Ihrer erwachsenen Katzen wissen müssen: Es ist ein Zeichen dafür, dass sie sich pudelwohl fühlt. Vermutlich ist Ihnen dies aufgrund des lauten Schnurrens aber ohnehin klar. Für das Treteln mag eine Kombination der drei genannten Gründe verantwortlich sein: Die Katze ruft die im Gehirn gespeicherte Kindheitserinnerung in Situationen ab, in denen sie sich besonders geborgen fühlt. Dass sie dabei auch ihre Zugehörigkeit mit Ihnen oder ihrem Lieblingsschmusekissen durch ihren speziellen Pfotenduft unterstreicht, ist ein praktischer Nebeneffekt.